Glückwunsch

Firmengründer feiert 70. Geburtstag

Rüdiger Krumreihn hat an Heiligabend runden Geburtstag: Der Mitbegründer von arcus Treppen wird morgen, Samstag, 70 Jahre alt.
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Rüdiger Krumreihn hat an Heiligabend runden Geburtstag: Der Mitbegründer von arcus Treppen wird morgen, Samstag, 70 Jahre alt.

Schreinermeister Rüdiger Krumreihn hat arcus-Treppen erfolgreich mit aufgebaut und geführt.

Von Heike Karsten

Seit mehr als 40 Jahren fertigt Firma arcus als größter Treppenhersteller der Region hochwertige Holztreppen nach Maß. Allein in diesem Jahr wurden am Firmenstandort im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg 790 Treppen produziert, das sind umgerechnet vier Treppen pro Tag. Eine logistische Meisterleistung, die Firmengründer Rüdiger Krumreihn aber nicht mehr in Stress versetzt. Denn Ende 2019 trat er mit 67 Jahren seinen Ruhestand an und übergab seine Geschäftsanteile an Tochter Nina Stockebrand (41). An Heiligabend vollendet Krumreihn sein 70. Lebensjahr.

So geradlinig, wie er mit seinem Geschäftspartner Hans-Peter Dörpinghaus die Firma geführt und zum Erfolg gebracht hat, ist sein Leben nicht immer verlaufen. Insbesondere die Schulzeit und die Berufsfindung verliefen im Zickzack-Kurs. „An meine Klassenkameraden kann ich mich kaum erinnern, weil ich so oft die Klasse und Schule gewechselt habe“, berichtet Krumreihn. Nach dem Abschluss auf der Realschule begann er eine Fernmeldelehre bei der Deutschen Post. „Da habe ich es aber nur ein Jahr ausgehalten“, verrät er. Nach zehn Tagen als Schriftsetzer-Lehrling wusste er ebenfalls, dass das nicht seine Zukunft sein wird.

So packte er die Tasche, plünderte sein Konto und setzte sich für drei Monate ab, in denen er bis nach Kreta reiste. Im Anschluss schlug er sich mit Nebenjobs im Messebau und einem Töpferei-Praktikum durch, absolvierte an der Fachoberschule für Gestaltung in Düsseldorf das Fachabitur und begann sein Wunschstudium in Industrie-Design an der Folkwangschule in Essen.

Statt Studium musste er seinen Ersatzdienst antreten

Doch dann wurde er zum Wehrdienst einberufen. „Im ersten Drittel des Studiums war das erlaubt. Dabei hatte ich gerade eine WG gefunden und Spaß am Studium“, bedauert Krumreihn, der den Dienst an der Waffe verweigerte und stattdessen Zivildienst in Form von Hausmeisterarbeiten leistete. Etwa zwei Monate beschäftigte er sich während dieser Zeit mit der Aufbereitung von maroden Holzbänken in einer Kapelle. „Dabei habe ich den Spaß am Werkstoff Holz gefunden“, sagt der 69-Jährige rückblickend. Statt das Studium fortzusetzen, begann er mit 24 Jahren eine Schreinerausbildung in Bergisch Neukirchen. Der Grundstein der heutigen Firma arcus wurde gelegt, als sich Krumreihn mit der ehemaligen Werkstatt des Schreinermeisters Werner Abhoff am Marktberg selbstständig machte. Vier Jahre später stieg Geschäftspartner Hans-Peter Dörpinghaus als Teilhaber ein, den Krumreihn in der Berufsschule kennengelernt hatte. Gemeinsam vergrößerte sich die Firma und zog in die Werkstatt des verstorbenen Schreinermeisters Fritz Böhlefeld in Kleineichen. Nacheinander legten die beiden Inhaber ihre Meisterprüfung ab und gründeten die heutige arcus Treppen GmbH.

Ende der 1980er Jahre erwarb die Geschäftsführung 1989 an der Industriestraße die Schreinerei Balzer und Behrla für 350.000 Mark. „100.000 konnten wir auf Rentenbasis abbezahlen, sonst hätten wir das nicht geschafft“, sagt Krumreihn. Nach grundlegender Renovierung und der Einrichtung der Massivholztreppen-Produktion wurde 1991 ein großes Treppenstudio am Standort eingeweiht, 1994 kam ein Bürotrakt hinzu.

Am 11. Dezember 2004, dann die Katastrophe: Ein Großbrand vernichtete die gesamte Werkstatt. So standen die Firmeninhaber kurz vor Weihnachten vor der Entscheidung, neu anzufangen oder aufzugeben. „Gegen das Aufgeben hatte aber die Versicherung etwas“, erzählt Krumreihn und lacht. Mit Hilfe des damaligen Bürgermeisters Uwe Ufer wurde ein Grundstück gefunden und am heutigen Firmenstandort an der Heinrich-Schicht-Straße neu gebaut. „Bis kurz vor der Fertigstellung lag noch keine endgültige Baugenehmigung vor.“ Dass sich die älteste Tochter zu der Zeit schon gedanklich zur Mitarbeit in der Firma entschlossen hatte, ist für Krumreihn ein Glücksfall. So konnte er sich stückweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und mit Ehefrau Renate seiner Leidenschaft, dem Reisen im Wohnmobil, verstärkt nachgehen. Nina Stockebrand hat eine abgeschlossene Tischlerlehre und Architektur studiert. Für die Zukunft möchte die Geschäftsleitung vor allem eins: weiterhin hochwertige und individuelle Treppen fertigen – und zwar klimaneutral.

Hintergrund

Halle: 2017 wurde der Erweiterungsbau als Vormontage- und Lagerhalle für fertige Treppen in Betrieb genommen.

Umwelt: Seit Januar 2021 arbeitet arcus klimaneutral. Die Treppen belasten bei Produktion und Montage die Umwelt nicht mit Treibhausgasen.

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