Städtepartnerschaft

Ein Besuch, der in Erinnerung bleibt

Dietmar Persian (l.) mit Radfahrer Detlef Richelshagen und dem ehemaligen Étaples-Vorsitzenden Gérard Duflos.
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Dietmar Persian (l.) mit Radfahrer Detlef Richelshagen und dem ehemaligen Étaples-Vorsitzenden Gérard Duflos.

Étaples-sur-Mer empfing Hückeswagener Delegation anlässlich 50 Jahren Städtepartnerschaft.

Von Axel Bornkessel

Hückeswagen. Étaples-sur-Mer Ohne Zweifel wird das Erlebnis der Hückeswagener Delegation in Étaples-sur-Mer für Bürgermeister Dietmar Persian und seine Mitarbeiter, aber auch für das örtliche Partnerschaftskomitee eine Herausforderung sein, wenn man die Franzosen im August beim Gegenbesuch in der Schloss-Stadt erwartet. Die Aufmerksamkeiten, die man den Besuchern an drei Tagen erwies, die Gastfreundschaft, die sie erlebten, der feierliche Rahmen bei den offiziellen Veranstaltungen in der Fischerstadt – all das trug zur allgemeinen Hochstimmung bei und wird eine schöne Erinnerung bleiben.

Nicht weniger beeindruckend war, dass Étaples-sur-Mer, wo sich dazu eine Gelegenheit bot, die einheimischen Bürger darauf aufmerksam machte, dass es eine Stadt im Bergischen Land namens Hückeswagen gibt und dass man nun schon 50 Jahre lang mit ihr verbunden ist. Von Freundschaft, ja von Liebe wurde in den Reden dieser Tage viel gesprochen, und von Treue, die man einander auch in Zukunft erweisen wolle. Es fiel das Wort von einem Ehepaar, dass in die Jahre gekommen sei und sich nun zur Goldenen Hochzeit rüste.

Partnerschaftsvereinenfehlt der Nachwuchs

Ein Anlass zur Melancholie? Dieser Eindruck drängt sich auf, denn jetzt in den Gesprächen zwischen Deutschen und Franzosen, die sich längst alle im Rentenalter befinden, wurde eine sorgenvolle Frage nicht ausgespart: Wo soll es eine Zukunft geben, wenn doch eines fehlt, nämlich der Nachwuchs, junge Menschen, die sich für Völkerfreundschaft, für Frieden, für gegenseitiges Verstehen und Schätzen engagieren. Im Gespräch mit Phillipe Fait bedauerte der Bürgermeister, dass der Deutschunterricht in Frankreich immer mehr reduziert wird. Trotz mancher Appelle des französischen Präsidenten bleibt dies ein entscheidendes Hindernis, in Schulen und Sporteinrichtungen das Francoallemand zu fördern.

Wird Fait das ändern können, er, der sich vor kurzem erklärt hatte, an der Seite Macrons als Deputierter zu kämpfen? Auf Nachfragen äußerte sich der Bürgermeister hinhaltend, er werde, wenn er gewählt würde, sich jedenfalls auch in Paris für die Stadt einsetzen, wo er aufwuchs und die er in den letzten Jahren entschieden zur Touristenattraktion ausgebaut hat. Aber wie denken sein oder seine Nachfolger im Bürgermeisteramt?

Begrüßungsschilder außerhalb der Stadt weisen auf das Jubiläum hin.

Melancholie stellt sich auch ein, wenn in all den erinnerungsseligen Reden, Dankadressen und Treuebekundungen sich nirgends ein Aufleuchten künftiger Pläne einstellte. Es scheint, als sei man hüben wie drüben vollauf damit befasst, die Hochzeitsfeierlichkeiten so auszurichten, als seien es die letzten Jubiläen. Kein offizielles Wort drang jetzt an die Öffentlichkeit, wann und auf welche Weise es nach dem Fest in Sachen Partnerschaft weitergehe. Dabei gibt es in Hückeswagen ja durchaus Ansatzpunkte, etwa Schulen für den Austausch anzusprechen. Und es gibt mehr als nur Aufmunterungen, diese auch in die Tat umzusetzen.

Dass Städtepartnerschaften dabei sind, zu überaltern und nichts außer gloriosen Erinnerungen zu hinterlassen, diese Sorge hat bei der Erneuerung der Elyséeverträge vor einigen Jahren eine wichtige Rolle gespielt. Daher haben die deutschen wie französischen Regierungen vor zwei Jahren einen millionenschweren Bürgerfonds aufgelegt mit der dringlichen Aufforderung an alle Aktivisten des Francoallemand, die dort ruhenden Gelder auch abzufordern – für die Finanzierung bilateraler Projekte.

Hückeswagen hat davon schon Gebrauch gemacht und ist gut damit gefahren. Étaples-sur-Mer könnte in Kooperation mit der Schloss-Stadt dasselbe unternehmen. Philippe Fait, darauf angesprochen, reagierte angesichts dieser Möglichkeiten enthusiastisch. Es liegt nur bei den Verantwortlichen an der Wupper wie an der Canche, diese neuen und großen Chancen im Sinne künftiger Freundschaft auszunutzen. Es muss ja nicht gleich Liebe im Spiel sein. Wie man weiß, halten Vernunftehen lange.

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