Fotografie

Ausstellung wagt genauen Blick auf die Stadt

Mit seinen Fotografien sucht Hans Dieter Schmitz den ungewöhnlichen Blick auf seine Wahlheimat Hückeswagen. 
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Mit seinen Fotografien sucht Hans Dieter Schmitz den ungewöhnlichen Blick auf seine Wahlheimat Hückeswagen. 

Der ehemalige RGA-Fotograf Hans Dieter Schmitz stellt im Kultur-Haus Zach aus.

Von Stephanie Arens-Licciardi

Hückeswagen. Bekanntlich hat der bergische Menschenschlag nicht nur den sprichwörtlichen Dickkopf, sondern auch Ecken und Kanten. Doch kann eine Stadt Ecken und Kanten haben? Hat sie! Das beweisen die Fotografien von Hans Dieter Schmitz. Der gebürtige Polscher stammt eigentlich aus der Südeifel, lebt aber seit vielen Jahren im Bergischen Land. Hückeswagen ist die Wahlheimat des RGA-Fotografen. Hier findet Schmitz auch seine Motive. „Den Blick schärfen und genauer hinschauen“, nennt er das. Und Schmitz schaut durch die Linse seiner Kamera genauer hin.

Eigentlich sei er viel unterwegs, ein Globetrotter mit Kamera, aber die Pandemie hat viele Reisepläne durchkreuzt, erzählt der Fotograf. „Bis Herbst sind noch einige Hochzeiten und die ein oder anderen Wettbewerbe und Projekte geplant.“ In seinem gemütlichen Fotoatelier an der Wiehagener Straße plant er bereits für die Zeit nach der Pandemie. „Doch erst einmal freue ich mich, dass endlich die lange geplante Ausstellung ,Hückeswagener Ecken und Kanten’ im Kultur-Haus Zach stattfindet“, sagt Schmitz lachend.

Mit seinen Fotografien sucht Hans Dieter Schmitz den ungewöhnlichen Blick auf seine Wahlheimat Hückeswagen.

Die Idee zu dem Projekt direkt vor der eigenen Haustür hat er vor rund zwei Jahren begonnen. „Ich bin einfach losgezogen und durch die Stadt gestreift. Manchmal ergaben sich auch Motive, wenn ich von Auftragsarbeiten zurück nach Hause kam“, sagt er.

So setzt er runde Formen, Kanten, Häuser, Tiere und weitere Motive in Szene. Das Ästhetische versteht Hans Dieter Schmitz mit Nicht-Ästhetischem gekonnt zu verbinden. Idylle neben Einöde, Harmonie und Disharmonie, Moderne neben Vergangenem; das Morbide neben Lebendigem, Schmitz Fotos sind voller Leben, das sich meist bei genauerem Betrachten entfaltet.

„Menschen zu fotografieren ist interessant, aber schwierig.“

Hans Dieter Schmitz, Fotograf

„Es gibt ja das Sprichwort .Du hast dir eine schöne Ecke eingerichtet’ oder ,In welcher Ecke wohnst du denn?’ Und genau das wollte ich abbilden.“ Und doch sind gerade die Landschaftsmotive, ob satte Sommerlandschaft oder frostige Wintermotive, eine Hommage an die Wahlheimat und das Bergische Land.

Den Austausch suchen und über Grenzen gehen

Der Profi ist überzeugt, dass jeder Betrachter und jede Betrachterin etwas anderes in den Motiven erkennen kann. „Das ist angeboren, so wie ich die Fähigkeit habe, das fertige Bild sofort vor Augen zu haben.“ Seine Inspirationen und Ideen holt Schmitz sich auf seinen Reisen und bei Wettbewerben. Erfahrungen sammeln, die sich in den Bildern widerspiegeln, den Austausch suchen und auch über Grenzen hinaus gehen, das reizt ihn.

Ein Selbstporträt des Fotografen.

„Menschen zu fotografieren ist interessant, aber schwierig. Aber eigentlich ist jedes Thema interessant, ob Naturmotive, Szenen des normalen Alltagslebens oder Tiere“, sagt er. Fotografie habe viel mit Kunst und Ästhetik zu tun, weiß Hans Dieter Schmitz. „Was ich im Austausch mit anderen Fotografen und Fotografinnen bei internationalen Wettbewerben gelernt habe: Jedes Land hat eine andere Vorstellung vom Leben. Und das spiegelt sich in Wettbewerbsthemen wider.“ Auch der Zeitgeist sei entscheidend bei Projekten. „Mit ein bisschen Fantasie lässt sich dieser auch erkennen“, sagt Schmitz und lacht. „Den sollte man nur kennen.“

Seit 1964 ist Schmitz mit seiner Kamera unterwegs. Wie viele Fotos er seitdem geschossen hat, kann er nur schätzen. Viel Inspiration für seine Arbeiten hat er sich einst im Remscheid-Lenneper Fotozirkel 64 angeeignet, in dem Fotografen wie Schorsch Müller, Hans Gregor oder Hans Windgassen ein und ausgingen. „Da war eine knallharte, aber stets sachliche Kritik an der Tagesordnung“, erinnert er sich. „Und die Jungs hatten richtig was drauf.“ Auch nach mehr als 50 Jahren hinter dem Sucher möchte Schmitz es nicht ruhig angehen, plant weitere Projekte und geht seinem Hobby, seiner Berufung nach, ob im Kleinen oder im Großen.

„Hückeswagener Ecken und Kanten“

Am Sonntag, 22. August, beginnt um 11 Uhr im Kultur-Haus Zach an der Islandstraße die Vernissage zur Ausstellung „Hückeswagener Ecken und Kanten“ von Fotograf Hans Dieter Schmitz. Etwa 40 Motive aus Hückeswagen und Umgebung werden bis 3. Oktober zu sehen sein. Die Ausstellung ist bei allen Veranstaltungen im KHZ oder nach Absprache mit Hans Dieter Schmitz zu sehen. Interessenten melden sich unter Tel. (0 21 92) 44 55. Informationen zu Hans Dieter Schmitz und zum Programm des KHZ gibt es im Internet.

www.photo-schmitz.de www.kultur-haus-zach.de

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