70. Geburtstag

Hückeswagener lebt drei Leben in einem

Albrecht Nunn wird am Montag, den 30. Mai 70 Jahre alt. Der ehemalige Vorsitzende vom 3-Städte-Depot und Mitgründer des Vereins für Industriegeschichte sitzt am Morgen gerne an seinem Lieblingsplatz im eigenen Garten.
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Albrecht Nunn wird am Montag, den 30. Mai 70 Jahre alt. Der ehemalige Vorsitzende vom 3-Städte-Depot und Mitgründer des Vereins für Industriegeschichte sitzt am Morgen gerne an seinem Lieblingsplatz im eigenen Garten.

Am Montag wird Albrecht Nunn 70 Jahre alt. Er blickt auf ein ereignisreiches Leben zurück.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Wenn man Albrecht Nunn begegnet, sieht man sich einem rundum zufrieden wirkenden Menschen gegenüber. „Ich würde nichts in meinem Leben anders machen“, sagt er. Am Montag feiert er seinen 70. Geburtstag – und erzählt aus einem Leben, das eigentlich dreigeteilt ist.

Dass er im Bergischen gelandet ist, ist Zufall, denn geboren wurde er am 30. Mai 1952 in Volkach an der Mainschleife – im Landkreis Kitzingen in Unterfranken. Beim Blick auf die Kindheit wird klar, dass sowohl der Gedanke der Ökologie als auch für handwerkliches Geschick Nunn sein weiteres Leben begleiten werden. „Meine Eltern waren Winzer, als mein Vater starb, als ich erst elf Jahre alt war, mussten meine sechs Geschwister und ich im Weinberg mithelfen“, sagt er. Neben dem Wein gab es auf dem elterlichen Hof Obst und Gemüse. Nunn: „Damit waren wir wirklich gesegnet. Wir hatten zwar nicht viel, aber wir waren glücklich.“

Eigentlich habe er dann ein Handwerk erlernen wollen, sein erster beruflicher Weg habe ihn aber mit 14 Jahren auf die Maschinenbauschule in Würzburg geführt. „Danach habe ich einige Jahre als Lehrling gearbeitet, danach die Ausbildung zum Techniker in Schweinfurt gemacht. Damit hätte ich überall arbeiten können, bin aber mit meiner Frau nach Köln zum Maschinenbau-Studium gegangen“, sagt er. Die Zeit im Rheinland habe das junge Paar sehr genossen. „Es war unglaublich schön. Mit 28 Jahren war ich mit dem Studium fertig – und hätte wiederum überall arbeiten können, da Maschinenbauer gesucht waren“, sagt Nunn.

Entschieden habe er sich für die Remscheider Firma Vaillant. „Weil die schon damals Anfang der 1980er Jahre aktiv in der Forschung und Entwicklung von Wärmepumpen waren.“ Die Technologie, die heute zum ökologischen Standard in privaten wie gewerblichen Häusern gehört, war damals noch neu.

Nunn bezeichnet seine ersten Jahre bei Vaillant als „Universalausbildung, die man sich als Jungingenieur nicht schöner hätte wünschen können“. Von dieser Grundlagenforschung profitiere Vaillant noch heute.

1981 lebt das junge Ehepaar Nunn in Remscheid, bald kommt das erste der drei Kinder. In Hückeswagen habe er damals ein Haus an der Kölner Straße günstig gekauft. „Als unser Sohn geboren war, haben wir uns nach einer neuen Wohnung umgesehen – und dann überlegt, das Haus herzurichten und dort einzuziehen“, sagt er. Seit 1983 lebt er mit seiner Frau in der Schloss-Stadt, zwei weitere Kinder sollten folgen.

Hier liegt auch das zweite der drei Leben. „Die Familie war und ist mein zweites Standbein. Die Familie und das Privatleben – mit Garten. Den grünen Daumen habe ich aus meiner Kindheit im Weinberg“, sagt Nunn.

Das dritte Leben umfasst Kontakte zu seinen Mitmenschen. „Ich habe schon früh den Kontakt zur Kolpingsfamilie gesucht, war im Vorstand mit Marc von der Neyen aktiv und habe die Kolpingjugend mit aufgebaut“, sagt er. Beruflich treibt es ihn immer wieder ins Ausland, da er die Forschungsabteilungen Vaillants in Deutschland, England, Frankreich, Slowenien, der Türkei und China koordiniert und betreut hat. „Mein Fokus lag immer darauf, die Ansprüche möglichst hoch zu schrauben, um immer ein wenig besser als die Mitbewerber zu sein“, sagt er.

Seit vier Jahren ist Nunn in Rente, sechsfacher Großvater, im Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt aktiv – und leidenschaftlicher Imker. „Da experimentiere ich viel und gerne, der Honig ist gut, und es passt zu meiner Einstellung, das Ökologische und Regionale in den Fokus zu rücken“, sagt er. Zufriedenheit, sagt Nunn, sei auch, morgens im Garten beim Frühstück zu sitzen und ein Brötchen mit Quark und Honig zu genießen, die Zeitung auf dem Tisch, die Bienen im Hintergrund.

Auch im Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde sind ihm diese Themen wichtig. „Ich möchte auf dem Kirchdach Photovoltaik-Anlagen anbringen. Und um die Kirche herum insektenfreundliche Blumenwiesen säen.“ Dann sinniert er kurz und sagt schmunzelnd: „Und das krieg ich auch noch hin…“

„Ich möchte auf dem Kirchdach Photovoltaik-Anlagen anbringen.“

Albrecht Nunn

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