Jahresdienstbesprechung

Feuerwehr blickt auf spannendes Jahr zurück

Bei einem Großbrand Mitte November war der Gebäudekomplex eines produzierenden Unternehmens an der Carl-Benz-Straße im Gewerbegebiet West 2 ein Raub der Flammen geworden. Verletzt wurde niemand.
+
Bei einem Großbrand Mitte November war der Gebäudekomplex eines produzierenden Unternehmens an der Carl-Benz-Straße im Gewerbegebiet West 2 ein Raub der Flammen geworden. Verletzt wurde niemand.

Hochwasserkatastrophe war bei der Jahresdienstbesprechung großes Thema.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Es war die erste Jahresdienstbesprechung der Hückeswagener Freiwilligen Feuerwehr seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor zwei Jahren. Veranstaltet wurde sie im Forum der Montanusschule an der Weststraße.

„2021 war das zweite Jahr in Folge, das unter dem Einfluss des Coronavirus stand – es war dennoch ein ereignisreiches und spannendes Jahr für uns“, sagte Silke Lemmen, Brandinspektorin und stellvertretende Wehrleiterin.

Sie lobte in ihrer kurzen Begrüßung das Verhalten ihrer Kameradinnen und Kameraden im Einsatz. „Es hat viel Disziplin erfordert, sich vor und nach jedem Einsatz und jeder Übung zu testen“, sagte Silke Lemmen. Kreisbrandmeister Wilfried Fischer wiederum begrüßte Silke Lemmen als „erste Frau an der Spitze einer Feuerwehr im Oberbergischen Kreis“.

Die neue Spitzenkonstellation mit Wehrleiter Karsten Binder sowie seinen drei Stellvertretern Tim Hogenfeld, Silke Lemmen und Thomas Schmitz sei gut. Auch er dankte den Hückeswagener Feuerwehrleuten für ihren Einsatz – und bezog sich damit natürlich ebenfalls vor allem auf die Flutkatastrophe im Juli des Vorjahres.

„Ihr seid eine relativ kleine Wehr – was ihr geleistet habt, ist hervorragend“, sagte er. Und räumte ein, dass die Kreisfeuerwehr besser darin werden müsse, frühzeitig zu erkennen, wo im Katastrophenfall vielleicht eher Hilfe nötig gewesen wäre. Deutlich wurde, wie wichtig die Arbeit der Hückeswagener Feuerwehr ist, als Stadtbrandinspektor Karsten Binder einen kleinen Rückblick über das vergangene Jahr gab. Im Zentrum stand dabei natürlich die Hochwasserkatastrophe mit ihren zahlreichen Evakuierungen in der Nacht auf den 15. Juli und den Schäden. Allerdings war die Feuerwehr auch sonst zu einigen größeren Einsätzen ausgerückt, die so sicherlich nicht alle Tage vorkommen.

„Wir haben kaum Austritte wegen Corona zu verzeichnen.“

Jugendleiter Sören Bender

„Am 5. April musste in einem Großeinsatz mit Höhenrettung ein verunfallter Techniker vom Windrad in Vormwald evakuiert werden. Am Drosselweg brannte am 19. September ein Wohnhaus komplett aus, und auch der Hallenbrand an der Carl-Benz-Straße am 15. November hat uns in Atem gehalten“, sagte Binder.

Erfreulich sei hingegen, dass die Personalstärke trotz Corona gleich geblieben sei. Die Treue der Kameradinnen und Kameraden zu ihrer Wehr zeigte sich auch in den Jahresberichten aus den Löschgruppen, die zwar inhaltlich nicht viel hergaben, weil eben nicht viel außerhalb der Einsätze gemacht werden konnte, die aber ebenfalls deutlich machten, dass sich kaum jemand wegen Corona aus dem Dienst verabschiedete. Einen Holperstart legten auch die 2019 gegründeten „Feuerlöwen“, die Kinderfeuerwehr, hin. Seit April können sich die Nachwuchs-Feuerwehrleute wieder treffen, zwischendurch sei man per Post im Kontakt geblieben, von Juli bis Dezember 2021 habe man sich sogar „im lockeren Dienst“ wieder treffen können. Auch die Jugendfeuerwehr konnte nicht wie gehabt üben, nur vereinzelt gab es 2020 Dienste. „Wir haben aber auch kaum Austritte wegen Corona zu verzeichnen – und im Sommer 2021 kam erstmals Nachwuchs aus der Kinderfeuerwehr in die Jugend“, sagte Jugendleiter Sören Bender. Derzeit seien 23 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, gedanklich bereite man sich bereits auf das 50-jährige Bestehen der Jugendwehr im kommenden Jahr vor.

Seinen Dank überbrachte auch Hückeswagens Bürgermeister Dietmar Persian, der sein kurzes Grußwort unter ein bekanntes Kampagnen-Motto aus dem Katastrophenschutz – „Wer kommt, wenn nichts mehr geht?“ – stellte. Und genau das „Wer“ sei es auch, woran er denke, wenn er von der Feuerwehr spreche.

„Das sind nicht in erster Linie die Gebäude und Fahrzeuge“, sagte Persian. Vielmehr gehe es um die Menschen, die dann kommen würden, wenn „Wassermassen durch unsere Stadt walzen“, die kommen würden, wenn es brenne – und deren Bereitschaft, sich für ihre Mitbürger einzusetzen, auch trotz der Einschränkungen durch die Pandemie nicht geringer geworden sei.

„Dafür möchte ich mich, auch im Namen des Stadtrats und der Verwaltung, bedanken“, sagte der erste Bürger der Stadt.

Einsätze 2021

Die Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr, zu denen die 211 aktiven Kräfte in der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen ausrücken mussten, war mit 270 sehr hoch. „So viele wie noch nie“, sagte Stadtbrandinspektor Karsten Binder. Vor allem die Zahl der geretteten Personen (201) war dabei dem Hochwasser geschuldet. Ansonsten gab es 19 Kleinbrände, jeweils zwei Mittel- und Großbrände sowie 31 Fehlalarme.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Funkstille in Funkenhausen nach Blitz
Funkstille in Funkenhausen nach Blitz
Funkstille in Funkenhausen nach Blitz
Ehepaar Persian landet bei E-Rallye auf dem Treppchen
Ehepaar Persian landet bei E-Rallye auf dem Treppchen
Ehepaar Persian landet bei E-Rallye auf dem Treppchen
Konferenz zum digitalen Wandel
Konferenz zum digitalen Wandel
Konferenz zum digitalen Wandel

Kommentare