Altstadtfest 2022

Hückeswagener haben das Feiern nicht verlernt

Flohmarkt im Regen: Mit Planen schützten die Händler ihre Waren vor dem Dauerregen am Samstag.
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Flohmarkt im Regen: Mit Planen schützten die Händler ihre Waren vor dem Dauerregen am Samstag.

Das erste Altstadtfest seit drei Jahren litt unter dem Wetter – Der Sonntag zeigte sich von der versöhnlichen Seite

Von Wolfgang Weitzdörfer

Was sich am Freitagabend, dem inoffiziellen Auftakt zum ersten echten Altstadtfest seit drei Jahren, schon abgezeichnet hatte, wurde dann am Samstag traurige Gewissheit. Es regnete, mal mehr, mal weniger stark, aber doch relativ kontinuierlich den ganzen Tag über. Da wird sich der eine oder andere Standbetreiber wohl gedacht haben: „Warum ausgerechnet heute und hier, hätte das nicht am Montag auch noch gereicht?“ Freilich, der Hückeswagener an sich ist den Regen ja gewöhnt. Und lässt sich davon ganz bestimmt nicht vom Feiern abhalten – zumal der Sonntag als zweiter Festtag auch weitgehend trocken geblieben ist.

Was auffällt, wenn man sich am Samstagnachmittag in einer der seltenen Regenpausen auf den Weg in die Islandstraße macht, ist, dass es relativ leer dort ist. Die Plätze wären weitgehend für den Kindertrödel vorgesehen gewesen, und welches Kind würde sich schon gerne mit seiner Decke in den Regen setzen? Zumindest am Samstag ist es dann auch das „Altstadtfest der Pavillone“ – Zeltdach reiht sich an Zeltdach, während es überall endlich wieder nach Volksfest riecht, also nach Pommes, Würstchen oder im Fall der „Visiteurs de Etaples-sur-Mer“ nach Gegrilltem aus dem Atlantischen Ozean.

Weiter geht es über die Marktstraße, die zumindest am Samstag auch eher leer ist, wobei an den Ständen die Stimmung bestens ist. So etwa am Schnaff-Stand bei den beiden Jazz-Musikern und Bierbrauern Roman und Julian Wasserfuhr. Dort gibt es das Selbstgebraute übrigens mittlerweile auch in der schicken Glasflasche zum Mitnehmen.

Vereine präsentieren sich am Sonntag von ihrer besten Seite

Auch sonst sind viele Vereine vertreten – kein Wunder, denn auch nach über 40 Altstadtfesten ist es doch nach wie vor das Fest der Vereine. Der Samstagabend ist dann glücklicherweise trocken, so dass sich der Schlossplatz zum Konzert von Harry Polter beinahe wie zu Vor-Corona-Zeiten füllt und man dicht an dicht steht, während die in weiße Hemden und schwarze Jeans gekleidete Band gut gelaunt von halb neun bis Mitternacht ihre Cover-Versionen von Hits wie dem Chuck-Berry-Oldie „Johnny B. Goode“, „Walk Of Life“ von den Dire Straits, „All Summer Long“ von Kid Rock oder „I Still Haven’t Found What I‘m Looking For“ von U2 runter rock-and-rollt.

Der Sonntag zeigt sich dann von einer deutlich versöhnlicheren Seite. Fraglos ist der Herbst ein gutes Stück näher gekommen, aber immerhin bleibt es am zweiten Tag des Altstadtfests trocken – und ab und zu guckt sogar die Sonne vorbei. Das macht sich dann am frühen Nachmittag auch gleich auf der Islandstraße und der Marktstraße bemerkbar. Wo am Samstag noch weitgehend gähnende Leere herrscht, schiebt man sich am Sonntag langsam schlendernd von Stand zu Stand. Da bleibt man dann etwa am Dance-
Pole-Studio an der Bahnhofstraße stehen, wo eine Übungsstange aufgestellt ist, an der sich eine junge Dame akrobatisch betätigt. Oder man sucht sich das eine oder andere Schnäppchen an den heute deutlich zahlreicher vorhandenen Trödelständen.

Der Sonntag ist der Tag der Vereine. Die haben am Nachmittag ab 14 Uhr ausgiebig Zeit, sich und ihr Angebot auf der großen Bühne vor dem Schloss zu präsentieren. Zuvor ist allerdings wieder einmal Karneval im September, denn das Tanzcorps Blau-Weiß-Neye tanzt zu kölschen Tönen.

Bei der Stunde der Sportvereine ist dann vor allem wieder einmal eindrucksvoll, wie groß das Breitensport-Angebot in der Schloss-Stadt ist. Viele verschiedene Sportarten werden präsentiert, unter denen etwa wieder einmal das furios anzusehende „Jumping-Fitness“-Angebot des TBH heraussticht und einem schon beim Zusehen das erste überflüssige Körpergewicht von den Rippen hüpfen lässt.

Was bleibt nach diesen zwei Tagen Post-Corona-Altstadtfest? Vor allem die Erkenntnis, dass die Menschen in der Schloss-Stadt nach wie vor in der Lage sind, eine großartige Feier auf die Beine zu stellen.

Mehr Nachrichen aus Hückeswagen

Gudrun Kirch und Willi Krämer vom MGV Niederkranz hatten sich zum Altstadtfest in nostalgische Kostüme geworfen.

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