Tradition

In Buchholz spukt es wieder unheimlich

Piraten gehören bei der Familie Buss zu Halloween dazu, und das Fass entdeckte der Hausherr beim Trödelmarkt im „Overland“ in Herweg.
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Piraten gehören bei der Familie Buss zu Halloween dazu, und das Fass entdeckte der Hausherr beim Trödelmarkt im „Overland“ in Herweg.

Im Vorgarten von Martin Buss entsteht jedes Jahr zu Halloween eine abwechslungsreiche Horrorlandschaft

Von Wolfgang Weitzdörfer

Halloween ist in den USA ein absoluter Pflichttermin. Auch hierzulande erfreuen sich Geister, Hexen und Dämonen am Vorabend von Allerheiligen immer größerer Beliebtheit. Von einer flächendeckenden Geister-Invasion ist die Schloss-Stadt allerdings noch weit entfernt. Es sei denn, man begibt sich auf den Weg in Richtung Radevormwald und biegt rechts in die Hofschaft Buchholz ab. Dort wohnt Martin Buss mit seiner Familie – und seit fünf Jahren verwandelt der Hückeswagener seinen Vorgarten in eine abwechslungsreiche Grusellandschaft.

Unterstützung hat er dabei wieder von seiner Nachbarin Emmi bekommen. Die Zwölfjährige hat zudem ihre kleine Schwester Hanna (6) mitgebracht. „Die beiden sind eine große Hilfe, gerade was das Design des Gruselgartens angeht“, sagt der Hückeswagener schmunzelnd.

Gerade kommen Hanna und Emmi mit großen Kürbissen auf dem Arm in den bereits dunklen Garten spaziert. Von den zahlreichen Skeletten, die halb im Grab liegen oder an einem Baum baumeln, sind die beiden nicht beeindruckt. „Wir gruseln uns gerne“, versichert die Jüngere. Emmi erklärt: „Wir haben beim Aufbauen der Hexen geholfen und auch sonst beim Aufstellen der Gruselfiguren.“ In die Kürbisse haben die beiden gerade noch Augen und einen grinsenden Mund geschnitzt. „Wow“, sagt Martin Buss anerkennend. „Wollt Ihr die hier hinten dazustellen? Ich höre immer erst auf mit dem Dekorieren, wenn ich nichts mehr habe“, sagt er lachend.

Martin Buss hat beim Aufbau der Gruseldeko Hilfe von den Schwestern Hanna (l.) und Emmi bekommen.

Im Vorjahr hatte er sich dem Thema „Fluch der Karibik“ gewidmet. Captain Jack Sparrow grinste in Knochenmann-Optik von einem Krähennest, das Buss gebaut hatte. Auch dieses Mal gibt‘s Piraten im Vorgarten. „Ich habe ein tolles, altes Fass bei einem Trödel im ehemaligen ,Overland‘ in Herweg gefunden“, erzählt Buss. Die Töchter der verstorbenen Eigentümer würden so nach und nach die Gegenstände aus dem Nachlass veräußern, das nächste Mal im November. Neben dem Fass ist eine geöffnete Truhe, an der ein weiterer Knochen-Pirat kniet. „Ein bisschen goldene Rettungsfolie aus dem Verbandskasten, etwas Licht – und fertig ist der Goldschatz“, erläutert der Halloween-Fan.

Die dreigeteilte Grusellandschaft – neben dem Piratenschatz sind noch ein Hexenkessel samt Totenkopf-Hexe und eine Friedhofslandschaft aufgebaut – entfaltet erst bei Dunkelheit ihre volle Wirkung. „Am schwierigsten war es, die Hexe aufzuhängen, aber jetzt hängt sie schön oberhalb des Kessels“, sagt Buss. Ihre Augen leuchten dämonisch, und der Kessel schimmert bunt, als blubbere dort ein gar teuflisches Gebräu entgegen. „Ich nehme natürlich keinen Kredit auf für die Beleuchtung, aber die meisten der Lämpchen sind zum einen ohnehin LED-Birnen oder werden mit Batterien betrieben“, sagt Buss im Hinblick auf die hohen Strompreise.

Wieder mit dabei ist auch Rüdiger. „Das ist das Skelett, mit dem 2017 alles angefangen hat“, sagt der Mittfünfziger. Rüdiger sei Teil zweier halber Skelette gewesen, die er vor fünf Jahren im Garten vergraben habe. Jetzt liegt Rüdiger in einem Sarg, aus dem er sich auch erheben kann. Per Bewegungsmelder kann sich der Knochenmann aus der Horizontalen bewegen und die Besucher begrüßen.

Nebenan steht eine Nonne, ein Kruzifix in der Hand – und nur das bleiche Knochengesicht zeigt, dass sie schon bessere Tage erlebt hat. Martin Buss ist schon zufrieden, auch wenn er noch Potenzial zur Weiterentwicklung sieht. „Mir fehlt noch eine Nebelmaschine, aber die sind einfach sehr teuer. Vielleicht informiere ich mich mal über Trockeneis und was man damit anstellen kann“, sagt er.

Die Grusellandschaft wird über Halloween noch bis Anfang November hinein im Garten der Familie Buss stehenbleiben. „Dann wird alles wieder abgebaut, es passt tatsächlich in die kleine Gartenlaube nebenan. Es ist ein Vorteil, wenn man als Jugendliche viel Tetris gespielt hat, denn dann weiß man einfach, wie die Sachen am besten da reingestapelt werden können“, sagt der Hückeswagener.

Im Vorjahr habe er zu Halloween die Nachbarn zu einer kleinen Gruselparty eingeladen. „Mal sehen, was wir dieses Jahr machen. Wir wollen mit unserer Tochter aber auf jeden Fall an Halloween in den Movie-Park fahren“, sagt er.

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