Jubilare schwelgen in Erinnerungen

Die Jubelkonfirmanden mit Pfarrer Klaus-Peter Suder am Sonntag vor der Pauluskirche.
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Die Jubelkonfirmanden mit Pfarrer Klaus-Peter Suder am Sonntag vor der Pauluskirche.

Die Evangelische Kirchengemeinde hatte zu einer Feier ins Gemeindezentrum Lindenberg eingeladen

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Ihre Konfirmationen liegen 50, 60, 70 oder sogar 75 Jahre zurück, und doch sind sie den Jubilaren bis heute in guter Erinnerung geblieben. Am Sonntag hatte die Evangelische Kirchengemeinde alle Konfirmationsjubilare zum Gottesdienst und zu einem anschließenden Essen im Gemeindezentrum Lindenberg eingeladen. 30 der ehemaligen Konfirmanden hatten zugesagt und waren zum Teil mit ihren Ehepartnern der Einladung gefolgt.

Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Türen öffnen im Korridor des Lebens“. Pfarrer Klaus-Peter Suder gab einen Rückblick auf die Ereignisse in den Jahren 1972, 1962, 1952 und 1947 – darunter das Attentat auf die israelische Olympia-Mannschaft 1972 oder die erste Ausgabe der Bildzeitung 1952. „Im Leben öffnen und schließen sich Türen. Aber egal, in welchem Korridor wir uns befinden, Gott steht uns bei“, sagte Suder.

Kurz nach dem Krieg gab es keine große Feier

Jubilar Ralph Herbertz, der vor 50 Jahren konfirmiert wurde, nutzte den Tag, um die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. „Ich habe das Innehalten als ein großes Geschenk empfunden, für das man sich im Leben nicht so oft Zeit nimmt“, sagte der Hückeswagener. Von der Einladung der Kirchengemeinde war Ralph Herbertz überrascht. „Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass schon 50 Jahre vergangen sind“, gab er zu.

Beste Erinnerungen an seine Konfirmation hatte auch Hans-Otto Rauin. Der 89-Jährige konnte seine Kronjuwelenkonfirmation nach 75 Jahren feiern. „Wir hatten damals in einer Baracke in Scheideweg gelebt, nachdem wir in Remscheid ausgebombt wurden“, berichtete er. Zum Konfirmationsgottesdienst am 30. März 1947 war er mit seinen Eltern zu Fuß von Scheideweg zur Pauluskirche gegangen. Eine große Feier habe es nicht gegeben. „Meine Tante hatte aber eine Mokka-Torte gebacken“, wusste er noch genau.

In Erinnerungen schwelgten auch Astrid Gerhardus und Patricia Jantke, die 1972 von Pastor Helmuth Herkenrath konfirmiert wurden. Im Unterricht habe der Pastor mal zu Astrid Gerhardus gesagt: „Wenn du aus dem Fenster gucken willst, dann bringe dein eigenes mit.“ Überhaupt sei der Pfarrer eine „Seele von Mensch“ gewesen, der auch bei der Prüfung der Konfirmanden schon mal ein Auge zugedrückt habe. Dessen Sohn, Peter Herkenrath, befand sich als Goldkonfirmand ebenso unter den Jubiläumsgästen.

Für heitere Momente sorgten alte Fotoalben von der Konfirmation, in denen damals neben zahlreichen, eingeklebten Bildern und Gruppenfotos auch fein säuberlich mit Füller die Geschenke aufgelistet wurden. Darunter viele Dinge für die Aussteuer wie Handtücher, eine Badezimmergarnitur oder Silberbesteck.

Oft wurde aber auch Geld geschenkt, die Mädchen bekamen Schmuckstücke und Parfüm. Patricia Jantke hatte sich unter anderem über einen Radiowecker und Ölfarben samt Malerpalette gefreut.

Vor dem gemeinsamen Mittagessen sprach Pastor Klaus-Peter Suder noch ein kurzes Tischgebet und erzählte eine selbst erlebte Geschichte von einem Kind im Kindergartenalter, das mit großem Staunen einen Regenbogen betrachtete. „Warum nehmen wir uns im Leben so wenig Zeit, die außergewöhnliche Momente zu genießen?“, stellte er eine rhetorische Frage.

Der Tag der Jubelkonfirmation sollte dazu genutzt werden, mit lieben Menschen gemeinsam zu feiern. „Hier soll das Miteinander Platz haben“, betonte Suder im Gemeindezentrum Lindenberg.

Hintergrund

Zur Feier der evangelischen Kirchengemeinde angemeldet hatten sich zwölf Gold-, fünf Diamanten-, zwölf Eiserne- und ein Kronjuwelen-Konfirmand. Sie waren nach dem Gottesdienst mit Partner oder Partnerin ins Gemeindezentrum am Lindenberg eingeladen. Das Team des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde mit Elvira Persian, Brigitte de Buhr und Birgit Engels hatte die Feier vorbereitet, liebevoll gestaltet und die Tische herbstlich gedeckt. „Wir werden uns alle Mühe geben, es unseren Jubelkonfirmanden so schön wie eben möglich zu machen“, hatte Birgit Engels im Vorfeld der Feier angekündigt.

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