Energiesparen

GBS will in der Krise beim Sparen helfen

Die GBS hat die Gasheizungen ihrer Kunden angepasst: Sie springen jetzt morgens eine halbe Stunde später an und gehen abends 30 Minuten eher in die Nachtabsenkung.
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Die GBS hat die Gasheizungen ihrer Kunden angepasst: Sie springen jetzt morgens eine halbe Stunde später an und gehen abends 30 Minuten eher in die Nachtabsenkung.

Wohnungsbaugenossenschaft legt die Kostensteigerungen auf Mieter um.

Von Stephan Büllesbach

Das Schreiben, das die etwa 1350 Mieter der Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS) in Hückeswagen, Burscheid, Wermelskirchen, Wipperfürth und Lennep in diesen Tagen erhalten, verheißt zunächst nichts Gutes. Lautet doch die Betreffzeile: „Anpassung Ihrer Heizkostenvorauszahlung zum 01.01. 2023“. In dem Schreiben gehen Vorstandsvorsitzender Thomas Nebgen und Vorstandsmitglied Marcus Brück auf die Preisanstiege im Energiebereich ein und dass auch die GBS nicht davon verschont bleibt. Eine gute Nachricht hat der Vorstand der Genossenschaft dennoch: Da die Gaspreise bis Jahresende auf dem Niveau von 2021 festgeschrieben seien, seien für die Mieter in der Heizkosten-Abrechnung für 2022, die im kommenden Jahr erfolge, keine gaspreisbedingten Kostensteigerungen zu erwarten.

„Auch für uns ist die aktuelle Situation eine große Herausforderung“, versichert Nebgen auf Anfrage unserer Redaktion. Das Problem ist, dass sich die extreme Preissteigerung bei der Energie für die GBS-Mieter erst 2024 auswirken wird. Um aber hohe Nachzahlungen bei der Heizkosten-Abrechnung zu vermeiden, bietet der Vorstand eine entsprechende Anpassung an. Dazu heißt es in dem Schreiben: „Für die Ermittlung der neuen Heizkosten-Vorauszahlung haben wir die Ihnen für das Jahr 2021 in Rechnung gestellten Heizkosten herangezogen und diesen Kosten Ihre aktuelle auf das Jahr 2023 hochgerechnete Vorauszahlung gegenübergestellt.“

Das heißt im Klartext: Die Preissteigerung wird natürlich weitergegeben, nur können die Mieter die Nachzahlung im übernächsten Jahr abfedern, in dem sie schon 2023 einen höheren Heizkostenabschlag über die Gesamtmiete zahlen.

Der Anpassungsbetrag ergibt sich aus der Differenz geteilt durch zwölf (die Anzahl der Monate). „Allerdings müssen die Mieter aktiv werden“, betont der Vorstandsvorsitzende. Er und Brück sind sich sicher, „ein Verfahren gewählt zu haben, welches der Realität sehr nahe kommt“. Ziel sei es, eine Nachzahlung in 2024 komplett zu vermeiden.

Laut Nebgen rechnet die Politik mit einer Vervierfachung der Gaspreise. Die GBS habe aber mit ihrem Energieversorger, der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW), „einen vernünftigen Folgevertrag aushandeln“ können. Somit liegen die künftigen Arbeitspreise je nach Abnahmemenge des Hauses zwischen 13,10 und 15 Cent je Kilowattstunde. „Damit entsteht eine Preisanpassung um etwa das 2,3-fache der bisherigen Arbeitspreise“, schreibt die GBS ihren Mietern.

Der Vorstand nutzt aber auch die Gelegenheit, sie zum Energiesparen anzuhalten. Sie sollten über Energiesparpotenziale nachdenken, um damit im eigenen Interesse einen Beitrag zur Energieeinsparung und Kostenreduzierung zu leisten. Dem Schreiben ist daher ein Flyer beigefügt, der nützliche Tipps und Hinweise zu diesem Thema hat. „Das Energiesparen trifft jeden, daher sollte das in den Alltag eingebaut werden“, wirbt Nebgen.

Damit die Heizungen in sämtlichen GBS-Gebäuden optimal und somit effizient funktionieren, wurden sie alle überprüft. „Wir haben auch die Heizkurven angepasst, um somit weitere Energiekosten einzusparen“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

So springen die Heizungen jetzt erst um 5.30 statt um 5 Uhr an und gehen abends eine halbe Stunde früher in die Nachtabsenkung. „Wir würden auch gerne Wärmepumpen einbauen“, versichert er. Aber bei vielen Gebäuden funktioniere das nicht. Dabei sei das die richtige Technologie für ein Mehrfamilienhaus, ist sich Nebgen sicher.

Baukosten sind eingroßes Problem für die GBS

Neben den Steigerungen bei den Energiekosten erweist sich auch die Kostenexplosion bei den Baukosten als großes Problem für die GBS. Nebgen macht das an einem Beispiel eines Hauses auf dem Fürstenberg deutlich: „Wir haben im vorigen Jahr das Dach für 150.000 Euro erneuert – momentan würde uns das 280.000 Euro kosten!“ Dann müsse das Dach in seinem solchen Fall noch zwei Jahre halten. „In der Hoffnung, dass die Preise sich bis dahin wieder normalisieren.“

Die Preissteigerung und Schwierigkeiten in der Lieferkette haben bei der GBS zudem dazu geführt, dass die für 2023 vorgesehenen energetischen Sanierungen ausgesetzt wird. Auch weil es mitunter schwierig ist, Handwerker zu bekommen.

„Hier kommt eines zum anderen“, sagt Nebgen. „Momentan ist das ein Alptraum.“ Immerhin sind aber bereits etwa 90 Prozent der Wohnungsbestände der Genossenschaft energetisch saniert und mit neuer Technik ausgestattet. „Das spart Energie und damit Kosten“, heißt es im Flyer, den die Mieter jetzt in ihren Briefkästen finden.

Energiespartipps der GBS

Wohnung: Bei allen Geräten, die nicht genutzt werden, den Stecker ziehen. Keine Geräte auf Stand-by. WLAN-Router ausschalten. Bewusster heizen und Temperatur auf etwa 20 Grad senken, im Schlafzimmer reichen bei geschlossener Tür auch 18 Grad. Heizkörper nicht verdecken. Vorsicht: Gar nicht heizen kann Schimmel begünstigen!

Bad: Je wärmer das Wasser, desto teurer ist das Bade- oder Duschvergnügen. Duschen ist günstiger als baden. Wasser ausstellen beim Einseifen, Rasieren, Zähneputzen.

Küche: Beim Kochen den Deckel auf den Topf – das spart etwa zwei Drittel Energie. Kaffeemaschine, Wasserkocher und Waschmaschine regelmäßig entkalken. Herdplatte und Backofen früher ausschalten und Restwärme nutzen.

Waschküche: Nur waschen, wenn die Maschine voll beladen ist. Draußen trocknen statt im Trockner. 30-Grad-Wäsche bei leichter Verschmutzung – verbraucht wird nur ein Drittel der Energie bei 60 Grad.

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