Kulturszene

Im Kultur-Haus Zach geht der Blick nach vorn

Der Auftritt von „Lehrerkind“ Bastian Bielendorfer im Januar 2022 war einer der Höhepunkte im Veranstaltungsjahr des Kultur-Hauses Zach. Da war er noch nicht bundesweit bekannt wie nach „Let’s dance“.
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Der Auftritt von „Lehrerkind“ Bastian Bielendorfer im Januar 2022 war einer der Höhepunkte im Veranstaltungsjahr des Kultur-Hauses Zach. Da war er noch nicht bundesweit bekannt wie nach „Let’s dance“.

Stefan Noppenberger vom Trägerverein Zach zieht ein gemischtes Fazit zum Corona-Jahr 2022.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Für die Kulturszene, ob groß oder eher klein, waren die vergangenen drei Jahre eine immense Belastung. Und während sich die großen Künstler und Veranstaltungsorte relativ problemlos erholen werden, kann es durchaus sein, dass der eine oder andere kleinere Künstler das kreative Handtuch wird werfen müssen. Und auch kleinere Spielhäuser sehen sich trotz staatlicher Hilfen vor schwierigen Zeiten. So auch das Kultur-Haus Zach in der Schloss-Stadt – das vielleicht wirklich Glück hatte, dass es als Verein geführt wird und nicht auf große Gewinne angewiesen ist, da alle Helfer auf ehrenamtlicher Basis arbeiten.

„Für uns war das vergangene Jahr durchaus durchwachsen“, gesteht Stefan Noppenberger vom Vorstand. „Obwohl wir grundsätzlich nicht zu unzufrieden sein müssen, da es immerhin keine Lockdowns gab und wir das geplante Programm weitgehend absolvieren konnten.“ Wobei dieser Krug auch am Kultur-Haus Zach nicht vorübergegangen ist. „Absagen sind nie gut. Sie bedeuten Verluste, zusätzlichen Aufwand – und enttäuschte Gäste“, betont Noppenberger. Allerdings seien von den mehr als 100 Veranstaltungen 2022 nur einzelne ausgefallen. „Wir haben Kontakt zu einigen anderen Spielhäusern in der Region, da gab es teils bedeutend höhere Ausfallquoten“, sagt er. Das mag auch daran gelegen haben, dass Künstler und Veranstalter ihre Shows auch mit wenigen Zuschauern auf die Bühne gebracht haben. „Es gab tatsächlich immer noch eine deutliche Zurückhaltung beim Ticketkauf. Und für unsere Planung war auch nicht gerade hilfreich, dass sehr viele Besucher ihre Tickets erst kurz vor der Veranstaltung gekauft haben“, sagt Noppenberger.

Stefan Noppenberger vom Trägerverein.

Planung ist ein gutes Stichwort. „Das Programm zu planen, war auch schwieriger, weil einige Künstler, die wir buchen wollten, erst im Laufe des Jahres wieder mit ihren Auftritten begonnen haben“, berichtet er. Teilweise seien auch ganze Konzerttourneen abgesagt oder verschoben worden.

„Und nicht zuletzt haben wir auch mit den allgemeinen Preissteigerungen zu kämpfen. Wie für alle anderen Menschen gilt das auch für Vereine“, versichert Noppenberger. Allerdings habe man zum Glück bislang auf Preisanpassungen bei den Tickets und den Veranstaltungen verzichten können.

Dennoch habe es im vergangenen Jahr auch einige echte Höhepunkte gegeben, betont Noppenberger. „Der erste war direkt im Januar, als Bastian Bielendorfer wieder in Hückeswagen war. Hier sind wir von den räumlichen Kapazitäten an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Noppenberger. Daher war der mittlerweile durch seinen Auftritt in der RTL-Tanzshow „Let’s dance“ sehr bekannte Comedian, der seine Anfänge als „Lehrerkind“ auch in der Schloss-Stadt gefeiert hat, ins ungleich größere Forum umgezogen und legte dort einen vielbejubelten Auftritt vor mehr als 200 Zuschauern hin.

„Weitere Höhepunkte waren die beiden Konzerte mit Winnie Boldt, das Weihnachtskonzert mit Claudia Hirschfeld und die wieder ausverkaufte Magic-Show mit Mellow“, listet Noppenberger auf.

Aber der Jahresanfang ist auch der Zeitpunkt, um nach vorne zu blicken. „Natürlich steht das Programm weitgehend, aktuell sind 80 Veranstaltungen fest geplant“, berichtet Noppenberger. „Wir haben Künstler, die schon öfter bei uns gespielt haben, etwa ‚Just Cash‘, die Johnny-Cash-Tribute-Band, Farfarello, die Comedienne Panagiota Petridou oder Winnie Boldt.“ Erstmals wird der Magier Lars Ruth nach Hückeswagen kommen. Dazu wird es auch wieder die Veranstaltungsreihen mit Kindertheater, dem Kino für Kinder und Senioren sowie den Multivisions-Shows geben.

Noppenberger hat aber auch einige Wünsche für das Kultur-Haus Zach. „Auf der einen Seite hoffe ich natürlich, dass unsere Veranstaltungen wieder auf Vor-Pandemie-Niveau besucht werden. Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass wir neue Vereinsmitglieder bekommen, damit sich die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen“, sagt er. Damit spielt Noppenberger nicht nur auf die Gestaltung des Programms an, sondern auch auf die Umbauarbeiten oder das Catering bei den Veranstaltungen. „Wir brauchen außerdem einen neuen Kassierer, da unsere langjährige Kassiererin aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten möchte“, sagt Noppenberger.

Einen weiteren Wunsch hat er konkret für das Publikum: „Ich hoffe, dass unsere Besucher wieder viele schöne Momente bei uns erleben können.“ Das dürfte das geringste Problem sein.

Hintergrund

Das erste Konzert im neuen Jahr im Kultur-Haus Zach in Hückeswagen findet am kommenden Freitag, 6. Januar, statt. Ab 20.30 Uhr spielen Benedikt Anhalt und Jens Olaf Mayland, Schlagzeuger und Gitarrist der Johnny-Cash-Tribute-Band „Just Cash“, im oberen Island. Irish Folk gibt es mit „Fragile Matt“ am Samstag, 7. Januar, ab 20 Uhr – ein traditioneller Jahresauftakt im Kultur-Haus Zach.

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