Klimaschutzbeauftragter

Er möchte für mehr Nachhaltigkeit sorgen

Marius Burmester ist seit September Hückeswagens erster Klimaschutz-Beauftragter.
+
Marius Burmester ist seit September Hückeswagens erster Klimaschutz-Beauftragter.

Zum ersten Mal beschäftigt die Stadt einen Klimamanager: Marius Burmester legte im Umweltausschuss ersten Bericht vor

Von Brigitte Neuschäfer

Hückeswagen. Vieles an Einzelaktionen ist machbar für einen verbesserten Klimaschutz direkt vor der Haustür. Aber um die Problematik des Klimawandels auch vor Ort systematisch und damit wirkungsvoll anzugehen, braucht es einen Plan, zugeschnitten auf örtliche Gegebenheiten und Zielsetzungen. Und es braucht jemanden, der, ausgerüstet mit dem Fachwissen, diesen Gesamtplan letztlich entwickelt.

Im örtlichen Rathaus ist das Marius Burmester. Im Sommer hat der 31-jährige gebürtige Hückeswagener sein Master-Studium an der RWTH Aachen erfolgreich abgeschlossen. Seit 1. September ist der Umweltingenieur mit dem Studien-Schwerpunkt „Energie und Umwelt im Bauwesen“ nun der erste Klimamanager im Hückeswagener Rathaus. Schon im März 2021 hatte der Rat beschlossen, diese Stelle einzurichten, sie wird übers Bundesumweltministerium für zwei Jahre zu 100 Prozent finanziell gefördert. Die Aufgabenstellung gibt der Bund vor. Konkret lautet der Arbeitsauftrag: Bis 2024 muss Burmester ein Integriertes Klimaschutzkonzept für Hückeswagen vorlegen.

Zunächst gibt eseine Bestandsaufnahme

Im Umweltausschuss erläuterte der 31-Jährige jetzt, was „integriert“ beim Konzept heißt. Gemeint ist demnach eine Gesamtstrategie für unterschiedliche Handlungsfelder zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Seit mehr als 30 Jahren ist wissenschaftlich anerkannt, dass es die Treibhausgase sind, die über die menschengemachte Erderwärmung den Klimawandel als globale Menschheitsbedrohung erzeugen. Seit mehr als 30 Jahren ist auch bekannt, wie dem Klimawandel begegnet werden kann, doch haben die Lösungsansätze eben nicht zur Lösung geführt. Die in mehreren Abkommen international vereinbarte Begrenzung des Treibhausgas-Ausstoßes reicht nicht, die Erderwärmung setzt sich fort.

„Viele kleine Dinge laufen in Hückeswagen schon für den Klimaschutz, aber sie sind nicht verknüpft“, sagte Burmester. Er wolle seinen Beitrag dazu leisten, „dass Hückeswagen sich in nachhaltiger Richtung entwickelt“. Ziel des noch zu erarbeitenden Integrierten Klimaschutz-Konzeptes müsse es sein, aus einer Bestandsaufnahme mit Energie- und Treibhausgas-Bilanz heraus eine Potenzial-Analyse zu entwickeln. Dann gehe es darum, konkrete Handlungsfelder, Ziele und Strategien zu formulieren. Daraus ergebe sich ein Maßnahmen-Katalog, der im Anschluss Stück für Stück abzuarbeiten sein wird.

Das Integrierte Klimaschutz-Konzept muss bis März 2024 abgeschlossen sein. Andere Städte haben die Stelle eines Klimaschutz-Beauftragten schon länger besetzt, alle profitieren vom Austausch miteinander. Auch mit den örtlichen Akteuren, die sich für Umweltschutz engagieren, will Burmester den Austausch suchen, denn: „Ich sitze nicht für mich allein in meinem Büro und denke mir Maßnahmen aus, die dann doch nicht umgesetzt werden. Da sind viele Akteure beteiligt, die Kommunikation untereinander und die Vernetzung sind enorm wichtig.“

Auch nach Vorstellungen des Bürgermeisters ist der Klimamanager vor allen Dingen derjenige, der die Fäden in der Hand hält und nicht der Hans Dampf in allen Umweltgassen. „Die Stelle ist zwar neu, aber konkret kümmern wir uns um das Thema Umwelt- und Klimaschutz schon seit längerer Zeit“, unterstrich Dietmar Persian. „Wir fangen mit der praktischen Arbeit ganz bestimmt nicht erst an, wenn das Konzept fertig ist.“

Hintergrund

Die Treibhaus-Gase: Die wichtigsten Treibhaus-Gase in der Atmosphäre sind Kohlendioxid, Methan und Lachgas. In Deutschland entfallen 87 Prozent dieser freigesetzten Gase auf Kohlendioxid, das vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) entsteht. CO2 macht den größten Teil des von Menschen verursachten Treibhaus-Effektes aus.

Der Treibhaus-Effekt: Je höher die Konzentration an Treibhaus-Gasen in der Atmosphäre ist, bedingt vor allem durch Strom- und Wärmeerzeugung in Haushalten, im Verkehr und in der Industrie, desto schlechter können Wärmestrahlen zurück ins All gelangen. Die Erdatmosphäre heizt sich wie in einem Treibhaus immer stärker auf. Folge dieses Klimawandels sind Wetterextreme wie Starkregen etc. und Naturkatastrophen.

Klima-Schutz: Wichtigstes Instrument des Klimaschutzes ist vor diesem Hintergrund die Verringerung des Ausstoßes von Treibhaus-Gasen. Das ist seit den 1990er Jahren wissenschaftlich belegt. Schon 1997 wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet, ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhaus-Gasen unter dem Stand von 1990. Weitere Abkommen folgten, aber die dabei gesetzten Ziele zur globalen Begrenzung der Erderwärmung werden nach Stand der Dinge weit verfehlt.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Firma Pflitsch eröffnet neue Kantine
Firma Pflitsch eröffnet neue Kantine
Firma Pflitsch eröffnet neue Kantine
Neue Grundschule wird modern und offen
Neue Grundschule wird modern und offen
Neue Grundschule wird modern und offen

Kommentare