Herz für Europas größte Klappbrücke aus Kobeshofen

Die Geschäftsführer Andreas Wasserfuhr (li.) und Udo Goldammer (re.) sowie Mitarbeiter Jörn Uhlenbrock vor den fertigen Drehlagerachsen. Auf ihnen wird sich Europas größte Klappbrücke im Hamburger Hafen drehen.

Wer in Zukunft über die Rethebrücke in Hamburg fährt, rollt nicht nur über Europas größte Klappbrücke, sondern auch über ein Stück Hückeswagen. Die Drehlagerachsen, das Herzstück der Brücke, liegen derzeit noch an der Stahlschmidtsbrücke. Die Firma BGW-Stahl hat die jeweils acht Tonnen schweren Achsen, auf denen die Klappbrücke dreht, hergestellt.

"Das ist ein Auftrag, den wir auch nicht alle Tage haben", sagt Andreas Wasserfuhr, der gemeinsam mit Geschäftsführer Udo Goldammer das Unternehmen seit 2004 führt. Für diesen Auftrag überhaupt in Frage zu kommen, ist schon eine Auszeichnung. Auftraggeber ist Waagener Biro, ein Unternehmen in Wien, das für besondere architektonische Bauwerke bekannt ist. Unter anderem bauten Waagner Biro die Kuppel auf dem Berliner Reichstag.

Das Hückeswagener Unternehmen erhielt den Auftrag unter anderem, weil es einen guten Namen in der Branche hat. Trotz ihrer Größe von fast einem Meter Durchmesser ist nur eine Toleranz von einigen Hundertstel Millimeter erlaubt. "Wir haben viel in unseren Maschinenpark investiert und sind deshalb in der Lage, hochpräzise Bauteile zu fertigen", sagt Wasserfuhr. Normalerweise bauen die 20 Mitarbeiter an der Stahlschmidtsbrücke einbaufertige bearbeitete Schmiedeteile für den Maschinen- und Anlagenbau. Kompressorenhersteller und Stahlwerke sind üblicherweise die Auftraggeber und nicht Brückenbauer.

TÜV-Prüfer warfast immer dabei

Wegen der besonderen Anforderungen an die Brückenachsen war ein TÜV-Ingenieur von der Schmiedung bis zur Einbaufertigung nahezu ständig dabei. "Der TÜV hat die zerstörungsfreien und zerstörenden Prüfungen durchgeführt", erläutert Wasserfuhr. Die beiden Klapparme der Brücke überspannen eine über 44 Meter breite Durchfahrt im südlichen Hamburger Hafen. Die alte Hubbrücke aus dem Jahr 1934 versah zwar auch noch ihren Dienst. Sie war aber viel zu langsam. "Dadurch bildeten sich auf der Straße lange Staus, wenn Schiffe passierten", so Wasserfuhr.

Auch wenn BGW-Stahl, eines der ersten Unternehmen, das sich in den 60er Jahren im Gewerbegebiet Kobes hofen ansiedelte, besonders große Bauteile herstellen kann, der Platz in der Fertigungshalle wird doch langsam knapp. "Wir planen eine zweite Produktionshalle in gleicher Größe hinter der jetzigen Halle", kündigt Andreas Wasserfuhr an. Genügend Fläche sei vorhanden.

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