Kindertagesstätte

Waldorfpädagogik wird immer beliebter

Kita-Leiterin Nicola Nocon im Ruheraum der kleinen „Zwerge“. Derzeit betreuen die pädagogischen Fachkräfte 41 Kinder.
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Kita-Leiterin Nicola Nocon im Ruheraum der kleinen „Zwerge“. Derzeit betreuen die pädagogischen Fachkräfte 41 Kinder.

Nach fast einem Jahr erlebt die Kindertagesstätte „Zwergenbande“ einen Ansturm von Interessierten.

Von Joachim Rüttgen

Hückeswagen. Da laufen die Planungen jahrelang, die Vorfreude steigt ins Unermessliche – und dann bricht ausgerechnet im Eröffnungsjahr eine Pandemie aus. Ein denkbar schlechter Start für die Elterninitiative der Waldorfkindertagesstätte „Zwergenbande“ an der Ewald-Gnau-Straße. Doch Leitung, Erzieherinnen, Eltern und die Kinder haben die Herausforderungen durch die Corona-Krise gemeistert und blicken auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück. In der Einrichtung gab es bislang keinen Corona-Fall.

Dabei bestand die Aufgabe in der Anfangszeit darin, 31 Kinder auf einen Schlag einzugewöhnen. Das gestaltete sich auch deshalb doppelt schwierig, weil die Kinder immer nur sehr kurz in der Einrichtung sein durften. „Nach einem Jahr schließen wir die Eingewöhnung nun erst ab“, berichtet die Leiterin. Sie spürt immer deutlicher: Die Waldorfpädagogik ist in Hückeswagen angekommen und erfreut sich großer Beliebtheit.

Kinder sollen bei uns nicht verändert werden.

Nicola Nocon, Kita-Leiterin

War die Einrichtung zunächst für 30 Kinder konzipiert, werden mittlerweile 41 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren in zwei Gruppen („Wichtel“ und „Elfen“) betreut. Im ersten Jahr waren einige Kinder auch erst anderthalb Jahre alt. Eventuell plant die „Zwergenbande“ in Zukunft eine weitere Gruppe für die Drei- bis Sechsjährigen, denn da ist die Nachfrage sehr groß. 2022 gehen sieben Kinder auf eine Grundschule, für ihre Plätze liegen schon jetzt 40 Anmeldungen vor.

Was bedeutet Waldorfpädagogik?

„Wir empfehlen Eltern, ihr Kind gleich nach der Geburt anzumelden, manche machen es auch schon noch als Schwangere“, sagt Nicola Nocon. Der Druck bei den Eltern sei leider sehr groß. Dabei habe die „Zwergenbande“ wegen Corona noch überhaupt keine Öffentlichkeitsarbeit machen dürfen. Es gab kein Eröffnungsfest, keinen Tag der offenen Tür, an denen sich die Einrichtung mit ihrem Konzept hätte vorstellen können. „Natürlich wollen wir unsere Arbeit nach außen transportieren, aber ohne Maske und nicht mit Abstand“, sagt die Leiterin. Sie merkt schon bei einigen Anfragen, dass viele Eltern nicht wissen, was Waldorfpädagogik ausmacht. „Waldorf-Pädagogik ist sehr naturverbunden, wir nehmen jeden Menschen so an, wie er ist. Kinder sollen bei uns nicht verändert werden“, sagt die Leiterin. Konkret in der Praxis heißt das: deutlich reduziertes Spielmaterial, vielfältige Spielformen, sinnvolle Tätigkeiten, aktives Frühstück.

Das sind die bunten Toilettenkabinen in der Kindertagesstätte der „Zwergenbande“, von der eine auch rollstuhlgerecht ist.  

Ein erster Elternabend hat mittlerweile in Präsenz stattgefunden, sonst gab es bislang nur Online-Treffen. Nicola Nocon hofft auf etwas mehr Alltag. Trotzdem zieht sie ein positives Fazit nach dem ersten Jahr: „Es hat sich gelohnt“, sagt sie. Durch Corona habe es zwar gedauert, bis sich Alltag, Routine und Abläufe eingespielt hätten. Und auch die Eltern hätten sich noch nicht so austauschen können wie gewünscht. Aber das Arbeiten mache viel Spaß.

Kita sucht noch eine pädagogoische Kraft

In der „Zwergenbande“ arbeiten derzeit sechs pädagogische Kräfte (davon zwei mit einer Zusatzqualifikation für die Waldorf-Erziehung und zwei in der Ausbildung dazu) sowie sieben für Reinigung, Küche und Büro. Gesucht wird noch eine weitere pädagogische Kraft. Betreut werden die Kinder von 7.30 bis 16.30 Uhr, je nach Wunsch der Eltern 25, 35 oder 45 Stunden.

Weil die Betreuungszeiten im Corona-Lockdown zeitweilig um zehn Stunden reduziert wurden, bestellen nun fast alle Eltern 45 Stunden, um 35 Stunden sicher zu haben. „Je mehr Stunden gebucht werden, desto mehr Geld bekommen wir, aber wir müssen natürlich auch eine verlässliche Jahresplanung machen“, sagt Nicola Nocon.

Prinzipiell seien alle 41 Eltern Mitglied im Initiativ-Verein, zusätzlich gebe es einige fördernde Mitglieder. Der Vereinsbeitrag ist solidarisch und freiwillig – Richtwert sind 30 Euro pro Monat und Familie. Jeder zahlt so viel, wie er kann oder möchte.

Das ist die Kindertagesstätte „Zwergenbande“

Die Waldorf-Kindertagesstätte „Zwergenbande“, Ewald-Gnau-Straße 32, wurde im November 2020 eröffnet. Der Verein ist ein Zusammenschluss engagierter Eltern. Den Vorstand bilden Nadja Kösters, Anne Momo Kösling, Jan Martin Ederer, Sandra Andrea Kolander und Kita-Leiterin Nicola Nocon. Kontakt unter Tel. (0 21 92) 8 59 03 53 sowie per E-Mail. Zwergenbande.hueckeswagen@gmx.de

www.zwergenbande-hueckeswagen.de.

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