Bestattung

Friedwald: Eröffnung noch 2022?

So sähe eine Bestattung im Friedwald aus: Eine (Basis-)Urne aus biologisch abbaubarem Material wird in einem kleinen Loch in der Nähe eines Baums versenkt. Abgelegt werden darf dort nur das, was der Wald hergibt.
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So sähe eine Bestattung im Friedwald aus: Eine (Basis-)Urne aus biologisch abbaubarem Material wird in einem kleinen Loch in der Nähe eines Baums versenkt. Abgelegt werden darf dort nur das, was der Wald hergibt.

Dr. Renate Knauf stellte im Hauptausschuss den aktuellen Planungsstand vor.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Das Thema Friedwald in Hückeswagen, also einer Begräbnisstätte im Wald, ist seit zwei Jahren beschlossene Sache. In der Ratssitzung vom September 2020 wurde mit nur zwei Gegenstimmen der damals noch im Rat vertretenen UWG-Fraktion der Weg freigemacht, eine Alternative zum Begräbnis im Kolumbarium oder auf dem Friedhof Am Kamp anzubieten. Vorgesehen für den Friedwald ist ein Forstgebiet oberhalb der Bever-Talsperre – mit einer Größe von etwa 25 Hektar, die in mehrere Parzellen unterteilt werden sollen.

Zur jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses war Dr. Renate Knauf von der FriedWald GmbH eigens aus Griesheim in Hessen angereist, um die Ausschussmitglieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Eigentlich sollte über einen Beschlussentwurf für die ausgearbeitete Nutzungsordnung für den Friedwald Hückeswagen für die nächste Ratssitzung abgestimmt werden. Diese wird am Dienstag, 27. September, sein.

So weit kam es dann allerdings nicht, da zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auch mehrere Bürger gekommen waren, die noch Gesprächsbedarf zum Friedwald sahen. „Ich spreche auch für einige andere Anwohner, die heute nicht hier sind, wenn ich sage, dass wir uns insgesamt nicht gut genug beraten fühlen“, sagte eine Bürgerin.

Um hier noch alle noch offenen Fragen zu klären, bot Bürgermeister Dietmar Persian nach Renate Knaufs Vortrag an, vor einem Beschluss noch einen Gesprächstermin zu vereinbaren – zu dem dann die Anwohner kommen könnten.

Grundsätzlich sei man mit den Planungen aber mittlerweile schon sehr weit vorangekommen, sagte Renate Knauf. So sei etwa das wichtige Thema der Zufahrt insofern geklärt worden, dass es keinen Besucherverkehr über Kleinhöhfeld geben solle, sondern ausschließlich über Müllensiepen. „Eine Beschilderung soll hier den Weg weisen – auch von Wipperfürth kommend“, sagte Renate Knauf.

Und weiter: „Zudem muss der Weg in der Navigationssoftware hinterlegt werden.“ Da ein Großteil der Autofahrer mit Google Maps navigiere, werde man einige Wochen vorher die Route dort hinterlegen. Außerdem sollen drei Ausweichbuchten auf der Straße eingebaut werden, damit es bei entsprechendem Verkehrsaufkommen die Möglichkeit zum Ausweichen gebe. Umfangreich seien auch die Planungen für die Parkmöglichkeiten vor Ort. So solle es zusätzlich zu dem großen Parkplatz mit 16 Stellplätzen noch einen kleineren mit zehn weiteren Plätzen geben. „Der soll aber nur geöffnet werden, wenn absehbar ist, dass der große voll wird“, sagte Renate Knauf.

Auf dem Parkplatz würden zudem eine mobile, barrierefreie Toilette, eine Infotafel mit einer Übersichtskarte über die Begräbnis-Parzellen sowie ein Waldarbeiter-Schutzwagen für den Friedwald-Förster aufgestellt werden. „In Parkplatznähe ist ein Andachtsplatz geplant“, sagte Renate Knauf. Derzeit würden die Pläne beim Kreis zur Genehmigung liegen. „Ich hoffe sehr, dass die friedhofsrechtliche Planungsgenehmigung in den kommenden Wochen oder Monaten vorliegt“, sagte sie. Damit könne man bis Ende 2022 mit einer Eröffnung des Friedwaldes planen. Diesen Optimismus habe er nicht, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Pascal Ullrich und schmunzelte – wollte aber zugleich wissen, ob die in der Nutzungsordnung vorgesehenen 15 Jahre Nutzungszeit für den Begräbnisplatz nicht ein wenig kurz seien und ob diese problemlos verlängert werden könnten. „Das ist kein Problem, das kann jede Kommune regeln, wie sie möchte. Wir geben die 15 Jahre nur als Erfahrungswert an“, sagte Renate Knauf. Auf dem Friedhof Am Kamp liege die Nutzungszeit bei 25 Jahren, Persian regte an, diese Zeiten einheitlich zu halten. Grünen-Fraktionschef Egbert Sabelek wollte wissen, ob die Genehmigung an irgendeiner Stelle hake oder ob es der ganz reguläre Prozess sei – Renate Knauf bestätigte letzteres. Oliver Junginger von der FaB-Fraktion fragte den Bürgermeister, warum „eigentlich Schritt zwei, also die Satzungserstellung, vor Schritt eins, der Planungsgenehmigung“ erfolge. Persian antwortete: „Um Zeit zu sparen, weil wir nicht davon ausgehen, dass es bei der friedhofsrechtlichen Genehmigung keine Probleme geben wird.“ Allerdings sei ganz klar die Maßgabe, dass die Satzung hinfällig werde, sollte es, aus welchen Gründen auch immer, keine erteilte Genehmigung für den Friedwald geben. Die Satzung müsse indes zur Eröffnung zwingend vorliegen – und so sei es letztlich vom zeitlichen Ablauf her sinnvoll, wenn die Satzung dann schon vorliege.

Bevor nun allerdings die Satzung in den Hückeswagener Stadtrat gehen wird, steht erst noch das Gespräch mit den Anwohnern an. Eine entsprechende Beschlussfassung gab der Haupt- und Finanzausschuss allerdings in der jüngsten Sitzung nicht ab.

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