Aktion

Freiwillige sammeln Müll an der Talsperre auf

Familie Heinze – Nina (v. l.), Frank und ihre beiden Kinder Ronja und Tara – hatte sich mit Regenkleidung auf den Weg zur Talsperre gemacht, wo sie mit Gummihandschuhen, Eimern und Greifzangen ausgestattet wurden.
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Familie Heinze – Nina (v. l.), Frank und ihre beiden Kinder Ronja und Tara – hatte sich mit Regenkleidung auf den Weg zur Talsperre gemacht, wo sie mit Gummihandschuhen, Eimern und Greifzangen ausgestattet wurden.

DLRG und Wupperverband haben Freiwillige zum „Tag der sauberen Bever“ aufgerufen – 36 Personen packten mit an.

Von Heike Karsten

Der Sommer war trocken, warm und lang – ideale Voraussetzung für einen Besuch an der Bever-Talsperre. Nach einer guten Badesaison befindet sich das Ufer der Talsperre oft durch liegengelassenen oder achtlos weggeworfenen Müll in einem schlechten Zustand. Daher ruft der Wupperverband in Kooperation mit der DLRG jedes Jahr im Herbst zum „Tag der sauberen Bever“ auf. Erfreulich war, dass in diesem Jahr deutlich weniger Müll hinterlassen wurde. „Die Besucher denken nachhaltiger und handeln umweltbewusster“, äußerte Talsperrenmeister Helmut Selbach vom Wupperverband seine persönliche Einschätzung.

Dennoch: Die Talsperre ist groß und es braucht entsprechend viele Helfer, um die Randgebiete nach wildem Müll abzusuchen. Am Samstag waren gerade einmal 36 Helfer dem Aufruf gefolgt, darunter die Mitglieder der DLRG Radevormwald und der an der Bever ansässigen Segelvereine.

Das könnte am unbeständigen Wetter und den zahlreichen Regenschauern gelegen haben. „Bei Sonne wären sicherlich noch mehr gekommen, aber auf das Wetter haben wir keinen Einfluss“, sagte DLRG-Organisator André Grutz, der auch schon mal an die 100 Helfer beim Aktionstag an der Bever-Talsperre begrüßen konnte. Erschwerend hinzu kommt, dass der Termin diesmal mit dem Beginn der Herbstferien zusammenfiel.

Zu den freiwilligen Helfern zählten Vanessa Grünheit und Philipp Wüster vom Ortsverband „Die Partei“. Ihr Einsatz begann direkt in der Badebucht an der Zornigen Ameise. „Die Bever soll doch sauber sein“, begründete Vanessa Grünheit, die schon als Kind gerne zum Schwimmen an die Talsperre gekommen war, ihren Einsatz. Sascha Stockhausen und Daniel Selbach hatten ebenfalls im Sommer von dem Bade- und Freizeitparadies profitiert. „Wir waren oft an der Bever – auch mit dem SUP-Board. Deshalb wollen wir helfen“, sagten die 15-jährigen Freunde. Aufgefallen seien ihnen besonders die vielen Glasscherben, die eine große Verletzungsgefahr bergen.

„Es ist traurig, dass die Leute nicht mal fünf Meter zum nächsten Mülleimer gehen können.“

Helmut Selbach, Talsperrenmeister

Familie Heinze hatte sich mit Regenkleidung auf den Weg zur Talsperre gemacht, wo sie mit Gummihandschuhen, Eimern und Greifzangen ausgestattet wurden. Mit dem Boot wurden sie zu ihrem Einsatzort in den Höhfelder Arm gebracht, um dort nach Müll zu suchen. Tochter Tara (8) lernt gerade das Schwimmen im Kurs der DLRG. „Wir wurden von der DLRG angeschrieben, deshalb wollen wir uns beteiligen“, sagte Mutter Nina Heinze. Zudem sei es eine sinnvolle Aktion für eine saubere Umwelt.

Der Wupperverband sammelte die Funde ein und sorgte per Anhänger für den Abtransport des Mülls – darunter viele Glasscherben und Kronkorken, Flaschen, Dosen und Lebensmittelverpackungen, aber auch größere Hinterlassenschaften wie der Sitz einer Hollywoodschaukel. Bei ihrem Säuberungseinsatz stießen die fleißigen Müllsammler am Höhfelder Arm auf einen Obdachlosen. „Der Mann war komplett durchnässt und unterkühlt“, berichtete Grutz. „Wir haben ihn zuerst einmal unter die warme Dusche gestellt und ihn dann dem Ordnungsamt übergeben“, sagte er. Bei den nächtlichen Temperaturen unter zehn Grad hätte es anderenfalls für den Obdachlosen lebensbedrohlich werden können.

Immer weniger Bever-Gäste verstoßen gegen das Grillverbot

Nach diesem Schreck und mehreren Stunden des Müllsammelns durften sich die Helfer mit Würstchen stärken, die der Wupperverband gesponsert hatte und die am Vereinsheim der Seglervereinigung Wuppertal gegrillt wurden.

Dass das Freizeitparadies weniger vermüllt war als in den Jahren zuvor, schreibt Helmut Selbach unter anderem dem unermüdlichen Einsatz der Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre zu. „Wir sind seit 2014 unterwegs und versuchen immer, die Besucher der Bever freundlich anzusprechen und unter anderem auf das Grillverbot aufmerksam zu machen“, sagte Selbach. Das sei vor allem im Hinblick auf die erhöhte Waldbrandgefahr während der trockenen Sommermonate wichtig. Laut Selbach werden es immer weniger Bever-Gäste, die gegen dieses Verbot verstoßen. „Wir machen es aber prophylaktisch weiter.“

Selbach kennt die Stellen entlang des Ufers genau, die besonders oft vermüllt hinterlassen werden. Eine Problemzone sei der Parkplatz am Staudamm. Dort würden hauptsächlich Zigarettenkippen und Fast-Food-Verpackungen direkt aus dem Auto auf die Straße geworfen. „Es ist traurig, dass die Leute nicht mal fünf Meter zum nächsten Mülleimer gehen können“, bedauert der Talsperrenmeister. Dennoch: „Das Positive überwiegt“, sagte er.

Einsatzgebiete

Ufer: Gesäubert wurden die Bereiche in der Bucht an der Zornigen Ameise, die Ufer am Haupt-, Stooter-, Neye- und Höhfelder Arm, in Großberghausen und Käfernberg. 

Wasser: Die ausgewiesenen Badestellen werden vor dem Start der Badesaison im Frühjahr von Tauchern auch unter Wasser nach Müll und Glasscherben abgesucht.

Notfall: Das Notfall-System an der Bever-Talsperre soll weiter ausgebaut werden. Es gibt bereits Schilder mit Notfall-Rufnummern und den entsprechenden Koordinaten des Standorts, die bei der Polizei und Feuerwehr hinterlegt sind. So können auch Ortsunkundige im Notfall ihren genauen Standort an Helfer übermitteln.

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