Alarmbereitschaft

Feuerwehr kontrolliert Pegelstände

Stadtbrandinspektor Karsten Binder.
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Stadtbrandinspektor Karsten Binder.

Der ergiebige Regen sorgt für erhöhte Alarmbereitschaft in der Schloss-Stadt.

Von Joachim Rüttgen

Ergiebiger Dauerregen am Donnerstag. Das weckte bei vielen Menschen an der Wupper dramatische Erinnerungen an die Flut von 2021. Aber die Situation blieb beherrschbar, Freitagmorgen um 7.46 Uhr hatte die Feuerwehr mit der Löschgruppe Herweg den einzigen Einsatz und musste einen vollgelaufenen Keller leerpumpen, berichtete Stadtbrandinspektor Karsten Binder.

Bereits am Donnerstag hatte der Baubetriebshof tagsüber die Zuwegung in die Wupperaue gesperrt, weil am späteren Abend das Wasser der Wupper in die dafür vorgesehenen Auslaufbereiche floss. Stets im Blick hatte Binder den Pegelstand an der Messstation des Wupperverbandes bei Firma Klingelnberg. „Da wurde am Donnerstagabend die Warnstufe 2 ausgerufen“, teilte Binder mit. Daraufhin unternahm die Feuerwehr mehrere Kontrollfahrten, musste aber nirgendwo eingreifen. „Bei Klingelnberg hatten wir bis Mitternacht, als das Hochwasser seinen Scheitelpunkt erreicht hatte, noch einen Puffer von 80 bis 100 Zentimetern“, erläuterte der Feuerwehr-Chef – und berichtete von einem erleichterten Hydrologen beim Wupperverband. Außerdem habe der Experte anhand des Wettermodells erkannt, dass der Regen nachlassen sollte und damit der Pegel auch wieder rückläufig würde. „Gegen Mitternacht zeigte die Skala den Höchststand an“, sagte Binder.

Er selbst war zwischen 23.30 und 24 Uhr in Hückeswagen unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Da regnete es noch leicht, die Pegel waren aber nicht mehr erhöht.“ Seit Mitternacht sei der Pegel dann gefallen, allerdings langsamer, als er zuvor gestiegen war. Binder und seine Kollegen kontrollierten mit Scheinwerfern nicht nur das Gelände bei Klingelnberg, sondern auch die angrenzenden Gewerbeflächen an der Wupper. Dazu zählten das Areal an der Schlossfabrik, die große Überflutungsfläche in Westenbrücke, wo sich eine große Seenlandschaft gebildet hatte, der Wanderparkplatz bei Pflitsch am Mühlenweg, Flächen in der Innenstadt und im Brunsbach Zum Sportzentrum. „Keine Straßen waren überflutet, auch am Beverteich, an der Bevertalstraße und an der Bever-Talsperre war die Situation entspannt“, berichtete Binder. Der Pegel habe an der Talsperre noch grob zwischen zwei und drei Meter Platz zum normalen Überlauf gehabt. Binder rechnet damit, dass die Talsperre allerdings in den kommenden Tagen schon gut gefüllt werde. Zumal es am Samstag nochmal größere Mengen Regen geben soll.

Nach der Hochwasserkatastrophe 2021 habe es viele Gespräche gegeben und seien Vorkehrungen getroffen worden, um künftig frühzeitig eine Hochwasserlage koordinieren zu können. „Wenn Gefahr droht, wollen wir einfach frühzeitiger reagieren“, sagte er. Binder bemerkte am Donnerstagabend, dass viele Menschen, die am Fluss oder am Bach leben, ihre Pumpen im Keller laufen ließen, weil gerade dort oft auch der Grundwasserpegel steige. „Aber das ist ein völlig normaler Zustand, dass die Betroffenen den Pegelstand beobachten. Viele machen sich selbst auch Markierungen im Boden, um zu erkennen, ob das Wasser ungewöhnlich hoch steigt“, sagte er. Niemand wolle sich ja selbst gefährden.

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