Fördergeld

Dürhagen erhält einen Brotbackofen

Elmar Windemuth (r.) und einige Dorfbewohner aus Dürhagen am gerade gebauten Fundament für den Brotbackofen, der dort im Freien stehen wird.
+
Elmar Windemuth (r.) und einige Dorfbewohner aus Dürhagen am gerade gebauten Fundament für den Brotbackofen, der dort im Freien stehen wird.

Es gibt Fördergeld des Oberbergischen Kreises.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Für manchen liegen die Ortschaften Voßgen, Steffenshagen und Dürhagen am Ende der Welt – für die Einwohner könnte es kaum schöner und idyllischer sein. Kinder können im Gras und auf den Wegen spielen, die Häuser sind im Grünen und mit großzügigen Gärten gesegnet – wer von hier wegwill, muss das eigene Auto nehmen. Dorfleben eben – aber in seiner schönsten Form. Die Gemeinschaft in diesen kleinen Dörfern oder Hofschaften ist oft anders als in Neubausiedlungen. Diese Art von Leben und Gemeinschaft will der Oberbergische Kreis fördern – mit Geld für Projekten zur Dorfentwicklung. Insgesamt hat der Kreis 100.000 Euro hierfür ausgeschüttet. „Das ist eine Wertschätzung für das vielfältige und gelebte Ehrenamt in den Dörfern und Weilern im Oberbergischen Kreis“, betont Landrat Jochen Hagt anlässlich der Bewilligung von je 50.000 Euro für die Haushaltsjahre 2021 und 2022.

Der Selbstversorgergedanke sei in der Gemeinschaft groß

21 Dorfgemeinschaften haben für ihre Projekte Gelder bewilligt bekommen. Eine davon ist jene in Dürhagen, die sich aus den Menschen der drei Hofschaften zusammensetzt, die nacheinander kommen, wenn man von der Straße in Richtung Lennep nach rechts abbiegt, ehe es abwärts ins Tal nach Forsten geht. Es ist allerdings eine Wiese in Dürhagen, auf der voraussichtlich noch in diesem Herbst mit den Fördermitteln des Kreises ein Brotbackofen im Freien entstehen soll.

„Wir haben in der zweiten Runde den Zuschlag für unser Projekt bekommen“, sagt Elmar Windemuth, der in Dürhagen mit seiner Familie lebt. Der junge Vater freut sich: „Wir haben hier im Dorf schon einen Jäger und einen Landwirt, es gibt auch Schafe.“ Der Selbstversorgergedanke sei in der Dorfgemeinschaft intensiv vorhanden. „Was uns zum Glück aber noch gefehlt hat, ist ein Brotbäcker“, sagt Windemuth. Mit einer jener elektrischen Maschinen, in die man eine fertige Backmischung kippe, die dann in wenigen Minuten zum fertigen Brot gebacken sei, habe der Brotbackofen wenig bis gar nichts zu tun. „Wir hatten zwar auch noch die eine oder andere weitere Idee, aber an sich haben wir uns recht schnell auf den Brotbackofen geeinigt“, sagt Windemuth. Vielmehr handelt es sich um einen gemauerten Ofen, den man sich wie einen Pizza-Steinofen vorstellen kann. Gebaut werden soll der Ofen von Ofenbauer Stefan Theis aus Wiehl. „Er wurde uns von Stephan Klug, dem Bäcker im Freilichtmuseum in Lindlar, empfohlen“, sagt Windemuth. Der Profi werde sich um den Ofen kümmern, gewisse Vorarbeiten in Eigenleistung müssten durch die Dorfbewohner erbracht werden. „Wir haben in der letzten Juni-Woche bereits das Fundament für den Brotbackofen gegossen. Und auch den Dachstuhl für das Dach oberhalb des Ofens werden wir selbst in Eigenregie bauen“, sagt Windemuth. Für die Dachdeckung aus Schiefer werde dann wieder ein Profi angeheuert. „80 Prozent der Kosten – das sind etwa 7000 Euro – werden durch den Kreis gefördert, den Rest müssen wir über Eigenleistung als Dorfgemeinschaft stemmen“, sagt der Dürhager.

Aber wofür genau braucht die Dorfgemeinschaft eigentlich einen Freiluft-Brotbackofen im Dorf? Es gehe vor allem darum, den Gemeinschaftssinn im Dorf zu stärken und zu intensivieren, sagt Windemuth. Nicht nur durch die gemeinsame Arbeit an den in Eigenleistung zu erbringenden Arbeiten, nicht nur beim Richtfest, das natürlich gefeiert werden wird – auch durch gemeinsame Brotbacktage, bei denen dann jeder, der will, sein Brot im großen Brotbackofen backen kann. „Der Ofen muss ja auf Temperatur gebracht werden, das heißt dann wiederum, dass er mindestens einen ganzen Tag lang an ist“, sagt Windemuth. Das Zeitfenster ist nicht zu eng gesetzt. „Wir gehen hier jetzt erst einmal in die Sommerpause, planen aber den Bau für Ende August – und hoffen, im September mit allem fertig zu sein. Auch das wird dann natürlich mit einem Fest gefeiert werden“, sagt Windemuth.

Hintergrund

Förderung: Die Fördersumme darf 10 000 Euro nicht über-, sowie 500 Euro unterschreiten. Zudem müssen die Projekte, von denen 80 Prozent gefördert werden, in diesem Jahr abgeschlossen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wander-Schultüte gewinnt Wettbewerb
Wander-Schultüte gewinnt Wettbewerb
Wander-Schultüte gewinnt Wettbewerb
Testzentrum in Kobeshofen ist geschlossen
Testzentrum in Kobeshofen ist geschlossen
Testzentrum in Kobeshofen ist geschlossen
Klingelnberg bietet Seminare in der Türkei und für China an
Klingelnberg bietet Seminare in der Türkei und für China an
Klingelnberg bietet Seminare in der Türkei und für China an
Welches Gebäude ist hier zu sehen?
Welches Gebäude ist hier zu sehen?
Welches Gebäude ist hier zu sehen?

Kommentare