Neubau im Brunsbachtal

Eine ganze Schule zieht um

Schwerstarbeit: Die Möbelpacker liefern die Möbel aus der alten Schule an. Am 10. August soll der Schulbetrieb in der neuen Löwen-Grundschule starten. Bis dahin ist noch so einiges zu erledigen.
+
Schwerstarbeit: Die Möbelpacker liefern die Möbel aus der alten Schule an. Am 10. August soll der Schulbetrieb in der neuen Löwen-Grundschule starten. Bis dahin ist noch so einiges zu erledigen.

Noch bis heute werden Kartons, Möbel und Spielgeräte vom alten Standort der Löwen-Grundschule in den Neubau transportiert.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Was im April 2018 mit einem Bürgerentscheid begann, geht in nur sieben Tagen seiner Vollendung entgegen. Dafür schuften nicht nur die letzten Handwerker im Neubau im Brunsbachtal, sondern seit vorigem Donnerstag und noch bis diesen Mittwoch, die Mitarbeiter des Kerpener Umzugsunternehmens Gottschalk.

Mit vereinten Kräften etwa schleppen sie an diesem Morgen schwere Schränke und andere Möbelstücke aus dem alten Standort der Löwen-Grundschule in den neuen. Der ist, vor allem im zweiten Obergeschoss, schon größtenteils mit neuen Möbeln bestückt. Aber viele Sachen aus der Verwaltung – Lehrerzimmer, Sekretariat, Büro der Schulleiterin – werden am neuen Standort wiederverwandt. Die Möbel für die Cluster, in denen die Schulklassen untergebracht sind, sind allesamt neu.

Die alten Schulmöbel bleiben – bis auf die interaktiven Tafeln, die in anderen Hückeswagener Schulen installiert werden – im alten Gebäude.

Das alte Schulgebäude an der Kölner Straße ist weitgehend leergeräumt. Unter dem überdachten Gang am Schulhof haben zwei Mitarbeiter des Umzugsunternehmens die Fahrräder der Schule, auf denen die Viertklässler ihren „Fahrradführerschein“ machen, ebenso abgestellt wie Spielmaterial und weitere Kartons, die bei der nächsten Tour in die beiden Lkw geladen und ins Brunsbachtal gefahren werden. Im Eingangsflur stehen graue Rollcontainer, in denen sperrige Kleinteile über eine Rampe nach draußen gebracht werden.

„Oh, das Klavier ist schon weg“, sagt Annette Binder vom städtischen Schulamt. Das sei am Freitagmittag aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss getragen und jetzt offensichtlich schon mit dem ersten Transport des Tages in den Musikraum der neuen Schule gebracht worden. „Der ist dort im Erdgeschoss“, berichtet Annette Binder. Schwer zu schleppen haben die Mitarbeiter somit nicht. Zumal der Aufzug, zum Leidwesen aller Handwerker, zwar schon betriebsbereit, aber noch nicht abgenommen und damit nicht nutzbar ist. Das könnte sich aber bald ändern: Für den Nachmittag hat sich der Kreis für die Abnahme des Neubaus angekündigt, seit gestern und noch bis Freitag wird die Stadt mit dem Generalunternehmer nach etwaigen Mängeln schauen. Das bestätigt Projektleiter Rainer Frauendorf vom Gebäudemanagement der Stadt.

Das wird immer schöner.

Claudia Sträter, Schulleiterin

Allein etwa 750 Umzugskartons hatten die Lehrerinnen zum Ende des abgelaufenen Schuljahres gefüllt – mit Ordnern, Schulbüchern, Lern- und Bastelmaterial sowie dem Inhalt der Schulbücherei. Alle Kartons sind mit Raumnummern versehen, damit sie am neuen Standort direkt zugewiesen werden können. In den nächsten Tagen werden die Lehrerinnen deren Inhalte in die teils neuen Schränke einräumen. Schulsekretärin Martina Mobini ist da schon einen Schritt weiter, denn ihr künftiges „Reich“ hat seine Möbel bereits erhalten. Entsprechend kann sie mit dem Einräumen beginnen. Die Möbel für das Lehrerzimmer und das Büro von Schulleiterin Claudia Sträter ziehen an diesem Morgen von der Kölner Straße ins Brunsbachtal um.

