Firmenkomplex in West 2 brennt ab

Aus allen Ritzen im Dach quoll dichter Rauch. Fotos: Tim Oelbermann
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Aus allen Ritzen im Dach quoll dichter Rauch.

Bei einem Großbrand sind die Gebäude eines produzierenden Unternehmens an der Carl-Benz-Straße ein Raub der Flammen geworden

Von Stephan Büllesbach

Es muss rasend schnell gegangen sein: Als um 14.14 Uhr die Leitstelle den Alarm herausgab, war schon klar, dass es sich um einen größeren Brand handelte. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte des Löschzugs Stadt und aller drei Löschgruppen Holte, Herweg und Straßweg an der Brandstelle an der Carl-Benz- / Bockhacker-Straße im Gewerbegebiet West 2 drang bereits eine breite schwarze Rauchsäule aus dem Dach.

Zu sehen war diese schon von weitem, etwa aus Isenburg bei Altenholte. Zu diesem Zeitpunkt waren sämtliche Mitarbeiter des Unternehmens schon aus dem Gebäude geflüchtet. Den Löscharbeiten sah ein Teil von ihnen später völlig fassungslos zu, einige hatten wegen der heraufziehenden Kälte Decken um die Schultern gelegt.

Was genau passiert ist, darüber hatte Feuerwehr-Sprecher Morton Gerhardus gut zwei Stunden nach der Alarmierung noch keine Kenntnisse. „Das müssen die Brandermittler herausfinden, wofür sich der Einsatzort aber abkühlen muss“, sagte er.

Den späten Nachmittag und Abend war die Feuerwehr noch mit Nachlöscharbeiten zugange. Immerhin konnte Gerhardus um kurz nach 16 Uhr mitteilen: „Der Brand ist unter Kontrolle.“

„Hier gibt es nichts mehr zu retten.“

Morton Gerhardus, Feuerwehr-Sprecher

Gut 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. „Hier gibt es nichts mehr zu retten“, betonte er gegen 16 Uhr. Das Feuer hatte sich offenbar im gesamten Gebäudekomplex ausgebreitet, denn es gab keine Stelle, wo der dichte Rauch nicht unter dem Dach hervorquoll. Auch waren Teile des Gebäudes eingestürzt und hatte sich die Außenverkleidung aufgrund der enormen Hitzeentwicklung teilweise verbogen.

Die Feuerwehrleute waren direkt mit einem massiven Löschangriff vorgegangen und hatten das Feuer gleich einmal mit vier Rohren bekämpft. Für die Löschangriffe von oben war neben der Hückeswagener Drehleiter auch das gleiche Fahrzeug der Radevormwalder Feuerwehr ausgerückt, so dass das Dach von zwei Seiten aus gelöscht wurde.

Hilfe für die Hückeswagener Wehr gab es zudem aus weiteren Kommunen aus der Umgebung: Von der Berufsfeuerwehr Remscheid und aus Radevormwald war jeweils ein ABC-Ermittler hinzugezogen worden, die die Luftmessungen vornahmen. Die Wipperfürther Wehr hatte ihr Schlauch-Spezialfahrzeug geschickt, weil auch eine längere Wasserversorgung aufgebaut werden musste.

Von der Kreisverwaltung kam ein Container für Atemschutzgeräte, damit diese für die Trupps an vorderster Front schneller ausgetauscht werden konnten. Und aus Bergneustadt war das große Einsatzleitfahrzeug angerückt, von wo aus der Einsatz und der Funk unterstützt wurden.

Ebenfalls am Einsatzort waren Kreisbrandmeister Wilfried Fischer und sein Stellvertreter Frank Hartkopf, dazu Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises und des Wupperverbands. Sie entnahmen Proben des kontaminierten Löschwassers.

Gegen 15 Uhr hatte die Warn-App „Nina“ vor der „Ausbreitung von Rauchgasen“ gewarnt. Allerdings gab der Feuerwehr-Sprecher rund eine Stunde später Entwarnung: Die beiden ABC-Erkunder hatten Luftmessungen an der Einsatzstelle und etwas entfernt in Richtung Wermelskirchen und Remscheid vorgenommen. „Man riecht zwar noch was, aber das ist nicht gesundheitsgefährdend“, versicherte Gerhardus.

Die Polizei hatte den Einsatzort an der Heinrich-Schicht-Straße im Gewerbegebiet vollständig für den Verkehr abgeriegelt. Hindurch kamen nur Einsatzkräfte und die Mitarbeiter der benachbarten Firmen, die gegen 16 Uhr Feierabend hatten und mit ihren Autos zwischen den Feuerwehrwagen hindurchfahren mussten.

Als diese Ausgabe gedruckt wurde, war der Einsatz noch nicht beendet.

Hintergrund

Einsatz im Vorjahr: Bereits am 25. August 2020 hatte es im selben Betrieb gebrannt.

Ursache: Damals waren eine Maschine und zwei Behälter in Brand geraten. Der Stadtbrandinspektor war davon ausgegangen, dass zunächst Metallspäne zu heiß geworden waren.

Weitere Fotos vom Brand: www.rga.de

Löschangriff von oben mit Hilfe der Drehleiter und von der Straße aus.
Teile des Gebäudes waren schon nach kurzer Zeit eingestürzt.

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