Vandalismus

„Gute Stube“ ist beschmiert

Marlen Nitzsche in ihrer „guten Stube“. Das Wartehäuschen wurde 2014 von ihr gesprayt und mit einem Schutzlack versehen. Archivfoto: J. Preuss
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Marlen Nitzsche in ihrer „guten Stube“. Das Wartehäuschen wurde 2014 von ihr gesprayt und mit einem Schutzlack versehen.
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Unbekannte besprühen die wohl meist fotografierte Haltestelle.

Von Karsten Mittelstädt

Die Bushaltestelle unterhalb des Schlosshanges an der Bahnhofstraße gehört wohl mit zu den bekanntesten in der ganzen Region, seit die Graffiti-Künstlerin Marlen Nitzsche das Betonwartehäuschen vor gut drei Jahren in eine „gute Stube“ verwandelt hat. In der vergangenen Woche wurde das Wartehäuschen beschmiert. Unbekannte haben Zahlen, Herzchen und unflätige Worte auf die Wände des Betonunterstandes gesprüht. Viele Hückeswagener ärgern sich über diese Sachbeschädigung. Unter anderem Markus Lietza, dessen Firma ML.Produktion 100 Euro zur Ergreifung des Täters als Belohnung aussetzt.

Lietza hat Hoffnung, dass es im Umfeld des Sprayers jemanden gibt, der 100 Euro gut gebrauchen kann, so dass der oder die Schmierer zur Verantwortung gezogen werden können. Lietza hat das schon einmal gemacht – mit Erfolg. „Als im Stadtpark die von Kindern gestalteten Wände beschmiert wurden, hatte ich auch 100 Euro als Belohnung ausgesetzt“, berichtet er. Damals konnte der minderjährige Täter ermittelt werden. Darauf hofft Lietza diesmal wieder. „Wir haben als Kinder auch Blödsinn gemacht, aber solche Sachbeschädigungen haben wir nicht gemacht.“

Graffiti-Künstlerin Marlen Nitzsche ist verärgert

Verärgert ist auch Marlen Nitzsche, die das Kunstwerk geschaffen hat. „Es ist traurig, dass sowas immer wieder passiert“, sagt sie.

2014 hatten Unbekannte das Wartehäuschen mit rosa Farbe angemalt. Daraufhin hatte Marlen Nitzsche angeboten, das Wartehäuschen zu gestalten, und es hatte auf Anregung von Bürgermeister Dietmar Persian einen Ideenwettbewerb gegeben. Den hatte die Grafik-Designerin Marianne Reuter gewonnen, und nach ihrer Vorlage sprühte Marlen Nitzsche das Wohnzimmer auf die Betonwände. Das gelang ihr so gut, dass das Wartehäuschen seither häufig als Hintergrundmotiv beispielsweise von Brautpaaren genutzt wird.

Für die Versiegelung des Kunstwerkes wurde seinerzeit gesammelt. Wegen des Schutzlackes geht Marlen Nitzsche davon aus, dass die Schmierereien entfernt werden können. Ist nur die Frage, wer das übernimmt. Sie kann das aus Zeitgründen nicht. Sie hatte das Wartehäuschen schon vor zwei Jahren gereinigt.

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