Fahrzeug nimmt Hückeswagens Straßenzustand auf

Das Interesse an dem hoch technisierten Fahrzeug "Eagle Eye" war groß - auch bei Vertretern der Nachbarkommunen.
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Das Interesse an dem hoch technisierten Fahrzeug "Eagle Eye" war groß - auch bei Vertretern der Nachbarkommunen.

Die zwölf "Kameraaugen" auf dem Dach des orangefarbenen Autos sehen alles: Straßen, Rad- und Gehwege, Parkbuchten, Bushaltestellen, Bäume, Ampeln und Verkehrszeichen. Sie zeichnen genau auf, in welchem Zustand sich die Hückeswagener Infrastruktur befindet - und wo Straßen saniert werden müssen. Das herauszufinden, ist der Sinn der Sache.

Die Straßen werden wie in der Schule benotet

Bis Ende der Woche ist das Fahrzeug namens "Eagle Eye" - Adlerauge - auf den 120 Kilometern Hückeswagener Gemeindestraßen unterwegs und hält diese in einer 3D-Rundum-Ansicht fest - ähnlich der Kamera von Google-Streetview, nur viel genauer. Mithilfe einer Software wird das Material ausgewertet. Flächen können vermessen und Bäume wie in einem Kataster eingetragen werden. Die Oberfläche der Straße - Spurrillen, Flickstellen und Risse - wird in einer Art Schulnotensystem von eins bis sieben bewertet. Damit soll die Dringlichkeit der Sanierung verdeutlicht werden.

"Die Infrastruktur ist das Wichtigste in unseren Städten", sagte Bürgermeister Uwe Ufer. Die wenigen finanziellen Mittel, die man als Stadt noch habe, müsse man effizient einsetzen. Deshalb habe sich die Stadtverwaltung einstimmig für "Eagle Eye" entschieden. 600 Euro kostet der gefahrene Kilometer, 10 000 Euro die Software zur Verwaltung der Daten.

Die Vorstellung des Fahrzeuges gestern auf dem Schlossplatz stieß auch in den Nachbarkommunen auf großes Interesse. So waren unter anderem Mitarbeiter der Stadtverwaltungen Radevormwald, Wermelskirchen, Monheim, Burscheid und Lüdenscheid vor Ort. Sie waren begeistert von "Eagle Eye". So genau und für den Preis könnten Mitarbeiter "zu Fuß" nicht arbeiten.

Im Kanalbereich werde schon seit Jahren ähnlich vorgegangen, sagte Bauamtsleiter Andreas Schröder. Per Kamera würden Kanäle abgefahren und erfasst, ihr Zustand bewertet und schließlich mit in den Sanierungsplan aufgenommen. So soll es auch mit "Eagle Eye" laufen.

Das Fahrzeug ist hoch technisiert. GPS-Empfänger, Kameras, sechs Rechner für die Kameras, ein Rechner für das Navigationsgerät und ein Zentralrechner. Über zwei Terabyte Speicherplatz verfügt jedes Gerät. Die Kameras nehmen 2000 Bilder pro Kilometer auf, berichtete Alexander Gumnior von "Eagle Eye". Bis Jahresende sollen alle Aufnahmen digitalisiert und bewertet sein. Die Ergebnisse will Schröder dann der Politik vorlegen und die Prioritäten für die Sanierung aufzeigen. In Zukunft müsse die digitale Datenbank stets auf Neuerungen hin aktualisiert werden. In fünf bis zehn Jahren komme dann "Eagle Eye" noch einmal zum Einsatz.

Wen das Fahrzeug an "Google Streetview" erinnern, müsse keine Sorgen haben. Der Datenschutz sei garantiert, versprach Ansgar Asche vom zuständigen Softwarehersteller IP Syscon. Das Material sei ausschließlich für die interne Verwendung gedacht und werde nicht online gestellt.

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