Kinder sind als Eichhörnchen im Einsatz

Gute Ausbeute: Die Vorschulkinder der Kita Himmelwiese sammelten Eicheln am Waldstück „Tolle Juffer“, die dann auf den Flächen der reformierten Kirchengemeinde verteilt wurden.
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Gute Ausbeute: Die Vorschulkinder der Kita Himmelwiese sammelten Eicheln am Waldstück „Tolle Juffer“, die dann auf den Flächen der reformierten Kirchengemeinde verteilt wurden.

Kita Himmelwiese sammelt Eicheln, um sie auf einer kahlen Fläche einzupflanzen.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Wie ein gerupftes Huhn hat der Borkenkäfer das Waldstück der reformierten Kirchengemeinde Tolle Juffer bei Rädereichen hinterlassen. Große Kahlstellen prägen das Bild eines einst prächtigen Fichtenwaldes. Die Kalamitätsschäden ziehen sich auf zehn von 14 Hektar Waldfläche, die die Gemeinde neu aufforsten will. Kein günstiges Unterfangen, sagt Stefan Wende, der als Förster die Gemeinde berät und unterstützt.

Für sechs Hektar Wald ist eine Wiederbepflanzung geplant, die mit einer großen Pflanzaktion vor Weihnachten beginnen soll. 2500 Bäume und Sträucher, darunter Lärchen, Vogelkirschen und Erlen werden für eine Erneuerung des Waldes sorgen. 18.000 Euro muss die Gemeinde dafür zahlen, hauptsächlich finanziert aus Fördermitteln und Spenden. Weitere zwei Hektar des Waldes sollen - kostengünstig, aber deutlich langwieriger - für eine Naturverjüngung sich selbst überlassen werden.

Einen weiteren Beitrag zur Wiederaufforstung leisteten neun fleißige Vorschulkinder der Kita Himmelwiese, dessen Träger die Gemeinde ist. Am frühen Morgen ging es mit Regenjacke, Matschhose und Gummistiefeln in die Tolle Juffer, um in Begleitung von Förster Wende Eicheln zu sammeln und an einer kahlen Stelle auszubringen.

Ehe es an die Arbeit gehen konnte, hatten die Kinder wichtige Fragen zu klären, wie etwa, was überhaupt ein Förster ist. „Ein Förster ist wie ein Bauer, der sich aber nicht um die Felder und Wiesen kümmert, sondern um den Wald“, erklärte Wende.

Tiere verbuddeln einen Vorrat, vergessen aber manche Stelle

„Wir spielen heute Eichhörnchen und Eichelheere. Wisst ihr, was die machen?“ Die Antwort kam prompt: „Eicheln sammeln und eingraben“, sagte ein Junge. „Und warum machen die das?“, fragte Wende. „Um Vorrat für den Winter zu haben“, wusste ein Mädchen. „Richtig, für den eigenen Vorrat buddeln Eichhörnchen einige wieder aus, andere aber vergessen sie in der Erde, aus denen dann große Eichen wachsen.“ Um die Eichhörnchen zu unterstützen, übernahmen die Kinder die Rolle der putzigen Nager.

Das Sammeln und Einbuddeln der Eicheln, verriet Mila (5), „macht sehr viel Spaß.“ Die Arbeit mit Schaufel und Spaten gefiel Joschi (5) besonders gut. Er freute sich auch darauf, in einigen Jahren den „riesigen Baum bis ins Weltall“ zu sehen, der dank seines Zutuns hier wachsen konnte. Die Aussichten dafür stehen gut, meinte Wende. „Ich habe den Kindern gesagt, zwei Eicheln pro Loch einzubuddeln, falls eine nicht keimt.“ In zwei, drei Jahren, sei es möglich, an der Stelle bis zu 1,20 Meter hohe Eichen-Pflänzchen zu sehen. „Günstiger kommt man an Saatgut nicht ran.“

Dass die Kinder mit ins Boot geholt wurden, sagte Kita-Leiterin Sylvia Köster, sei Pfarrer Dieter Jeschke zu verdanken, der anfragte. Gerne sagte Köster zu. „Dank unserer sehr engagierten Eltern konnten wir die Aktion schnell umsetzen. Für unsere Kinder sind Ausflüge immer aufregend. Aber hier in die Pfützen zu springen, herumzumatschen und mit Werkzeugen zu arbeiten, finden sie super“, sagte sie. Hinzu käme der pädagogische Effekt. „Natur, Umwelt und die Bewahrung der Schöpfung sind bei uns immer Thema. Schön, wenn die Kinder in einigen Jahren sehen können, dass hier ein Baum gewachsen ist.“

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