BEW erhält Zuschlag

Gewerbegebiete erhalten Glasfasernetz

Am Kabelverzweiger an der Ecke Bockhacker Straße/Heinrich-Schicht-Straße trafen sich jetzt die Partner von Stadt und BEW zur Unterzeichnung der Verträge (v.l.): Jonatan Garrido-Pereira, Reinhold Wittkötter, Dietmar Persian und Jens Langner.
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Am Kabelverzweiger an der Ecke Bockhacker Straße/Heinrich-Schicht-Straße trafen sich jetzt die Partner von Stadt und BEW zur Unterzeichnung der Verträge (v.l.): Jonatan Garrido-Pereira, Reinhold Wittkötter, Dietmar Persian und Jens Langner.

Zuwendungsbescheide für 229 Adressen liegen vor.

Von Joachim Rüttgen

Hückeswagen. Wer als Unternehmen in der heutigen Zeit über keine schnellen Datenverbindungen verfügt, hat auf dem hart umkämpften Markt verloren. Deshalb sollen bis Jahresende alle Gewerbegebiete in der Schloss-Stadt ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Die Zuwendungsbescheide für den Glasfaserausbau für 229 Adressen liegen vor. Die Firmen sollen mit einer Bandbreite von 1000 Megabit/pro Sekunde versorgt werden.

Nach der Ausschreibung der Stadt und nachdem die endgültigen Förderbescheide vorliegen, hat die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) den Zuschlag für den Ausbau bekommen. Bereits im Mai starteten die Bauarbeiten, denn der Fördergeber gestattete den „vorzeitigen förderunschädlichen Maßnahmenbeginn“, teilte Bürgermeister Dietmar Persian mit. Mittlerweile sind 80 Prozent der Tiefbauarbeiten abgeschlossen.

„Wir kommen aktuell sehr gut voran, auch wenn wir für einige Materialien Lieferzeiten von bis zu acht Monaten haben“, sagt BEW-Geschäftsführer Jens Langner. Natürlich könne man im großen Umfang auf die bestehende Infrastruktur der weißen Flecken zurückgreifen.

Das Vorgehen ist immer gleich: Von den sogenannten Linienverzweigern werden die Kabelverzweiger versorgt, von denen wiederum die Firmen und Privathaushalte mit der schnellen Glasfasertechnik versorgt werden. „Bis zu 96 Anschlüsse sind möglich“, sagt BEW-Techniker Reinhold Wittkötter, zuständig für den Netzbau und den Netzbetrieb. Ist der Tiefbau in einem Ausbaugebiet abgeschlossen, werden die Glasfasern in bunte Rohre geschoben. „Das passiert mit einem Kompressor und viel Luft“, erläutert Wittkötter. Pro Sekunde werden einige Meter erreicht.

Im Gebäude werden die Fasern dann montiert. „Die Fasern müssen auch verbunden und einzeln verschweißt werden“, sagt Wittkötter. In sogenannten Spleißkassetten würden die Glasfasern im Kabelverzweiger ans Hauptkabel angeschlossen. Das Verschweißen sei schon eine „ungeheure Fummelei“ und erfordere absolut sauberes Arbeiten. Pro Kabel gibt es 288 Verbindungen. Da verwundert es kaum, dass die Kabel nach dem Verschweißen durchgemessen werden, um eventuell undichte Stellen zu lokalisieren. „Der Hausanschluss ist erst fertig, wenn die Werte im Messprotokoll stimmen“, sagt Wittkötter.

Anschließend könne der Kunde die für den schnellen Datentransfer nötigen Produkte kaufen – bei der BEW ist das derzeit „LokalNetverbindet“, bei dem die Firmen unter drei Geschwindigkeiten wählen können. Da die Anbietervielfalt immer weiter zunimmt, ist später auch ein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich. „Viele Anbieter sind gut für den Markt“, sagt Langner. Und auch Dietmar Persian freut sich, wenn möglichst viele Dienstleister die öffentlich geförderte Glasfaserstraße nutzen. Hatten bislang nur vereinzelt Hückeswagener Unternehmen Glasfaser über die Telekom buchen können, so gibt es bald flächendeckend die Möglichkeit in allen Gewerbegebieten.

Persian: „Das ist ein ganz wichtiger Schritt für die örtliche Wirtschaft und eine Investition in die Zukunft.“ Kundenkontakte würden immer häufiger digital erfolgen, vieles laufe über Fernsteuerungen. Leistungsfähige Datennetze seien da unbedingte Voraussetzung. „Glasfaser ist gut für die Zukunft der Stadt, für den künftigen Lebensstandard und den Wirtschaftsstandort“, sagt er.

Gut für Hückeswagen: Bund und Land sorgen für eine 100-prozentige Förderung der Kosten von knapp 1,9 Millionen Euro. „Da ist es mal von Vorteil, dass wir in der Haushaltssicherung stecken“, sagt Persian. Um den enormen Aufwand, um die Ausschreibungen, um die Abstimmung mit Fördergebern und die Abrechnungen kümmert sich bei der Stadt Breitbandkoordinator Jonatan Garrido-Pereira. „Der hat wirklich viel damit zu tun“, lobt Persian den Einsatz seines Mitarbeiters.

Sind die Maßnahmen Ende des Jahres abgeschlossen, dann wurden 300 Kilometer Glasfaser in den Gewerbegebieten und den weißen Flecken in Hückeswagen und Wipperfürth verlegt. „Da ist richtig viel entstanden für die Infrastrukturentwicklung“, sagt Langner. Und Persian freut sich, dass Glasfaser ein wichtiger Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt ist.

Hintergrund

Bis Ende des Jahres sollen die Gewerbegebiete West (Scheideweg, Winterhagen und Wiehagen) sowie die Gebiete in Kobeshofen, Westenbrücke, Kleineichen, Hartkopsbever und von der Peterstraße bis zur Wuppervorsperre an das schnelle Netz angebunden werden.

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