Fitnessstudio

Injoy ist nun größer und moderner

Studioleiter Jörg Pramor, hier im neu gestalteten Trainingsbereich, blickt wieder optimistisch in die Zukunft.
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Studioleiter Jörg Pramor, hier im neu gestalteten Trainingsbereich, blickt wieder optimistisch in die Zukunft.

Im Fitnessstudio an der Schlossfabrik hat sich ein Jahr nach dem Hochwasser viel getan.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Wie verheerend das Hochwasser im Juli 2021 war, macht der Blick in den ebenerdigen Kursraum des Fitnessstudios Injoy deutlich. Die Wände sind immer noch nicht getrocknet, deshalb laufen hinter einer Plane mehrere Hochleistungstrockner. Das Equipment für die Trockenlegung war monatelang nicht verfügbar. „In das vom Hochwasser noch stärker betroffenem Ahrtal ist das Material zuerst gegangen“, vermutet Injoy-Betreiber Jörg Pramor. Mittlerweile blickt er aber optimistisch in die Zukunft, denn die Arbeiten gehen voran – Schritt für Schritt.

Der gepflasterte Parkplatz vor dem Injoy wurde beispielsweise erst vor kurzem mit Kies verfüllt. Auf zwei große Fenster im Untergeschoss wartet Pramor noch immer. „Sie sind angekündigt, aber es gibt globale Lieferschwierigkeiten“, erklärt er. Daher gebe es immer noch Stellen am Gebäude, an denen es reinregnet.

Die Fitnessstudio-Besucher merken davon kaum etwas. Schon zwei Wochen nach dem Hochwasser konnten sie wieder im Injoy trainieren, wenn auch mit Einschränkungen. „Wir konnten 65 Prozent des Angebots weiterfahren“, erinnert sich Pramor.

Am Tag nach der Flut bot das Fitnessstudio ein Bild des Grauens: Fensterscheiben waren zerbrochen, Böden weggeschwemmt – alle 40 Fitness-Großgeräte im Untergeschoss waren von einer Schlammschicht überzogen. Das Hochwasser der Wupper hatte alles mitgerissen, was nicht niet- und nagelfest war. Jörg Pramor stand unter Schock: Gerade war das Training nach der Corona-Krise wieder angelaufen, nun folgte die nächste Katas­trophe. „Wir haben gedacht, es könnte nicht schlimmer kommen“, sagte er damals. Hilfe bekam er dann etwa von den Fußballern des SC Heide: Die halbe Mannschaft packte im Injoy mit an, riss Böden raus, räumte Geräte weg und entfernte den Schlamm.

Man habe das Studiokomplett neu gedacht

Die Katastrophe hat der internationale Sports- und Wellnessclub zum Anlass genommen, die Trainingsflächen auszuweiten und zu verschönern. Neue Geräte wurden angeschafft, Räume vergrößert und Wände neugestaltet. „Wir hatten dadurch die Möglichkeit, das Studio komplett neu zu denken und haben viel Lob von unseren Kunden für die Neugestaltung erhalten, was sich auch im positiven Neukundengeschäft widerspiegelt“, sagt Pramor.

Finanziell ist es ein Kraftakt, denn die Versicherungen reagieren nur zeitverzögert. Auf sogenannte Billigkeitsleistungen (Leistungen, die erbracht werden, obwohl keine rechtliche Verpflichtung besteht) wartet das Injoy bis heute. Dabei war der Schaden nach dem Starkregen enorm: Ein Drittel der Geräte hat die Naturkatastrophe nicht überstanden und musste entsorgt, Stromleitungen, Verteilerkästen und die Heizungsanlage erneuert werden. Hierbei sorgten nicht nur die Lieferschwierigkeiten für Verzögerungen, auch waren Handwerker schwer zu bekommen. Doch die Injoy-Mitglieder waren geduldig. Einige hätten das Studio gewechselt, andere hingegen ihre Kündigungen zurückgenommen, berichtet Pramor. „Es gab auch viele Solidaritäts-Abos“, zeigt sich der Fitnesstrainer dankbar.

Jörg Pramor, dessen Privatwohnung in Wipperfürth ebenso vom Hochwasser betroffen war, wird die Bilder dieser Nacht nicht mehr vergessen. „Man hat schon ein kleines Trauma entwickelt“, gibt er zu. „Wenn Starkregen angekündigt ist, geht es mir nicht gut.“ Seine Ehefrau kann die Bilder von der Katastrophe im Juli 2021 bis heute nicht ansehen. Der Studio-Betreiber geht davon aus, dass der untere Kursraum, in dem bisher noch die Trockner laufen, Ende August neu gestaltet sein wird. Einige Angebote hat das Injoy aus dem Programm genommen, dafür Neues eingeführt, wie Trainingsprogramme zur Stärkung des Immunsystems und der Stresskompetenz. „Das gab es vor Corona nicht“, erklärt Pramor.

Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen haben zu einem Zulauf an Mitgliedern und der Einstellung von drei neuen Mitarbeitern beigetragen. Die Geräte bleiben aber weiter auf Abstand stehen, damit sich Trainer als auch Mitglieder im Studio an der Schlossfabrik wohl und sicher fühlen können.

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