Trubel bei Ausstellung

Ein Wiedersehen mit Kunst und Künstler

Bernhard Guski, Johannes Rathlev und Anna Peschla schauen sich das Figuren-Spiel und den Mädchenkopf aus Bronze an.
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Bernhard Guski, Johannes Rathlev und Anna Peschla schauen sich das Figuren-Spiel und den Mädchenkopf aus Bronze an.

Nach eineinhalb Jahren Pause öffnete Bernhard Guski sein Atelier in Voßhagen zur Adventsausstellung.

Von Cristina Segovia-Buendía

Hückeswagen. Applaus ist des Künstlers Brot. Ein Applaus, der infolge von Pandemie, Isolation und Schließungen von Kunst- und Kulturhäusern lange verstummte. Auch das Atelier von Bernhard Guski auf Voßhagen blieb über Monate nahezu verwaist: Belebte Ausstellungen, wie sie der Hückeswagener Künstler seit mehr als 40 Jahren in seinem Haus organisiert, gab es in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht. Nur vereinzelt in Kleinstgruppen und über Wochen verteilt, durften sich Interessierte mal bei ihm umschauen.

Der Trubel, den er am Sonntag wieder erleben durfte, überwältigte ihn nahezu. „Es war super besucht“, fasste Guski am Abend zusammen. „Corona hatte uns schon deutlich zurückgeschmissen. So viele Menschen waren lange nicht mehr hier.“

Seine Kunst habe die Isolation wenig beeinflusst, sagt er. Seine Bilder sind nicht etwa düsterer geworden. Im Gegenteil: In Zeiten, in denen die Menschen sich hauptsächlich in ihren vier Wänden aufhielten, malte Guski prächtige Landschaftsbilder, farbenfroh, romantisch. Aus gesundheitlichen Gründen durfte er ein Jahr lang kein Auto fahren, so dass er sein geliebtes Wohnmobil nicht nutzen konnte.

Statt wie sonst Europa zu bereisen, blieb Bernhard Guski mit seiner Frau einfach drei Monate lang am Niederrhein, wo das Gefährt stationiert war. Juli, August und September erlebte er die ihm bekannte Gegend viel intensiver als sonst. Die „wunderschönen Landschaften“, wie er sagt, erkundete er mit dem Fahrrad. „Am Niederrhein gibt es tolle Felder und Heiden, ein wirklich lohnenswertes Urlaubsziel. Man braucht nicht immer Tausende von Kilometern zu fahren oder zu fliegen. Auch hier kann man sehr gut entspannen.“ Seine Eindrücke vom Niederrhein hat Guski in Landschaftsbildern verarbeitet, wie etwa in seinem Werk „Pappeln am Niederrhein“.

Sein liebstes Werk ist einMädchenkopf aus Bronze

Sein liebstes Werk aber, das in den Corona-Jahren entstanden ist, verrät er, ist ein prächtig glänzender Mädchenkopf aus Bronze. Ein Werk, das Guski-Kennern bekannt vorkommen dürfte. „Ich habe diesen Kopf vor Jahren schon mal aus Alabaster geschaffen und hatte jetzt Lust, ihn auch in Bronze umzusetzen.“ Ein funkelndes Meisterstück, das den Betrachter dazu verführt, den glatt-glänzend polierten Kopf zu streicheln. Absolut glatte Perfektion auf der Vorderseite, während die Rückseite viele eingearbeitete Hubbel und Wölbungen aufweist. Ein Charakterkopf, der alle Türen für Interpretationen offenlässt.

53 Werke umfassen die Adventsausstellung. „Das Beste aus 2020, 2021 und 2022“, sagt Guski. Über die Resonanz ist er froh und glücklich. Erst jetzt bemerke er, wie ihm „der Applaus“ der Menschen gefehlt habe. „Die Anerkennung für die Arbeit, ist schon etwas Schönes.“

Mit diesen neuen Impulsen will der Hückeswagener Künstler weitermachen. Neue Projekte, hat er erstmal keine im Sinn. Viel mehr sehnt er sich danach, endlich wieder Autofahren zu können. „Wenn das Jahr rum ist und ich wieder Autofahren kann, wollen meine Frau und ich wieder mit dem Wohnmobil unterwegs sein.“ Holland und Litauen könne sich Guski als nächste Urlaubsorte gut vorstellen. Aber am Ende werde es – wie sonst auch – eine Überraschung sein. „Häufig ist es so, dass wir ins Wohnmobil einsteigen, meine Frau die Karte auspackt, mit geschlossenen Augen einfach irgendwo hinzeigt, und dann geht es los.“

Denn Inspiration, das hat Guski auch in den Pandemie-Jahren deutlich gemerkt, holt er sich am liebsten beim Bereisen der bunten, weiten Welt.

Hintergrund

Friedensstele: Ein besonderer Höhepunkt in der Corona-Pandemie war für Bernhard Guski die Erstellung und in diesem Jahr der Aufbau seiner Friedensstele in der Hückeswagener Partnerstadt Etaples. Gemeinsam mit seinem Sohn fuhr der Hückeswagener Künstler nach Frankreich, um sein Kunstwerk in Etaples aufzubauen.

Taube: Während die Friedenstaube auf der Friedensstele in Hückeswagen auf dem Etapler Platz zur Partnerstadt hinzeigt, ist die weiße Taube auf dem Kunstwerk in Etaples zur Schloss-Stadt ausgerichtet.

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