Ehrung

Hückeswagener schließt mit Traumnote ab

Eugenio Martorana (21) hat bei der IHK mit Bestnote abgeschnitten. Er arbeitet nach seiner Ausbildung bei OBI in Remscheid als Projektverkäufer.
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Eugenio Martorana (21) hat bei der IHK mit Bestnote abgeschnitten. Er arbeitet nach seiner Ausbildung bei OBI in Remscheid als Projektverkäufer.

Einzelhandelskaufmann Eugenio Martorana (21) wird von der Bergischen IHK geehrt.

Von Heike Karsten

Wer im eigenen Heim Fliesen verlegen möchte, ist bei Eugenio Martorana an der besten Adresse. Der 21-Jährige kann den Bedarf für die jeweilige Fläche exakt errechnen – natürlich mit Verschnitt. Auch über das benötigte Zubehör und spezielle Besonderheiten beim Verlegen gibt er Auskunft. Der 21-Jährige ist Projektverkäufer bei der Baumarktkette Obi in Remscheid. „Ich arbeite in der Fliesenabteilung und berate die Kunden von A bis Z“, sagt der Hückeswagener.

Im Sommer hat er seine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel mit der Note „sehr gut“ beendet und wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Damit zählt er zu den 155 Auszubildenden von insgesamt 2500 Prüfungsteilnehmern aus dem Städtedreieck Wuppertal, Solingen und Remscheid, die ihre Abschlussprüfung bei der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) im Winter 2021/2022 und Sommer 2022 mit der Traumnote abgeschlossen haben.

IHK-Vizepräsidentin Katrin Becker zeichnete die Prüfungsbesten Anfang September im Solinger Kino „Das Lumen“ aus. Sie lobte vor allem den Fleiß, den Ehrgeiz, die Ausdauer und die unermüdliche Arbeit der Top-Azubis und dankte den Vertretern der 106 Ausbildungsbetriebe und 19 Berufskollegs.

Auf die Abschlussprüfung hatte sich Eugenio Martorana, der 94 von 100 möglichen Punkten erreichte, gut vorbereitet. „Ich hatte vor der schriftlichen Prüfung zwei Wochen Urlaub und die Chance genutzt, noch einmal alles zu wiederholen“, sagt der Einzelhandelskaufmann. Die Abschlussprüfung beinhaltet Themen wie „Verkauf und Werbemaßnahmen“, „Warenwirtschaft und Kalkulation“, Wirtschafts- und Sozialkunde“, aber auch „Geschäftsprozesse im Einzelhandel“ und ein Fachgespräch in der Wahlqualifikation zählen dazu.

Der Weg zum Berufseinstieg war lang. Nach der Fachoberschulreife an der Hückeswagener Montanusschule wechselte Eugenio Martorana zum Berufskolleg Wipperfürth, wo er in zwei Jahren das Fachabitur erlangte. Etwa 30 Online-Bewerbungen hatte er auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz abgeschickt – zunächst als Industriekaufmann.

„Nach den ersten Absagen habe ich mir Gedanken gemacht und mich im Einzelhandel beworben“, berichtet der 21-Jährige. An die Einladung zum Einstellungstest bei Obi erinnert er sich noch gut. „Der Auswahltag ging von morgens bis nachmittags mit Gruppenarbeit, Tests und separaten Gesprächen.“ Die Zusage für den Ausbildungsplatz erhielt er noch am selben Tag. Der Beruf macht dem Hückeswagener viel Freude. „Die Arbeit ist abwechslungsreich, ich bin immer in Bewegung und mit Menschen in Kontakt“, sagt er und zählt die Vorteile auf. Während der dreijährigen Ausbildung konnte Eugenio Martorana schon viele Obi-Kunden beraten. Ein weiterer Vorteil bei seiner Arbeit ist, dass der ehemalige Auszubildende durch die italienischen Wurzeln seiner Eltern zweisprachig aufgewachsen ist. Somit wurde er schon öfter als Übersetzer zu Beratungsgesprächen dazu geholt.

Viel Zeit für Freizeitaktivitäten blieben dem 21-Jährigen während seiner Ausbildung nicht. Das Fußballspielen im Verein (früher FC Hückeswagen 04, RSV 09 und Tuspo Dahlhausen) hat er komplett an den Nagel gehängt. Zweieinhalb Stunden gehen täglich für den Hin- und Rückweg zur Arbeit nach Remscheid mit Bus und Bahn verloren. „Ich arbeite im Schichtdienst von 8 bis 16.30 Uhr und von 11.30 bis 20 Uhr“, berichtet der Berufseinsteiger. Auch an den Samstagen wird im Baumarkt gearbeitet.

Jetzt, nachdem die Prüfung geschafft und die Arbeitsstelle sicher ist, möchte der Hückeswagener den Führerschein in Angriff nehmen und für ein eigenes Auto sparen. Seine Eltern Rosa und Giuseppe Martorana sind mächtig stolz auf ihren Sohn: „Er hat sich sehr gut entwickelt und wir sind zuversichtlich, dass er seinen Weg finden wird.“

Als besonders erfolgreicher Teilnehmer der Abschlussprüfungen erhält Eugenio Martorana die Möglichkeit einer Begabtenförderung für die weitere berufliche Bildung. Die Förderung möchte der 21-Jährige gerne in Anspruch nehmen. Ihm schwebt ein BWL-Studium oder auch ein interner Aufstieg im Unternehmen vor.

Jetzt gilt es erst einmal, Berufserfahrung zu sammeln

In den kommenden ein bis zwei Jahren möchte der Hückeswagener jedoch erst einmal Berufserfahrung für die weitere Karriere sammeln. Die Eltern unterstützen die Zielstrebigkeit ihres Sohnes. „Um seine berufliche Zukunft machen wir uns keine Sorgen. Wir sind froh, dass er diesen Weg gegangen ist“, betont Giuseppe Martorana.

Förderungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Berufserfahrene mit zwei Förderprogrammen, dem Weiterbildungsstipendium und dem Aufstiegsstipendium. Das Weiterbildungsstipendium richtet sich an Absolventen beruflicher Ausbildungen. Das Aufstiegsstipendium soll ein zusätzlicher Anreiz sein, ein Studium aufzunehmen.

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