Feuerwehrnachwuchs kontrolliert Hydranten

Die rot umrandeten Schilder an Hauswänden oder Masten zeigen an, welcher Hydrant wo zu finden ist.
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Die rot umrandeten Schilder an Hauswänden oder Masten zeigen an, welcher Hydrant wo zu finden ist.

Löschwasser gibt es an 550 Stellen im Stadtgebiet

Von Stephanie Arens-Licciardi

Es ist gar nicht so einfach, den metallenen Deckel des Hydranten mit Hammer und Muskelkraft zu bewegen. Das Team strengt sich mächtig an – und nach wenigen Sekunden ist es geschafft: Die Zugänge sind frei. „Schaut bitte nach, ob Laub oder anderer Unrat beseitigt werden kann, dann verschließen wir den Hydranten wieder“, trägt der 17-jährige Fynn Frie seinen drei Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf. Im Rahmen der jährlichen Hydrantenkontrolle starteten insgesamt sieben Gruppen der Jugendfeuerwehr Hückeswagen in Kooperation mit dem BEW im Stadtgebiet und Umland. „Nach einer Zwangspause von mehr als einem Jahr sind wir von der Jugendfeuerwehr froh, den BEW wieder tatkräftig unterstützen zu können“, sagt Sören Bender von der Jugendfeuerwehr Hückeswagen.

Die Kontrollaktion hat eine lange Tradition für den Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr. Neben dem Lerneffekt, wie und unter welchen Umständen ein solcher Hydrant einzusetzen ist, lernen die Kinder und Jugendlichen ab zehn Jahren im Rahmen des wöchentlichen Dienstes weitere Kenntnisse rund um Feuerwehr und Co.

Zum dritten Dienstabend nach fast anderthalbjähriger Zwangspause versammelten sich rund 20 Mädchen und Jungen vor dem Gerätehaus des Löschzuges Stadt. Dass die Dienste wieder jeden Mittwoch stattfinden können, ist für Leiterinnen und Leiter als auch für den Nachwuchs ein Grund zur Freude. Alisha Salihi erzählt: „Mir hat der Dienst schon gefehlt.“ Sie ist seit zwei Jahren dabei und in die Fußstapfen ihres älteren Bruders getreten. „Menschen zu helfen, etwas leisten und der Zusammenhalt, das interessiert und fasziniert mich an der Feuerwehr“, sagt sie.

Bevor es losgeht, steht zunächst eine kurze Einführung an. Um einen Hydranten ordnungsgemäß kontrollieren und reinigen zu können, bedarf es einiger Kniffe. Tobias Felbeck gibt Tipps und lässt die Jugendlichen ausprobieren. Emma aus Gruppe eins testet als Erste ihr Können. Es ist gar nicht so einfach, aber nach einigen Minuten hat die Hückeswagenerin den Dreh raus und kann den Schacht freilegen. Ein wenig Laub und Schmutz haben sich angesammelt, dieser wird entfernt, danach wird der Schacht mit vereinten Kräften wieder verschlossen. Aber Achtung: Finger und Hände sollten nicht zum Einsatz kommen. „Das könnte unter Umständen schmerzhaft werden“, meint Felbeck.

An 550 Stellen im Stadtgebiet gibt es Hydranten

Die rot umrandeten Schilder, die auf die Hydranten hinweisen, sind an 550 Stellen in der Stadt zu finden. Felbeck erklärt den Aufbau der Beschilderung: „Das H steht für Hydrant; die Zahl dahinter für den Innendurchmesser in Millimeter der Versorgungsleitung unter der Erde.“ Weiter: „Die Richtungsangabe wird dann in Metern rechts oder links angegeben. Wichtig ist, dass ihr direkt vor dem Schild steht. Zu beachten ist außerdem, wie viele Meter man vom Schild weggehen muss.“

Die jeweiligen Wasserleistungen fallen unterschiedlich aus. Rund 100 Liter pro Minute leistet der Hydrant an der ersten Kontrollstation Am Kamp. Die Fassungen für die Standrohre der Feuerwehr ragen zwischen 20 und 30 Zentimeter aus dem Boden. Stellen die Gruppen erhebliche Verschmutzungen oder Mängel fest, werden diese in die Checklisten eingetragen und an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die BEW weitergeleitet, die für die Instandhaltung und den reibungslosen Einsatz der Löschwasserversorgung zuständig sind.

Fynn Frie weiß: „Im Notfall muss ein Hydrant jederzeit zugänglich sein. Gerade dann, wenn bei einem Brand jede Sekunde zählt.“ Ein häufiges Ärgernis für die Feuerwehrleute: zugeparkte oder zubetonierte Hydranten. „Sehr ärgerlich, wenn es wirklich eilt und brenzlig wird“, sagt Fynn Frie.

Hydranten: Es gibt zwei Arten von Hydranten: die im Boden eingelassenen Unterflur- sowie Überflurhydranten. Das Wasser wird aus dem örtlichen Trinkwassernetz gewonnen.

Die im Boden eingelassenen Hydranten müssen stets funktionstüchtig und erreichbar sein.

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