Wirtschaft

 Jenkner zieht von Wipperfürth nach West 3

Besprechung auf der Baustelle in West 3 (v. l.): Dieter Klewinghaus, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft HEG, Thomas und Nic Jenkner sowie Planer Gerold Dierke.
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Besprechung auf der Baustelle in West 3 (v. l.): Dieter Klewinghaus, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft HEG, Thomas und Nic Jenkner sowie Planer Gerold Dierke.

Bauarbeiten am Grundstück im neuen Gewerbegebiet haben begonnen. Bereits 90 Prozent der Flächen sind reserviert.

Von Stephan Büllesbach

Es tut sich wieder etwas im neuen Gewerbegebiet West 3 im Dreieck Kammerforsterhöhe / Heidt / Junkernbusch. Mit der Wipperfürther Firma Jenkner baut dort demnächst das zweite Unternehmen, nachdem die Wuppertaler Autolackiererei GP Karosserie & Lack im Mai mit der Errichtung ihres nächsten Standorts begonnen hatte.

Die Vermarktung der – je nach Größe – 30 bis 35 Grundstücke des zirka 110.000 Quadratmeter großen Gewerbegebiets bezeichnet Dieter Klewinghaus, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft HEG, jedoch als „durchwachsen“. Zwar seien 90 Prozent reserviert, „wir erhalten aber immer wieder Absagen“, erzählt er. Viele Verantwortliche in den Unternehmen ist die aktuelle Konjunktursituation zu unsicher oder können sich die Kostensteigerungen auf dem Energie- und Baumittelsektor schlichtweg nicht leisten. „Wir bekommen aber auch weiterhin Anfragen“, versichert Klewinghaus.

Für die Jenkner GmbH ist das offenbar kein Thema, im Gegenteil: Das Unternehmen, das unter anderem Türsysteme aus Aluminium mit Altholz-Oberflächen und Fenster in kleinen Serien produziert, hat an seinem jetzigen Standort in Wipperfürth keine Möglichkeit zu expandieren, da die 500 Quadratmeter große Halle zudem gemietet ist. Auch ist in der Hansestadt aktuell kein geeignetes Grundstück zu finden, wie Geschäftsführer Thomas Jenkner sagt.

In West 3 sind er und Sohn Nic nun fündig geworden – hier entsteht eine Halle, die zweieinhalb Mal so groß ist wie die jetzige. Vor wenigen Tagen haben die Erdarbeiten auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück begonnen: Die L-Steine zum Absichern der Böschung sind bereits gesetzt, die Bagger stehen parat, und die Fläche wird eingemessen. In Kürze soll die Bodenplatte gegossen werden.

Der Start des Hallenaufbaus ist für den 9. Januar 2023 vorgesehen, wobei Vater und Sohn auf Nachhaltigkeit setzen. Die Konstruktion aus Altholz wird nach dem KfW55-Standard errichtet – ein solches sogenanntes Effizienzhaus 55 benötigt nur 55 Prozent der Energie eines konventionellen Neubaus und gilt daher als besonders umweltfreundlich. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert, was bei den Neubauten in West 3 ohnehin der von der HEG geforderte Standard ist. Und für die Wärme soll eine Pelletheizung sorgen.

Die Fenster und Türen produziert Jenkner selbst. „Das Aluminium dafür ist zu 93 Prozent recycelt“, sagt Nic Jenkner. Die Firma arbeitet dafür mit einem Langenfelder Unternehmen zusammen, das alte Fenstersysteme in seine Einzelteile zerlegt und das Aluminium schreddert, aus dem später neue Aluminiumprofile werden. Diese sind auch in den Produkten eingebaut, die Jenkner innerhalb Deutschlands und dem europäischen Ausland verkauft.

Gut sieben Wochen werden die Arbeiten an der 1250 Quadratmeter großen Halle voraussichtlich dauern, der Umzug von Klingsiepen nach West 3 ist für April vorgesehen.

Mit umziehen wird dann auch der Jenkner-Showroom von der Lüdenscheider Straße. „Wir wollen unsere Produkte künftige hier an unserem Standort präsentieren“, erläutert Thomas Jenkner.

Insgesamt hat die HEG bereits fünf Grundstücke verkauft, die drei übrigen sind für Schmidt Edelstahl von der Heinrich-Schicht-Straße in West 2, eine örtliche Installationsfirma und einen anderer Hückeswagener Betrieb, der hier eine Lagerhalle errichten will, vorgesehen. Bei den renovierten Grundstücken wartet die HEG darauf, dass der Kreis den Bauantrag genehmigt hat. Dann erst geht’s gemeinsam zum Notar. Der Grund: 2019 musste für das letzte Grundstück im großen Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg ein Verkauf rückabgewickelt werden, weil der Kreis den Bauantrag eben nicht genehmigt hatte. Das soll der Stadtentwicklungsgesellschaft nicht noch einmal passieren.

Angesichts der aktuellen schwierigen Lage erhalten Klewinghaus und sein Team immer wieder Anfragen der Interessenten, ob die Reservierung auch verlängert werden könnte.

Auch wenn es in diesem Jahr eine ganze Reihe an Absagen gegeben hat, ist die Nachfrage nach Grundstücken in West 3 laut dem HEG-Geschäftsführer weiterhin groß. Die meisten Grundstücke sind 4000 bis 5000 Quadratmeter groß, einige auch 2500 bis 3000 Quadratmeter.

Ein Interessent hat sich dagegen gleich 25.000 Quadratmeter und damit fast ein Viertel der Gesamtfläche reservieren lassen. Das ist ein Unternehmen, das hier eine Kommissionierung, Konfektionierung und den Versand unterbringen möchte. „Wenn das tatsächlich in West 3 bauen würde, würde es 70 bis 80 Arbeitsplätze mitbringen“, betont Klewinghaus.

Jenker GmbH

Historie: Die Jenkner GmbH wurde 1968 von Oswald Jenkner in Radevormwald gegründet. 2000 übernahm Thomas Jenkner das Unternehmen, seit 2005 wird im Wipperfürther Gewerbegebiet Klingsiepen an der B 506 produziert.

Produkte: Das Unternehmen hat sich auf Bauelemente jeglicher Art spezialisiert, vor zehn Jahren wurde zudem in Klingsiepen die Produktion von Aluminium-Haustüren begonnen. Zudem hat Jenkner hochwertige Massivaltholztüren im Portfolio.

Auszeichnungen: Für ihre Aluminiumhaustür mit Altholz gewann das Unternehmen 2018 den Red Dot Award und 2020 den German Design Award 2020.

www.altholztür.de

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