Frühschwimmer dürfen an den Start gehen

Eine ganze Reihe Schwimmer freuen sich, dass sie wieder ins kühle Nass dürfen. Foto: Heike Karsten
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Eine ganze Reihe Schwimmer freuen sich, dass sie wieder ins kühle Nass dürfen. Foto: Heike Karsten

Das Bürgerbad ist wieder geöffnet – allerdings nur eingeschränkt

Von Heike Karsten

Fast in jedem öffentlichen Gebäude, Geschäft und Supermarkt kleben Abstandsmarkierungen auf dem Boden. Im Schwimmbecken des Bürgerbads funktioniert das nicht. Dennoch halten sich auch hier die Badegäste an die Abstandsregeln zur Verhinderung einer Infektion mit dem Corona-Virus. „Wir haben das Sportbecken in zwei Bahnen geteilt, wobei maximal zehn Personen auf der einen und zehn auf der anderen Seite schwimmen dürfen“, erklärt Janina Loh, Fachangestellte für Bäderbetriebe.

Ab Mitte März war das Hallenbad aufgrund der Corona-Situation geschlossen, seit Samstag dürfen sich die ersten Badegäste wieder in dem erfrischenden Nass tummeln. Diese müssen jedoch Mitglied bei der Interessengemeinschaft der Frühschwimmer (IGF) sein. Ein Rentner-Ehepaar nutzte das Angebot gleich am ersten Öffnungstag und noch ein zweites Mal an Pfingstmontag. „Wir haben das Schwimmen sehr vermisst und genießen es jetzt“, sagen die Remscheider. 15 Frühschwimmer waren am ersten Öffnungstag ins Bürgerbad gekommen. Die Zahl wurde am Montag noch einmal übertroffen. „Um Viertel vor Sieben standen schon die ersten Gäste vor der Tür“, berichtet Bademeisterin Janina Loh.

Die IGF erhält durch die Wiederaufnahme des Schwimmbetriebs sogar Zuwachs: Die Leistungsschwimmer Janis und Joshua Adamek sind erst vor wenigen Tagen Mitglieder geworden, um wieder im Becken trainieren zu können. Die sportlichen Studenten schwimmen für die Vereine TSV Radevormwald und den TuS Westfalia Hombruch, hatten in den vergangenen Wochen durch die Schließung der Sportstätten jedoch keine Möglichkeit, im Wasser zu trainieren. Mehr als sechs Kilometer Strecke legen sie im Bürgerbad auf der Beckenhälfte für Sportschwimmer zurück. „Wir haben hier den Vorteil, dass wir zweieinhalb Stunden im Bad bleiben können“, freuen sich die Zwillinge, die die Zeit voll ausnutzten. Auch der gesundheitliche Aspekt spielt bei vielen Frühschwimmern eine wichtige Rolle. Sabine Surendorf aus Remscheid braucht das Schwimmen für einen gesunden Rücken. „Es war schlimm, nirgendwo eine Möglichkeit zum Schwimmen gehabt zu haben“, sagt die Remscheiderin. Sie hatte versucht, die fehlende Bewegung mit Spaziergängen zu kompensieren. „Das ist aber nicht das Gleiche“, betont sie.

Wie alle Badegäste musste auch Sabine Surendorf den Regeln im Bürgerbad folgen. Dazu zählt die Masken- und Anmeldepflicht im Eingangsbereich und das Desinfizieren der Hände.

„Ich desinfiziere stündlich alle Türklinken.“

Johannes Bever, Bad-Mitarbeiter

Zudem herrscht eine Einbahnstraßen-Regelung im Foyer. Von den Einzelkabinen soll nur eine pro Reihe benutzt werden, und nur die äußeren Duschen sind geöffnet. Die Hygiene-Regeln erfordern mindestens drei Personen an Personal. „Einer empfängt die Badegäste im Eingangsbereich, einer kümmert sich um die Desinfektion und einer übernimmt die Badeaufsicht“, zählt Mitarbeiter Daniel Grutz auf und fügt hinzu: „Das ist zwar kostenintensiver, wir hoffen aber, den Leuten damit ein Stück Normalität wiedergeben zu können.“ Zwar falle das gemütliche Zusammensitzen an der langen Kaffeetafel für die Frühschwimmer weg, das sei aber nur ein schönes Beiwerk zum Schwimmen, auf das die IGF-Mitglieder gerne vorübergehend verzichten, solange sie ins Wasser dürfen, vermutet Grutz. Einen unerlässlichen Job übernahm am Montag Johannes Bever, der von seinen Kollegen dafür spaßeshalber den Namen „Desinfektionator“ verpasst bekommt. „Ich desinfiziere stündlich alle Türklinken, das Drehkreuz am Einlass, die Schränke und Duscharmaturen“, sagt der 21-jährige.

Familien findet man nicht unter den Badegästen, da das Baby- und auch das Kinderbecken noch gesperrt sind. Ebenso dürfen Sauna und Dampfgrotte wie auch der Spraypark im Außenbereich noch nicht betreten werden. „Wir hoffen aber, dass sich das mit den neuen Vorschriften in den nächsten zwei Wochen ändern wird“, sagt Janina Loh.

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