Kosten

Energiemanagement fehlen Kontrollinstrumente

Martin Waldheim (l.) und Dieter Klewinghaus vom Gebäudemanagements sehen sich im Juli 2019 den neuen Heizkessel im Keller der Stadtbücherei an.
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Martin Waldheim (l.) und Dieter Klewinghaus vom Gebäudemanagements sehen sich im Juli 2019 den neuen Heizkessel im Keller der Stadtbücherei an.

Die städtischen Immobilien kosten in der Unterhaltung viel Geld – doch aktuelle Berichte zum Verbrauch gibt es nicht.

Von Brigitte Neuschäfer

Hückeswagen. Die Stadt bewirtschaftet eine Menge eigener Immobilien – von den Verwaltungsgebäuden über Sportstätten und Kultureinrichtungen bis hin zu den Feuerwachen und Wohngebäuden. Alle zusammen fressen eine enorme Menge an Energie und also auch an Geld. Schon länger mahnt die Lokalpolitik jährliche Energieberichte an, um darüber ein Instrument der Kostenkontrolle und -steuerung in der Hand zu haben. Aber: Das Gebäudemanagement der Stadt bleibt der Politik einen aktuellen Energiebericht schuldig.

Das war nun erneut Thema im Umweltausschuss. Wieder gab es dort keinen aussagekräftigen Energiebericht, sondern letztlich nur Tabellen mit vielen Zahlen, in denen der Energieverbrauch für die städtischen Gebäude 2014 bis 2021 gegenübergestellt wurde. Wenig aussagekräftiges Fazit laut Verwaltungsvorlage: „Anhand des langen Zeitraums lassen sich unter anderem nutzungsbedingte Schwankungen der Verbräuche erkennen.“ Verwiesen wird auf Corona-Zeiten oder auch Ausnahmeumstände wie: „Die Verbrauchssenkungen im Schwimmbad sind auf die Schließung zurückzuführen.“

Klar wurde im Fachausschuss: Gemeinplätze dieser Art sind in der Banalität der Aussage nicht geeignet, die Themen Energieeinsparung und Kostenreduzierung bei der Immobilien-Bewirtschaftung systematisch anzugehen. Konkret kritisierte Frank Moritz (CDU) auch das Datenmaterial: „Wir haben in den Tabellen die Verbräuche von 19 Einzelobjekten aufgelistet, aber eine Aussage zu den Gesamtkosten fehlt.“ Offensichtlich sei, dass kostenintensive Mängel früher erkannt und abgestellt werden müssten.

Kleines, aber bezeichnendes Beispiel: Lange waren in der Stadtbibliothek zwei Toilettenspülungen defekt. Etwa 1400 Kubikmeter Wasser gingen ungenutzt verloren. Ungeklärt ist aus Sicht von Frank Moritz eine enorme Steigerung des Wasserverbrauchs im Feuerwehrhaus des Löschzugs Stadt: „Wie viele Feuerwehrleute sollen denn dort wie oft am Tag geduscht haben, dass ein solcher Wasserverbrauch zustande gekommen ist?“

Worum es dem Politiker bei den Beispielen ging: Dem Gebäudemanagement fehlen schnell einsetzende Kontrollinstrumente zum Energieverbrauch und ein Handlungskonzept zur Energie-Einsparung. Schwachpunkte fallen eher zufällig und spät auf. Bis 1400 Kubikmeter Wasser durch zwei Toiletten gelaufen sind, geht immerhin viel Zeit ins Land. Fazit Frank Moritz: „Da muss die Stadt sehr viel besser werden!“

Seit die Politik die Energieberichte anmahnt, begründet die Verwaltung deren Fehlen mit Personalmangel im Gebäudemanagement. Bürgermeister Dietmar Persian verwies auch diesmal auf immer neue Aufgaben, die bei gleichbleibendem Personal zusätzlich zu leisten seien. Aktuell sei zum Beispiel dringend Wohnraum für Flüchtlinge herzurichten, die Schulen müssten mit Kohlendioxid-Ampeln ausgestattet werden. Alle Fachbereiche der Verwaltung seien zudem damit beschäftigt, planerisch die Notfall-Versorgung wichtiger Gebäude sicherzustellen, falls es zu bundesweit befürchteten Szenarien wie längerfristigen Stromausfällen kommen sollte.

Deutlich wurde aber in der Sitzung auch: Die technische Ausstattung beim Gebäudemanagement ist vorsintflutlich. Ein Beispiel: Zähler mit Fernablesung, über die Ausreißer beim Energieverbrauch schnell erkannt und Ursachen zeitnah behoben werden könnten, gibt‘s nicht.

Hintergrund

Zuständigkeit: Die Unterhaltung und Instandhaltung der städtischen Immobilien liegt im Zuständigkeitsbereich des Gebäudemanagements.

Kontakt: Verwaltungsgebäude, Bahnhofsplatz 8, 42499 Hückeswagen, Tel. (0 21 92) 88-610, Fax: (0 21 92) 88-9610. E-Mail:

info@heg-hueckeswagen.de

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