Kosten

Handel dreht an der Energie-Schraube

In den Hückeswagener Supermärkten kann trotz Energiekrise zu den üblichen Öffnungszeiten eingekauft werden. Das gilt auch für den Einzelhandel. Lediglich die beiden Aldi-Märkte schließen eine Stunde früher.
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In den Hückeswagener Supermärkten kann trotz Energiekrise zu den üblichen Öffnungszeiten eingekauft werden. Das gilt auch für den Einzelhandel. Lediglich die beiden Aldi-Märkte schließen eine Stunde früher.

Zum Teil haben die Geschäfte kürzer geöffnet, um Energie zu sparen – fast überall wird etwas weniger geheizt.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Mit den gestiegenen Energiekosten müssen alle umgehen. Dabei haben die Händler drei Möglichkeiten: Sie können die Temperatur in ihren Läden senken, die Beleuchtung ändern oder austauschen oder die Öffnungszeiten kürzen.

Die beiden Geschäfte des Lebensmittel-Discounters Aldi schließen jetzt schon um 20 Uhr und damit eine Stunde eher. Bei Penny, Rewe und auch Möbel Happel ändert sich offenbar nicht.

Edeka Byhan: „Wir warten ab, was die anderen machen“, sagt Marcus Byhan vom Wiehagener Edeka-Markt. Er glaubt aber, dass sich in diesem Jahr nichts mehr ändern wird. Insofern könne er auch nicht viel ändern – die Temperatur im Ladenraum sei festgelegt, an den Kühlungen könne man nichts machen. „Wir haben die Notbeleuchtung nachts ausgestellt, und die Außenbeleuchtung geht schon um 20.30 Uhr aus.“ Bei den Öffnungszeiten bleibe es erst einmal von 7 bis 20 Uhr.

Optik Lammert: Daran hat auch das Ehepaar Gerlinde und Bernd Lammert nichts ändern wollen. „Wir machen aber abends die Schaufensterbeleuchtung früher aus und nicht mehr erst um 22 Uhr“, sagt Gerlinde Lammert. Auch werde es, wie in den Vorjahren, keine Adventsbeleuchtung in Form von beleuchteten Weihnachtsbäumen an der Ladenfront geben. „Wir haben auch die Temperatur im Geschäft ein wenig heruntergeregelt“, sagt sie.

Spiel- und Lederwaren Heinhaus: Auch beim Nachbarn Uwe Heinhaus ist es kühl, von einer Änderung der Öffnungszeiten hält er allerdings gar nichts. „Wir behalten sie wie gewohnt bei und ändern nichts“, versichert er. Um den Energiekosten zu begegnen, müsse jeder seien persönlichen Stellschrauben nutzen. „Wir haben etwa 40 Prozent der Beleuchtung reduziert, außerdem die Temperatur auf etwa 18 bis 19 Grad gesenkt. Es gibt dieses Jahr keine Weihnachtsbeleuchtung, auch die Schaufensterbeleuchtung ist nur noch bis 20 Uhr an und nicht bis 22 Uhr.“

Mode Sessinghaus: Im Modegeschäft an der Islandstraße wurden die Öffnungszeiten angepasst, allerdings schon im Frühjahr: „Es ging einfach darum, dass Kunden in der Mittagszeit in Hückeswagen vor verschlossenen Türen standen“, sagt Dirk Sessinghaus. „Deswegen haben wir die Mittagspause gestrichen und machen dafür eine Stunde später auf.“ In Sachen Beleuchtung könne er nicht viel sparen: „Wenn man in einem Modegeschäft die Farben nicht erkennen kann, ist das nicht gut.“ Es werde allerdings im Geschäft weniger Weihnachtsbeleuchtung geben.

Goldschmiede Rehn: Marcel Rehn sagt mit Blick auf kürzere Öffnungszeiten: „Den Ast abzusägen, der uns füttert – das wäre großer Quatsch.“ Im Einzelhandel gebe es erste Kernzeiten. „Wir haben gar nicht die Möglichkeiten zu reduzieren, wie das in den großen Konzernen der Fall ist“, sagt er. Und auch bei der Temperatur werde er nichts verändern. „Ich sitze hier den ganzen Tag. Wenn mir dann kalt wird, vor allem an den Fingern, kann ich nicht mehr vernünftig arbeiten.“

Rita’s Weinlädchen: Seit 1999 ist Rita Schuldner-Lapp mit ihrem Weinlädchen in Hückeswagen. „In diesen über 20 Jahren habe ich kein einziges Mal nicht geöffnet gehabt, und auch die Öffnungszeiten sind immer die gleichen geblieben.“ Wenn man die Öffnungszeiten nach Belieben verändern würde, würde man damit die Kunden nur verwirren, ist sie sich sicher. Es ist etwas kühler im Geschäft im unteren Island, „ansonsten lassen wir die unnötigen Lampen aus und die Schaufensterbeleuchtung nur von etwa 17 bis 18.30 Uhr an“.

Stilmix: Am bisherigen Acht-Stunden-Tag will Karsten Schlickowey nicht rütteln. „Man grenzt als Einzelhändler ansonsten ganze Berufsgruppen aus.“ Er hat auf LED-Lampen umgestellt, die Heizung ist etwas niedriger eingestellt. Aber „ein bisschen Weihnachtsbeleuchtung innen und außen“ soll’s geben.

Mode Winkler’s: Nicht zu kalt werden darf‘s nebenan bei Christoph Winkler. „Beim Umziehen in der Kabine sollen die Kunden schließlich nicht frieren“, sagt er. Ansonsten habe er bereits alle Lampen auf die kostengünstigeren LED-Lampen umgestellt. An der Beleuchtungsdauer im Schaufenster soll auch noch was gedreht werden.

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