Heute geht es auf den Karussells weiter rund

Das Kinderkarussell lockte wieder seine kleinen Gäste an.
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Das Kinderkarussell lockte wieder seine kleinen Gäste an.

Klein aber fein ist das Angebot auf der ersten Schützenfest-Kirmes seit 2019

Von Heike Karsten

Die Sonne strahlt am Wochenende mit den Besuchern der Kirmes förmlich um die Wette. Auch heute bieten die Fahrgeschäfte noch einmal die Gelegenheit für ein paar vergnügliche Runden – zum Familientag ab 14 Uhr sogar zu vergünstigten Preisen. Wohin man auch blickt, die Stimmung ist bestens.

Peter Burgraf hat auf direktem Weg „Siggi‘s Fischstand“ angesteuert, um einen Backfisch zu essen. „Der schmeckt super“, versichert der Hückeswagener. Er sei extra deswegen zur Kirmes gekommen und habe sich nach den beiden Jahren, in denen coronabedingt keine Kirmes stattfinden konnte, richtig darauf gefreut. Gleich neben der Fischbude ist auf dem Bahnhofsplatz ein großer Marktstand mit Textilien und Taschen aufgebaut. So ganz passe dieses Angebot nicht auf einen Rummel, meint Walter Sieper. Jedoch fülle der Stand geschickt die Lücke aus, die durch die Absage des „Breakdancers“ entstanden ist.

Einige Meter weiter genießen Nele (8), Schwester Jola (4) und Freundin Emma (4) ein kühles Softeis. Ihre Eltern freuen sich, mit ihren Kindern mal wieder eine Kirmes besuchen zu können. „Das ist ein tolles Erlebnis für die Kinder, für das wir extra aus Wipperfürth kommen“, sagt Jessica Krügler. Für eine kleine Stadt sei das Angebot absolut ausreichend. „Zwei Stunden kriegt man hier locker rum.“

Kleinere Kinder kommen voll auf ihre Kosten, besonders die beiden Kinderkarussells sind in den Nachmittagsstunden dicht umlagert. Die Schaustellerfamilie Schmidt aus Remscheid als Betreiber hat laut eigener Aussagen ihre Preise nicht erhöht. 2,50 Euro kostet eine Fahrt auf dem Kinderkarussell, für vier Fahrten zahlt man acht Euro. Trotz Inflation und stark gestiegener Energiekosten wollen viele Eltern ihren Kindern diesen Spaß ermöglichen. „Klar ist es Luxus“, sagt Andrea Kämmerich, die mit Ehemann und den beiden Kindern zur Kirmes gekommen ist. „Aber wenn man ansonsten auf sein Geld achtet, sollen die Kinder auch Spaß haben.“ Als Jugendliche hätte sie selbst das ganze Jahr dafür gespart. Für die älteren Jugendlichen hätte es sicherlich noch ein größeres Angebot geben können. „Man sollte aber für das, was man hat, dankbar sein“, sagt die Hückeswagenerin.

Dass einige Fahrgeschäfte abgesagt haben, ist Sarah (14), Leann (19) und Tessa (14) sofort aufgefallen. „Der ,Musikexpress‘ fehlt, und der Autoscooter ist zu klein“, findet Leann. Dennoch haben die Freundinnen viel Spaß auf der Kirmes. Ein Sieger ist der vierjährige Erik, der stolz ein gewonnenes Spielzeug in den Händen hält. Gewonnen hat er das beim Pfeilwerfen auf Luftballons. Seine Eltern freuen sich über den Spaß, den Erik auf der Kirmes hat. „Er kennt das ja noch gar nicht. Es ist die erste Kirmes, die er bewusst mitkriegt“, erzählen Jennifer und Stephan Schneider. Für große und kleine Kinder locken die vier Jumping-Trampoline, mit denen Gerhard Wieczovek aus Solingen gekommen ist. Für sechs Minuten springen zahlen die Kirmesbesucher fünf Euro. „Wir sind das erste Mal in Hückeswagen und positiv überrascht“, sagt der Schausteller angesichts der vielen Besucher. Seine Preise hätte er seit 15 Jahren nicht erhöht, obwohl einige Mitbewerber schon auf sechs Euro aufgestockt hätten.

Zufrieden mit dem Betrieb ist auch Gilbert Hoffmann, der mit seinem Autoscooter kurzfristig eingesprungen ist. Schon der erste Kirmesabend sei gut besucht gewesen, ein kleiner Wermutstropfen war lediglich ein eskalierter Streit zwischen Jugendlichen, für den die Polizei gerufen werden musste. Laut Polizei-Sprecherin Kathrin Popanda waren ein 18- und ein 21-Jähriger mit einem weiteren jungen Erwachsenen verbal aneinandergeraten. Eine 18-Jährige, die den Streit schlichten wollte, zog sich dabei leichte Verletzungen zu und musste vom Rettungsdienst behandelt werden.

Das Festangebot im Zelt und ein kühles Getränk am Bierstand genießen Dieter Wagner und Walter Sieper. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht“, sagt Sieper. Für die beiden Männer beginnt das Fest mit dem Besuch des Seniorennachmittags, zu dem die Schützen alle Hückeswagener über 60 Jahre für Freitag eingeladen hatten.

Das Festzelt samt Ausschank wird traditionell von der Firma Achim Wielpütz betrieben – ebenso der Bierstand auf dem Etapler Platz. Hier versieht Karin Sackenheim ihren Dienst. „Es ist mehr los, als vor drei Jahren“, hat die Mitarbeiterin festgestellt, die schon seit 50 Jahren in dieser Branche tätig ist. Eine Veränderung gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie sei deutlich zu spüren.

„Man merkt, dass die Leute höflicher und zufriedener sind“, sagt Karin Sackenheim und fügt lachend hinzu: „Wir sind sehr zufrieden. Und wenn das so weitergeht, haben wir unser Fleißkärtchen verdient.“

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