Bühne

Ein Mann und ganz viel Leidenschaft

Phil Seeboth im Kultur-Haus Zach.

Ein Mann, seine Gitarre, ein kleiner Kofferverstärker und jede Menge guter Songs aus der Schnittmenge Blues, Folk und Singer-Songwriter. Mehr brauchte es nicht, um dem Publikum im Kultur-Haus Zach einen wunderbaren Abend zu verschaffen. Phil Seeboth aus Münster, der schon mehrfach zu Gast in der Schloss-Stadt war, hatte sein wegen Corona verschobenes Konzert am Freitagabend nachgeholt. Und er spielte und sang eine sehr authentische Version des erdigen Blues auf seiner nur leicht verstärkten Akustikgitarre.

Dabei saß der Musiker in seinem karierten Flanellhemd geradezu gemütlich auf der Bühne. Er hat die Statur die eines Bären, trägt die Tolle wie weiland Elvis und bearbeitete dennoch seine Gitarrensaiten recht heftig, so dass man durchaus beim einen oder anderen Song Sorge hatte, dass sie gleich in Fetzen vom Griffbrett hängen würden. Etwa beim bitterbösen Lightnin’-Hopkins-Cover „Bring Me My Shotgun“. Eigentlich eine Abrechnung mit der untreuen Freundin – wobei Seeboth in der launigen Ansage eher von der Last eines „16-stündigen vorweihnachtlichen Einkaufsbummels mit der Liebsten inklusive anschließendem romantischen Dinners“ sprach. Nur um lakonisch anzufügen: „Und danach gilt – ‚Bring Me My Shotgun‘.“ Nun ja.

Er spiele fast nur Musik von bereits verstorbenen Künstlern, sagte Seeboth zwischendurch, was aber gar nicht schlimm war, denn schließlich ist gute Musik völlig zeitlos. Und außerdem stimmte das nicht ganz, wie Seeboth zwischendurch anmerkte, denn der Schauspieler und Musiker Jeff Bridges, der vor allem in seiner Rolle als „Dude“ im Film-Hit „The Big Lebowski“ bekannt wurde, erfreut sich nach wie vor allerbester Gesundheit.

Von Bridges spielte er einen Song aus dessen Film „Crazy Heart“. Auch eines der letzten Stücke des im Mai 2017 verstorbenen Gregg Allman, der zusammen mit seinem Bruder Duane Gründer und Kopf der Allman Brothers Band war, spielte Seeboth. „My Only True Friend“ hieß es, gewidmet war es seinem früh verstorbenen Bruder.

Das Konzert zeigte einmal mehr das gute Händchen des Veranstaltungsteams im Haus Zach für hochwertige Künstler. -wow-

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