Lernen

Kinder sollen schnell richtig schreiben

„Schreiben nach Gehör“ wird nicht mehr unterrichtet. An den Hückeswagener Grundschulen gab es ohnehin schon eine Mischform.
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„Schreiben nach Gehör“ wird nicht mehr unterrichtet. An den Hückeswagener Grundschulen gab es ohnehin schon eine Mischform.

„Schreiben nach Gehör“ ist Geschichte – Für die beiden Grundschulen ist das nicht neu.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist ein Vermächtnis der vorherigen NRW-Landesregierung, das allerdings jetzt erst umgesetzt wird. Bei der landläufig als „Schreiben nach Gehör“ bekannte Unterrichtsmethode in Grundschulen lernten die Kinder das Schreiben rein intuitiv nach Aussprache und nicht nach Rechtschreibregeln. Die Kinder hören dabei, wie Worte ausgesprochen werden und versuchen dann, den Sprechlauten die passenden Buchstaben zuzuordnen. Ein umstrittenes Konzept, da dabei auch auf das Korrigieren von Fehlern verzichtet werden soll, um den Schreibelan der Kinder dadurch nicht zu unterbrechen. Nun ist das Konzept vom Tisch – auch wenn es nicht verboten ist.

An den beiden Hückeswagener Grundschulen war zuletzt keineswegs noch nach der umstrittenen Methode unterrichtet worden. „Das Konzept war Anfang der 2000er Jahre groß in Mode. Wir haben aber schon immer eine Mischform angewandt“, sagt Claudia Paradies, Leiterin der Grundschule Wiehagen. Ihre Kollegin Claudia Sträter von der Löwen-Grundschule bestätigt das: „Ich war ganz überrascht, als ich davon in der Zeitung gelesen hatte und dachte nur: Ja, okay, aber wir machen das schon lange so, wie es jetzt neu vorgeschrieben wird.“

Unterrichtet wird hier nach der Freiburger Rechtschreibmethode

An beiden Schulen wird nach der FRESCH-Methode unterrichtet, der Freiburger Rechtschreibmethode. Diese stammt aus den 1980er-Jahren und war seinerzeit entwickelt worden, um Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche zu unterstützen. Die Jungen und Mädchen lernen dabei die Anlaute über eine Schreibtabelle. „Und wir führen auch recht bald Buchstaben, Rechtschreibstrategien und -regeln ein, denn das ist sehr wichtig“, betont Claudia Paradies.

Für Claudia Sträter ist die neue Regelung eine gute Entscheidung: „Für die Kinder ist es wesentlich einleuchtender – und auch die Eltern tragen es mit.“ Für Claudia Paradies hatte die alte Methode auch einen großen Nachteil, weil Fehler eben nicht korrigiert werden sollten. Es sei dann aber sehr schwierig gewesen, diese einmal eingelernten Fehler wieder auszubügeln, wenn es denn von der Rechtschreibung her stimmen sollte.

Für Cordula Schneider, Leiterin der Förderschule Nordkreis, an der auch Grundschulkinder unterrichtet werden, ist die Umstellung nicht übermäßig groß. „Wir haben immer schon sehr individuell und auf das jeweilige Kind abgestimmt unterrichtet. Gut ist, dass jetzt möglichst schnell die entsprechenden Rechtschreibregeln Einzug in den Unterricht halten sollen“, sagt sie.

Cordula Schneider ist zudem dankbar, dass nun zudem ein verbindlich geltender Grundwortschatz eingeführt wurde. „Denn das unterstützt uns sehr in unserer täglichen Arbeit.“

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