Gefahr

Fahrlässigkeit löst Waldbrände aus

Dieses Bild entstand im Jahr 2020 bei dem verheerenden Waldbrand nahe Gummersbach.
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Dieses Bild entstand im Jahr 2020 bei dem verheerenden Waldbrand nahe Gummersbach.

Gefahr ist nicht zuletzt wegen Fichten-Schadflächen hoch.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Am vergangenen Mittwoch war es wieder soweit: Einsatzkräfte der Radevormwalder Feuerwehr mussten ausrücken, um zu verhindern, dass die knochentrockenen Wälder an der Wupper-Talsperre Feuer fangen. Ort war eine verlassene Feuerstelle zwischen Honsberg und Heidersteg. „In unmittelbarer Nähe zum Waldrand wurden glimmende Stämme aufgefunden“, berichtet die Feuerwehr. „Ein Trupp löschte mit Kübelspritze die Reste ab.“

Das glimmende Holz wurde in der Talsperre eingetaucht und wieder nass am Ufer abgelegt. Immerhin eine Stunde lang waren die Feuerwehrleute der Löschgruppe Herbeck mit dem Einsatz beschäftigt, denn aus einer scheinbar kleinen Ursache kann in diesem Fall eine Katastrophe entstehen.

Wie schnell das geht, mussten in den vergangenen Wochen vor allem die Feuerwehren im mittleren und südlichen oberbergischen Kreis erfahren. Fünf Waldbrände innerhalb weniger Tage meldeten die Einsatzkräfte allein in der dritten Juni-Woche. Nahe der Gummersbacher Ortschaft Dieringhausen brannte es gleich zwei Mal im gleichen Waldgebiet, der Meerhardt.

Wie „Radio Berg“ berichtet, ermittelt inzwischen die Polizei, ob dort Brandstiftung im Spiel ist. Dass Waldbrände sich in kurzer Zeit auf große Flächen ausbreiten können, erlebten die Feuerwehren im Kreis im Jahr 2020 bei einem großen Waldbrand, der ebenfalls in der Nähe von Gummersbach große Flächen verheerte.

Allein im Jahr 2021 hat der Landesbetrieb Wald und Holz NRW 79 Brände registriert, die eine Waldfläche von knapp 5,8 Hektar zerstört haben. „Die meisten Brände werden durch Menschen verursacht“, teilt der Landesbetrieb lapidar mit. Der Klassiker: die achtlos weggeworfene Kippe.

In den vergangenen Wochen stieg die Warnstufe für Waldbrände in der Region zeitweise auf die Kategorie 4 (hohe Gefahr). Sonntag und Montag gab es Regen, aktuell gilt für das Oberbergische somit nur die Stufe 1, doch bis Donnerstag prognostiziert der Waldbrandgefahrenindex wieder einen Anstieg auf Stufe 3. Besonders gefährdet sind laut dem Landesbetrieb Wald und Holz die Fichten-Schadflächen, auf denen Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall zu einer Zunahme von trockenen Holzresten geführt haben.

Dietmar Hasenburg, Wehrführer der Feuerwehr-Einheiten in Radevormwald, erklärt unserer Redaktion, dass es bislang keine besonderen Vorkommnisse gegeben habe. „Wir sind aber immer in Bereitschaft und überprüfen regelmäßig unsere Gerätschaften“, versichert er.

Eine Herausforderung bei Waldbränden ist für die Einsatzkräfte der Zugang zum Brandort, der an sonnigen Tagen gerne von Ausflüglern zugeparkt wird. „Die Parksituation muss immer im Auge behalten werden, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes schauen bei den einschlägigen Gefahrenpunkten regelmäßig nach.“

Ebenfalls nicht immer einfach ist es, in abgelegenen Waldgebieten die Versorgung mit Löschwasser aufrecht zu erhalten, in manchen Fällen muss dann ein Pendelverkehr mit Tanklöschzügen eingerichtet werden.

„Wir stellen den Feuerwehren detaillierte digitale Karten zur Verfügung, auf denen verzeichnet ist, in welchen Waldgebieten schwere Fahrzeuge eingesetzt werden können und wo es mit dem Wenden Probleme geben kann“, erläutert Michael Blaschke, Pressesprecher des Landesbetriebes Wald und Holz. „Es geht ja nicht nur darum, mit den Einsatzfahrzeugen in den Wald hinein zu kommen, sondern auch wieder heraus.“

Hintergrund

Verschärfung: Zur Waldbrandvorsorge hat das Umweltministerium die Bußgeldempfehlungen in einem neuen Verwarnungs- und Bußgeldkatalog Umwelt deutlich verschärft. So wird für das Feuermachen im Wald ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro (bisher bis 1020 Euro) oder für das Rauchen im Wald von März bis Oktober ein Bußgeld von 150 Euro (bisher 80 Euro) empfohlen.

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