Zirkusprojekt

Inklusive Artisten zeigen ihr Können

Selbst mit einer Bierbank jonglierten die Künstler des „Zirkus Vielfalt“. Foto: Doro Siewert
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Selbst mit einer Bierbank jonglierten die Künstler des „Zirkus Vielfalt“.

Für die Aufführung des Zirkusprojekts von „Lebendige Inklusion“ gab es viel Beifall.

Von Bernd Büllesbach

Vorhang auf für ein Zirkusprojekt der besonderen Art. Auf dem Wilhelmplatz hatte der Verein „Lebendige Inklusion“ am Donnerstag zu einer Aufführung eingeladen. Seit Januar probten die Künstler mit den Zirkuspädagogen Benjamin Bothe und Karsten Söhnchen. Auch mit Teilnehmern von Mittendrin e.V., Rade integrativ und der Remscheider Freitagsgruppe wurde für dieses Projekt gearbeitet.

„Bei der Generalprobe am Mittwoch ging noch einiges schief“, gestand Ingo Müllers-Steins, Vorsitzender von Lebendige Inklusion e. V. „Man merkte den Künstlern doch eine gewisse Anspannung an und bis zur letzten Minute haben wir noch um die Zuschüsse von 3800 Euro aus der „Aktion Mensch“ gezittert, die aber dann doch rechtzeitig eintrafen“. In dem Projekt erarbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam mit den zwei Zirkuspädagogen ein Programm aus Zirkuskunststücken: Clownerie, Zauberei, Theater, Musik und Tanz.

Artisten beweisen Mut, Koordination und Humor

Das Publikum bildete bei herrlichem Wetter einen großen Halbkreis um die Veranstaltungsfläche und wartete auf die Aufführungen. Angekündigt von Moderator Ras Meier und alle in grüne T-Shirts gekleidet, liefen die Künstler auf die Veranstaltungsfläche und begrüßten das Publikum. „Wir sind der Zirkus Vielfalt“, riefen die Teilnehmer im Chor.

Die Gruppe „Las Diabolos“ bot eine farbenprächtige Show mit gleichnamigen Jonglage-Spielzeugen. Da machte es auch nichts aus, wenn mal etwas nicht gelang. Eine Clownerie von dem verlorenen Kaugummi brachte einige Lacher. Kaugummi verloren, jemand tritt drauf, macht ihn vom Schuh lose, reicht den Kaugummi dem Verlierer und der steckt ihn wieder in den Mund. Diese Scharade überzeugte durch starke mimische Ausdrucksfähigkeit. Bei der Tellerjonglage zeigten André und Michael motorisches Geschick. André jonglierte mit vier Tellern gleichzeitig. Der große Applaus der inzwischen angewachsenen Menschenmenge machte André sichtlich stolz. Ein Balance-Akt samt Kniebeuge auf einem Stahlseil mit Kniebeuge bewies Mut und Koordinationsfähigkeit. An der Hand von Müllers-Steins gelang dies sogar zweimal. Dann Spannung pur: Merlin und Matthias bei der Fakir-Vorführung. Müllers-Steins überzeugte das Publikum von der Schärfe der Glasscherben, indem er einen Luftballon zum Platzen brachte. Merlin wagte sich dann, barfuß auf die Glasscherben zu treten und Matthias legte sich sogar bäuchlings darauf.

Der angekündigte „Tanz auf dem Riesenei“ war ein Balanceakt auf einem großen Ball. Als Höhepunkt folgte eine Feuerjonglage mit den Zirkuspädagogen und zwei Wagemutigen. Sie bliesen Pulver in die brennende Fackel und lösten so eine Explosion aus.

VEREIN

UN Der Verein Lebendige Inklusion in Niederlangenberg will die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention im Miteinander mit behinderten Menschen so umfassend wie möglich umsetzen. Es soll das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen völlig neu reflektiert werden. Die Bereitschaft zur persönlichen Veränderung und der stetige Wandel gehören zum Wesen des Vereins.

Der Respekt vor dem Feuer war den Artisten schon anzumerken. Nach einer kurzen Umbauphase stellten sich die 20 Teilnehmer zu einer menschlichen Pyramide auf und „Bravo-Rufe“ und großer Applaus beendete die erste Vorstellung an diesem Tag. „Inklusion bedeutet Aktion“, resümiert Ingo Müller-Steins.

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