Die Klasse 2b im ersten Stock am alten Standort sieht aufgeräumt auf: Die Stühle sind mit den Sitzflächen auf die Tische gestellt, die interaktive Tafel strahlt weiß. Letztere wird in Kürze demontiert und wie die anderen Paneele in den nächsten Tagen in der Montanus- und der Förderschule Nordkreis (EKS) installiert. Die Tische und Stühle der Kinder aber bleiben hier – die meisten haben ihre besten Tage längst hinter sich, die Gebrauchsspuren sind vor allem bei den Holzstühlen nicht zu übersehen, ebenso wie die teils beschädigten und bemalten Tische. Die Kunststoffstühle dagegen machen einen besseren Eindruck. Was mit den Möbeln geschieht, ist noch nicht entschieden, sagt Annette Binder. „Wir haben aber jemanden aus Hückeswagen, der sie vielleicht abholen und Richtung Osteuropa transportieren will.“ Definitiv ausgedient haben dagegen die beiden Overhead-Projektoren, Hightech der 1980er Jahre, die noch in einem Raum im ersten Stock stehen.

Schulsekretärin Martina Mobini kann bereits ihre Schränke einräumen, damit auch im Sekretariat ein reibungsloser Start gelingt.

Lisa Wandelt ist begeistert von dem hochmodernen Schulgebäude. Die Hückeswagenerin ist beim Jugend- und Sozialwerk Gotteshütte Gesamtleiterin der Offenen Ganztagsschule (OGS), das zum 1. August die OGS-Betreuung an beiden Hückeswagener Grundschulen übernommen hat, und guckt sich den Neubau mit ihren Kolleginnen an. „Die Schule ist fantastisch!“, schwärmt sie, „Warm, herzlich, innovativ.“

Hier werde man gut mit den Kindern arbeiten können und habe ganz neue Möglichkeiten. Sie selber werde zwar nicht hier im Neubau arbeiten. „Aber ich freue mich für die Kolleginnen“, sagt Lisa Wandelt.

Auch bei Claudia Sträter strahlen die Augen. Die Schulleiterin ist soeben erst aus ihrem Urlaub zurückgekehrt und inspiziert den aktuellen Stand der Arbeiten an der Schule. „Das wird immer schöner“, sagt sie und blickt vom ersten Stock aus durch das riesige Treppenhaus auf alle Ebenen.

Die Vorfreude sei groß. „Vor allem freue ich mich, wenn der Neubau mit Schülern gefüllt sein wird. Die werden große Augen machen.“ Erstmals erleben können sie ihr neues Domizil am ersten Schultag: Am Mittwoch, 10. August, treffen sich Lehrerinnen und Schüler am alten Standort und marschieren dann gemeinsam durch den Stadtpark und das Brunsbachtal in die neue Schule.

Hintergrund

Die Grundschüler nehmen „ihre“ neue Löwen-Grundschule zwar schon ab dem ersten Schultag, 10. August, in Betrieb. Die offizielle Eröffnung ist jedoch erst zweieinhalb Wochen später. Der Tag der offenen Tür am Samstag, 3. September, beginnt um 11.30 Uhr mit einem kleinen Festakt in der neuen Aula, zu der auch Landesschulministerin Dorothee Feller (CDU) zugesagt hat. Anschließend, ab etwa 12 Uhr, können sich Kinder, Eltern und die interessierte Öffentlichkeit bis gegen 16 Uhr ein Bild von der neuen Schule machen. Der Schulförderverein sorgt für Kaffee und Kuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall zwischen Hückeswagen und Rade: Zwei Personen verletzt - Rettungshubschrauber im Einsatz
Unfall zwischen Hückeswagen und Rade: Zwei Personen verletzt - Rettungshubschrauber im Einsatz
Unfall zwischen Hückeswagen und Rade: Zwei Personen verletzt - Rettungshubschrauber im Einsatz
Der Mais steht gut auf dem Feld, Sorgen macht den Bauern die Milchviehhaltung
Der Mais steht gut auf dem Feld, Sorgen macht den Bauern die Milchviehhaltung
Der Mais steht gut auf dem Feld, Sorgen macht den Bauern die Milchviehhaltung

Kommentare