Grundschulen reichen das Friedenslicht weiter

Die Wiehagener Schulleiterin Claudia Paradies (r.) übernimmt das Friedenslicht von Sandra Mittelmann von der Nikolausschule Wipperfürth. Foto: Jürgen Moll
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Die Wiehagener Schulleiterin Claudia Paradies (r.) übernimmt das Friedenslicht von Sandra Mittelmann von der Nikolausschule Wipperfürth.

Aktion des oberbergischen Schulamts in Wiehagen

Von Heike Karsten

Es ist ein berührender Anblick an diesem Morgen, als sich die gesamte Schüler- und Lehrerschar der Wiehagener Grundschule auf dem Schulhof versammelt und zu Michael Jacksons Lied „Heal the world“ (Heile die Welt) weiße Bänder schwenkt. Die Schule will damit ein Zeichen für den Frieden setzen.

Im Mittelpunkt steht jedoch das Friedenslicht, dass Sandra Mittelmann, Schulleiterin aus Wipperfürth, der Schule überbringt. „Grundschulen in Oberberg für den Frieden“ heißt die Aktion, die das Schulamt vor zwei Wochen ins Leben gerufen und die in Gummersbach begonnen hat. Bis zu den Osterferien soll das Friedenslicht alle 49 Grundschulen im Oberbergischen Kreis erreicht haben.

Auf dem Schulhof, und damit vor den Augen aller Schüler, hält Schulleiterin Claudia Paradies den Docht der großen weißen Kerze in die Flamme des Friedenslichts. „Dieses Licht brennt jetzt für den Frieden in der Welt und wird im Büro von Schulsekretärin Frau Müller stehen“, erklärt sie den Schülern.

Einige Viertklässler tragen die Geschichte der vier Kerzen vor, die für Frieden, Liebe, Glaube und Hoffnung stehen. Nacheinander erlöschen die Flammen – bis auf die vierte Kerze. „Ich heiße Hoffnung. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden“, heißt es in der Geschichte.

Der bedrückende Krieg in der Ukraine ist so nah, dass die meisten Kinder davon wissen. „Wir haben mit den Viertklässlern darüber gesprochen und sprechen auch mit den jüngeren Kindern, wenn Redebedarf besteht“, versichert Claudia Paradies. Dass immer wieder Fragen aufkommen, bestätigen auch die Klassenlehrer: „Wir gehen darauf ein, wenn die Kinder unsicher sind, wollen aber keine Ängste schüren.“

Für Viertklässlerin Eileen ist der Krieg in der Ukraine auch ein Thema in der Familie. „Der beste Freund meiner Mutter hätte fast in den Krieg gemusst. Und vielleicht kommt der Krieg auch zu uns. Dann muss mein Papa auch kämpfen. Ich will aber nicht, dass er stirbt. Das ist voll blöd. Krieg bringt doch eigentlich nichts“, sagt das Mädchen mit trauriger Stimme.

Friedenssymbole schmücken die Fenster der Grundschule

Das Friedenslicht in den Grundschulen brennt nun in der Hoffnung, dass der Krieg in der Ukraine bald beendet sein wird. „Die Schüler sollen durch diese Aktion das Gefühl bekommen, selbst etwas für den Frieden tun zu können“, betont die Schulleiterin. Schon in den vergangenen Wochen hatten die Grundschüler mit ihren Lehrern Friedenssymbole gebastelt und damit die Fenster der Schule geschmückt. Auch Friedenslicht-Überbringerin Sandra Mittelmann bringt eine weiße Friedenstaube aus Papier mit, die in der Schule bleiben wird. „Es ist wichtig, dass wir die Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben“, betont sie. „Denn da, wo ein wenig Hoffnung ist, kann Großes daraus werden.“ Gemeinsam singen die Kinder auf dem Schulhof noch das Lied „Zünd ein Licht an“, dann geht es wieder zurück in ihre Klassen.

Flüchtlingskinder aus der Ukraine werden bisher nicht an der Grundschule unterrichtet. Da aber die ersten Geflüchteten bereits in Hückeswagen untergebracht wurden, könnten auch die Grundschulen bald gefordert sein, diese Kinder zu integrieren. Schulleiterin Claudia Paradies ist darauf vorbereitet.

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