Bühne

Gelungener Auftakt für Schlosskonzerte

Philipp Sauer (l.) und Miroslav Tybora begeisterten die Zuhörer beim ersten Schlosskonzert der neuen Saison im Saal des Heimatmuseums.
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Philipp Sauer (l.) und Miroslav Tybora begeisterten die Zuhörer beim ersten Schlosskonzert der neuen Saison im Saal des Heimatmuseums.

Philipp Sauer und Miroslav Tybora begeisterten das Publikum.

Von Martin Scheibner

Mit der ersten leisen Phrase von Astor Piazzollas Libertango und dem kurz darauf einsetzenden Saxofon zogen die beiden Musiker Philipp Sauer (Saxofon) und Miroslav Tybora (Akkordeon) die Zuhörer beim ersten Schlosskonzert der neuen Saison im Saal des Heimatmuseums sofort in ihren Bann. Tänze von Piazzolla und Philipp Sauer hielten das Programm zusammen, ebenso die klassischen Kompositionen von Astor Piazzolla, von dem auch die deutlich erwünschte Zugabe war. Oft waren die Übergänge zwischen den Stücken kaum spürbar, so musikalisch dicht lagen sie beieinander, so eng war die musikalische Verbindung zwischen den einzelnen Werken oder Improvisationen.

Bachs Präludium f-Moll aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers schien zunächst wie ein Ausreißer in der Programmplanung, wurde aber nach dem ersten Originaldurchgang auf dem Akkordeon im zweiten Durchgang durch die ergänzende Improvisation von Philipp Sauer in das 20. Jahrhundert katapultiert.

Miroslav Tybora erläuterte, dass die beiden Musiker seit vier Jahren zusammen musizieren, aber aus völlig unterschiedlichen Bereichen kommen. Er auf dem Akkordeon habe eine klassische Ausbildung, Philipp Sauer habe Jazz-Saxofon studiert. Sie hätten sich annähern müssen.

Das nächste Schlosskonzert findet am 12. November statt

Das ist auf jeden Fall gelungen, denn die beiden Musiker waren von Anfang bis Ende eine deutlich hörbare Einheit. Wie zwei langjährige Freunde im Gespräch, nahmen sie die Zuhörer mit auf eine Reise der Erinnerungen und Gefühle, die das Spektrum von heiterer Ausgelassenheit bis zur fast intimen Zweisamkeit hörbar machte. Melancholische, sehnsuchtsvolle Klänge wechselten sich mit schalkhaft witzigen Dialogen ab, deren Ausgang für alle Beteiligten im Raum, Musiker wie Zuhörer, immer wieder überraschend war und alle zum Schmunzeln brachte.

Dabei erwies sich Tybora auf dem Akkordeon als einfühlsamer Begleiter, ausgezeichneter Solist und fordernder Duopartner mit ausgeprägter Körpersprache. Sauer war ihm in allen Belangen ebenbürtig, blieb nie eine Antwort schuldig. 

Für Bewunderung von Können und Virtuosität in Form von Zwischenapplaus war an diesem Abend kein Raum, denn die Musik fesselte die Zuhörer durchgehend. Kunst beginnt eben dort, wo das Handwerk keine Rolle mehr spielt. Das haben Philipp Sauer und Miro Tybora eindrücklich gezeigt. Dieses Konzert war auf jeden Fall ein würdiger Auftakt für die aktuelle Saison der Hückeswagener Schlosskonzerte.

Das nächste Konzert am Samstag, 12. November, 20 Uhr, ist ein Klavierabend mit Takahiko Sakamaki. Er spielt Werke von Mozart und Chopin.

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