Motocross

Feierliche Rückkehr auf die alte Motocross-Maschine

Herbert Simon (r.) und Hans-Georg Peppinghaus bewältigen die Motocross-Strecke in Rudersberg mit ihrem damaligen Siegerfahrzeug, einer Hedlund mit Beiwagen.
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Herbert Simon (r.) und Hans-Georg Peppinghaus bewältigen die Motocross-Strecke in Rudersberg mit ihrem damaligen Siegerfahrzeug, einer Hedlund mit Beiwagen.

Herbert Simon (82) und Hans-Georg Peppinghaus (79) nahmen am „Race of Champions“ teil.

Von Heike Karsten

Am vergangenen Wochenende konnte Hans-Georg Peppinghaus für das Stadtradeln keine Kilometer sammeln. Das lag allerdings nicht an der gebrochenen Rippe, die er sich kurz vor dem Altstadtfest beim Fahrradfahren zugezogen hat. Stattdessen saß der 79-jährige Hückeswagener im Beiwagen seiner alten Motocross-Maschine, hinter dem Lenker kein Geringerer als Teamkollege Herbert Simon (82). Zusammen hat das Gespann in früheren Jahren etliche Titel im Motocross mit Seitenwagen gewonnen. Unter anderem stand es auch 1972 in Rudersberg ganz oben auf dem Siegerpodest.

Jetzt, 50 Jahre später, reiste das Gespann erneut zum 60. Rudersberger Motocrosslauf. Tausende Besucher säumten trotz des Regenwetters die Strecke. Und sie bekamen eine Menge zu sehen von den fast 200 teilnehmenden, internationalen Motorsportlern. Neben dem entscheidenden Lauf im Sidecarcross und den Rennen zur Deutschen Meisterschaft in der 250er-Klasse gab es zur 60. Auflage des Rudersberger Motocross erstmals einen „Race of Champions“.

Gebrochene Rippe hält Hans-Georg Peppinghaus nicht ab

Dafür hatten die Veranstalter die Sieger aus sechs Jahrzehnten eingeladen, wovon 29 Gespannfahrer gekommen waren. Das älteste Paar waren Herbert Simon und Hans-Georg Peppinghaus aus Waldbröl und Hückeswagen, die gemeinsam 161 Jahre zählen. „Mit der Startnummer 161 sind wir auch am Sonntag auf die Strecke gegangen“, berichtete Peppinghaus. Natürlich im Originalgefährt aus der aktiven Zeit, einer Hedlund (650 ccm) mit Seitenwagen. Da es am Samstag dauerhaft regnete, sparte sich das Gespann das Training. „Am Sonntag war das Wetter schön, und wir konnten fahren, auch wenn die Strecke ziemlich schlammig war“ fügte der 79-Jährige hinzu. Ein Rennen war es nicht wirklich, denn die ehemaligen Champions mussten ihr Können nicht mehr unter Beweis stellen. Stattdessen wurde kurz nacheinander und unter großem Jubel der Zuschauer gestartet. Dass die gebrochene Rippe dabei schmerzte, hielt Peppinghaus nicht von der Fahrt ab. „Ich hatte Schmerzmittel genommen, doch es kamen trotzdem ein paar Tränen vor Schmerzen. Aber was mich nicht umbringt, macht mich nur stark“, sagte er und lachte. „Es hat einen Heidenspaß gemacht, mit den ehemaligen Konkurrenten aus Holland, Österreich, Belgien und der Schweiz zu fahren und alle einmal wiederzutreffen.“ Im Festzelt an der Rennstrecke wurde noch gemeinsam gefeiert und in Erinnerungen geschwelgt.

Ein unvergessliches Erlebnis für Herbert Simon und Hans-Georg Peppinghaus, die mittlerweile wieder wohlbehalten ins Bergische Land zurückgekehrt sind. Das lässt sich auch an den steigenden Kilometern beim aktuellen Stadtradeln erkennen, für das der Hückeswagener direkt wieder die Motocross-Maschine gegen das Mountainbike ausgetauscht hat.

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