Verwaltung

Fachkräfte-Mangel hat das Rathaus erreicht

Beim Personal im Rathaus wurde viel gespart. Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht.
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Beim Personal im Rathaus wurde viel gespart. Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

Über viele Jahre lang wurden mit Blick auf die Kosten Stellen abgebaut.

Von Brigitte Neuschäfer

Hückeswagen. Einstimmig hat der Hückeswagener Stadtrat in seiner vorigen Sitzung der Einrichtung von zwei neuen Stellen innerhalb der Stadtverwaltung zugestimmt. Sie werden im Fachbereich Bildung und Soziales angesiedelt.

Das klingt nach normalem Tagesgeschäft, ist es aber nicht, denn die „schlanke Verwaltung“ ist nicht erst ein Thema, seit die Stadt im Haushaltssicherungskonzept ist. Über viele Jahre lang wurden mit Blick auf die Kosten Stellen im Rathaus abgebaut. Immer, wenn es um Sparzwänge ging, rückte auch der Stellenplan in den Fokus.

Im Rat machte Kämmerin Isabel Bever nun deutlich, dass jetzt bei den Sparbemühungen rund ums Personal das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Die beiden Neueinstellungen werden konkret notwendig, weil innerhalb der Schulverwaltung eine Schwangerschaftsvertretung benötigt wird – auch noch für die Zeit nach der Geburt, weil die Mitarbeiterin danach maximal in Teilzeit für die Stadt arbeiten kann. Im Fachbereich Soziales ist eine andere Mitarbeiterin langfristig erkrankt, ihre Rückkehr in den Dienst ist noch nicht absehbar. Gleichzeitig wachsen die Aufgaben. Unter anderem wird aktuell damit gerechnet, dass sich die Zahl der Anträge auf Wohngeld verdreifachen wird. Eine deutliche Mehrbelastung in diesem Bereich, aber auch unter anderem bei der Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen, ist laut Bever jetzt schon zu spüren und mit dem vorhandenen Personal nicht mehr aufzufangen.

Kämmerin Isabel Bever.  

Inzwischen geht es nach Aussagen der Kämmerin auch darum, die Rathaus-Belegschaft vor dauernder Überbelastung und deren negativen Folgen zu schützen.

Der hohe Krankenstand wird als ein Beleg dafür gewertet, wie hoch die Belastung der Mitarbeiter in allen Fachbereichen jetzt bereits ist. Das führe bei wachsender Aufgabenflut auch zu „Bearbeitungsrückständen“. Die Situation wird perspektivisch noch dadurch verschärft, dass einige Beschäftigte in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden.

Es wird schwer sein, die frei werdenden Stellen neu zu besetzen, denn der Fachkräfte-Mangel hat inzwischen auch den öffentlichen Dienst erreicht. Der ist längst nicht mehr so attraktiv für Berufseinsteiger, wie er es früher einmal auch wegen der Sicherheit des Arbeitsplatzes war. Isabel Bever erklärte: „Inzwischen jagt eine Kommune der anderen die Fachkräfte ab. Wir müssen jetzt Menschen im Job befähigen, denn ausgebildetes Fachpersonal gibt’s einfach nicht auf dem Markt.“

Deswegen sei es auch keine gute Idee, befristete Stellen auszuschreiben, wie Markus Lietza (AfD) das in der Ratssitzung gefordert hatte. Bever: „Für befristete Stellen ist überhaupt niemand mehr zu bekommen.“

Zwei weitere Stellen sollen zu Jahresbeginn besetzt werden

Wiederbesetzt werden sollen zwei weitere Stellen in der Verwaltung, die zu Jahresbeginn frei werden. Auch das beschloss der Rat einstimmig.

Es geht um die Leiterin des Jugendzentrums, die mit einer halben Stelle in die Wirtschaftsförderung der Stadt wechselt, und um die pädagogische Fachkraft des Jugendzentrums, die sich beruflich neu orientieren will.

Die Stellen werden ausgeschrieben, die Finanzierung läuft in diesem Fall über das Kreisjugendamt. Zeitlich wird es auf jeden Fall knapp, denn der personelle Wechsel muss schon im kommenden Januar stattfinden. Sind bis dahin keine neuen Mitarbeiter gefunden, müsste nämlich das Jugendzentrum im Brunsbachtal erst einmal bis zur Stellen-Neubesetzung geschlossen werden.

„Inzwischen jagt eine Kommune
der anderen die Fachkräfte ab.“

Isabel Bever, Kämmerin

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