Corona

Hückeswagener Impfstelle schließt

Eine der letzten Impflinge in der Hückeswagner Impfstelle war am Mittwochnachmittag Rebecca Drosten,die von Alexander Monhof ihre dritte Impfung erhielt.
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Eine der letzten Impflinge in der Hückeswagner Impfstelle war am Mittwochnachmittag Rebecca Drosten,die von Alexander Monhof ihre dritte Impfung erhielt.

Nach sechs Monaten kann man sich nicht mehr am Bahnhofsplatz gegen Corona impfen lassen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Es ist Mittwochmittag, die Sonne scheint – Corona scheint ganz weit weg zu sein. Da passt es, dass die am 22. November in Betrieb gegangene Impfstelle des Oberbergischen Kreises, die in der ehemaligen BEW-Geschäftsstelle unterhalb des Bürgerbüros am Bahnhofsplatz untergebracht war, jetzt aus Mangel an Nachfrage geschlossen wird. Am Mittwoch war sie letztmalig geöffnet, damit war die Impfstelle im Nordkreis fast ein halbes Jahr aktiv.

„Das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hatte uns Ende Oktober den Auftrag erteilt, nur einen Monat nachdem die Impfstelle in Gummersbach geschlossen wurde, wieder stationäre Impfangebote zu eröffnen“, sagt Dr. Andreas Esser, Leiter des Infektionsschutzes im Kreisgesundheitsamt. Ab dann hat es aber nicht mehr nur eine zentrale Impfstelle in der Kreisstadt gegeben, sondern derer gleich drei – in Waldbröl im Südkreis, in Gummersbach an gewohnter Stelle im Einkaufszentrum Bergischer Hof sowie für den Nordkreis in Hückeswagen.

Unser Personal in Hückeswagen steht jetzt nicht auf der Straße.

Dr. Andreas Esser, Leiter des Infektionsschutzes

Das Kreisgesundheitsamt war sich mit der Stadtverwaltung einig, so dass die Impfstelle in die leeren Räume in der Glashalle am Bahnhofsplatz einziehen konnte. „Das war ein großer Vorteil, da wir in der kalten Jahreszeit aufgemacht haben und der Andrang damals sehr groß war. Die wartenden Menschen mussten daher nicht in der Kälte warten, sondern konnten in der Halle auf ihren Termin warten“, sagt Esser. Am Ende sind in der Hückeswagener Impfstelle rund 11.700 Erst-, Zweit-, Dritt- und auch Viertimpfungen gegen das Corona-Virus verabreicht worden. „Grundsätzlich war die Impfstelle für alle Impfwilligen offen, man musste nicht aus Hückeswagen kommen“, betont Jessica Schöler von der Pressestelle des Kreises.

Mit diesen Zahlen sei er zufrieden, versichert Esser. „Das ist sehr ordentlich“, sagt auch Jessica Schöler. „Allerdings sieht man auch, dass wir uns seit etwa Anfang Februar nur noch im mittleren zweistelligen Bereich bewegen – in den ersten Wochen waren es relativ konstant um die 250 Impfungen pro Tag.“ Esser ergänzt: „Deswegen kam dann auch vom Ministerium der Auftrag, die Kapazitäten wieder herunterzufahren.“ Schließlich müsse eine Impfstelle wirtschaftlich bleiben.

„Unser Personal in Hückeswagen und Waldbröl steht jetzt nicht auf der Straße, sondern wird weiter in der Pandemiebekämpfung eingesetzt“, versichert der Leiter des Infektionsschutzes. Denn auch wenn die Impfstelle jetzt geschlossen ist, ist Corona noch nicht vorbei. „Es ist allerdings auch nicht so, dass den Menschen die einzige Möglichkeit genommen wird, sich impfen zu lassen“, betont Jessica Schöler. So würden die niedergelassenen Ärzte impfen, und auch sei das Impfmobil regelmäßig im Kreis unterwegs. Zudem soll die Infrastruktur der Impfstelle so bereitgehalten werden, dass sie bei Bedarf innerhalb von 14 Tagen wieder zum Laufen gebracht werden kann. „Ob das aber dann wieder hier im Bürgerbüro – oder überhaupt wieder in Hückeswagen – sein wird, wissen wir jetzt nicht“, sagt Jessica Schöler.

Sowohl die Kreis-Sprecherin als auch der Leiter des Infektionsschutzes betonen die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Bürgermeister Dietmar Persian. „Es war absolut reibungs- und problemlos, vor allem, dass die Räumlichkeiten hier so schnell zur Verfügung gestellt werden konnten, war gut“, lobt Esser. Auch sonst könnten die beiden nur Positives über die vergangenen sechs Monate berichten. So seien beispielsweise keine Corona-Leugner oder Querdenker aufgetaucht, die für Probleme in der Impfstelle gesorgt hätten. „Damit muss man ja leider rechnen, deswegen haben wir auch einen Sicherheitsdienst im Einsatz gehabt“, unterstreicht Jessica Schöler. Zu Hoch-Zeiten waren zehn Mitarbeiter in der Impfstelle im Einsatz, darunter zeitweise auch Bundeswehrsoldaten. „Anfangs haben wir Mitarbeitende aus anderen Abteilungen hier eingesetzt, später dann aber neue Leute eingestellt“, sagt Esser.

Die Stimmung in der Hückeswagener Impfstelle sei immer gelöst und locker gewesen. Das merkt auch Riccarda Drosten, die als eine der letzten Impflinge am frühen Mittwochnachmittag zu ihrer ersten Auffrischungsimpfung gekommen ist. „Ich arbeite in der Pflege, habe daher meine ersten Impfungen woanders bekommen. Aber ich bin sehr zufrieden, wie es hier abgelaufen ist“, sagt sie, nachdem sie den Piks in den Arm bekommen hat. „Alle nett, alles schnell – ich bin einfach so durchgelaufen“, sagt sie.

In der Impfstelle Waldbröl wurden im gleichen Zeitraum insgesamt 9944 Impfungen verabreicht, in Gummersbach waren es 34.339 Impfungen.

Wo das Impfmobil Station macht, wann man sich in Gummersbach impfen lassen kann und auch sonst alles Wissenswerte rund um die Corona-Impfung ist auf der Internetseite des Kreises zu finden:
www.obk.de/impfen

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