Blutspendetag

„Diese Blutspende war der Hammer“

Der Andrang beim ersten Blutspendetermin dieses Jahres in der Hückeswagener Realschule war riesig.
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Der Andrang beim ersten Blutspendetermin dieses Jahres in der Hückeswagener Realschule war riesig.

Der erste Spendetermin des Jahres in der Realschule war ein Erfolg: 197 Spendenwillige waren gekommen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Es ist, als hätten sich die Hückeswagener die Appelle der Krankenhäuser und Blutspendedienste zu Herzen genommen. Normalerweise ist am ersten Blutspendetag in der Schloss-Stadt gegen Abend der große Ansturm vorbei. Nicht so in dieser Woche. Auf dem Hof der Realschule, der aus diesem Anlass immer zum Parkplatz umfunktioniert wird, findet sich nur noch eine Lücke. Auch die Gänge in der Schule sind voll.

In den vergangenen Tagen gab es Meldungen von verschobenen Operationen in Krankenhäusern, weil nicht genug Blutkonserven vorhanden sind. Der Blutspendetermin in Hückeswagen dagegen ist es ein gutes Zeichen. Auch wenn durch ein derart hohes Spenderaufkommen individuelle Wartezeiten von bis zu einer Stunde und mehr entstehen, wird das womöglich auch als gar nicht mehr so schlimm empfunden.

Die Warteschlangewurde nicht kürzer

Die Ärzte, die Mitarbeiter des Blutspendediensts West und die ehrenamtlichen Helferinnen, die sich um die Verpflegung der frisch angezapften Spender kümmern, arbeiten ohnehin unter Hochdruck – und bleiben trotzdem freundlich und humorvoll. „Haben Sie Zeit mitgebracht?“, fragt ein DRK-Mitarbeiter, während er den Blutsauerstoffgehalt am Ohr misst. Heute sei ausnehmend viel los, so kenne er das nicht. Aber das sei eine gute Sache, Blut werde schließlich immer gebraucht.

Ob am Ende tatsächlich am ersten Blutspendetermin des Jahres ein neuer Rekord aufgestellt werden kann, wird sich erst am Ende des Tages zeigen. Aber für Gaby Vollbrecht, die mit ihren Kolleginnen in der Mensaküche steht und die lange Schlange einfach nicht kürzer werden sieht, ist das nicht unwahrscheinlich. „Es ist wirklich erstaunlich viel los heute. Wir hatten vorhin sogar jemand, der aus Remscheid zu uns gekommen ist, weil er den dortigen Termin verpasst hat. Und im Anschluss hat er unser Essen gelobt und gefragt, ob es das hier immer gibt“, sagt sie. Warum heute so viel Betrieb herrsche, darüber könne sie aber nur Vermutungen anstellen. „Vielleicht spielt der Krieg in der Ukraine eine Rolle, hat ein neues Bewusstsein dafür geschaffen“, sagt Gaby Vollbrecht. Beim Spendetermin vor Weihnachten seien viele krankheitsbedingt nicht gekommen. „Vielleicht haben sie es sich dann auch als ganz besonders wichtigen Termin notiert.“

Im Radevormwalder Krankenhaus hatte jüngst eine geplante Hüft-Operation verschoben werden müssen, weil nicht genug Blutkonserven vorrätig gewesen waren. Nun ist die Helios-Klinik in Wipperfürth das für die Hückeswagener nächstliegende Krankenhaus. Dort kann man, zumindest im Moment, noch Entwarnung geben. „Aktuell besteht kein Engpass in der Versorgung unserer Patienten“, versichert Sprecherin Janine Schulze. Allerdings bemerke man natürlich auch in Wipperfürth einen Rückgang bei der Verfügbarkeit von Blutspenden. Dem versuche man in der Helios-Klinik auch durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Blutkonserven zu begegnen.

Das mache man auch unabhängig von etwaigen Blutkonserven-Engpässen. „Dieser sehr bewusste Umgang wirkt sich so aus, dass jede Bluttransfusion einer individuellen Indikationsstellung unterliegt“, sagt Janine Schulze. „Außerdem arbeiten wir mit einem Patient-Blood-Management, dabei setzen wir auf blutsparende Operationstechniken durch Blutrückgewinnungssysteme und minimalinvasive Chirurgie.“ Die Sprecherin weist auch auf die Bedeutung von Blutspenden hin, auf die letztlich jeder Mensch irgendwann angewiesen sein kann. „Etwa durch Unfälle oder Krankheiten kann es jeden treffen, so dass plötzlich eine Blutkonserve benötigt wird“, unterstreicht Janine Schulze. Daher werde auch standortübergreifend an allen Helios-Kliniken in regelmäßigen Abständen auf dieses wichtige Thema hingewiesen.

Sogar zwölf Erstspenderwaren gekommen

In der Realschule ist der Blutspendetermin am Mittwoch kurz vor 20 Uhr eigentlich seit einer halben Stunde vorbei. Die Schlange ist kürzer geworden, aber noch immer stehen etwa 20 Menschen an. Weggeschickt werden sie nicht. Und auch zu essen gibt es noch etwas. Sogar die Bratkartoffeln, die es an diesem Mittwoch zum ersten Mal gab – etwas Wärmendes, statt des sonst üblichen Kartoffelsalats –, haben gereicht.

Gaby Vollbrecht ist jedenfalls sehr zufrieden mit diesem ersten Blutspendetermin des Jahres. „Das war der Hammer“, sagt sie am nächsten Morgen. 197 Blutspender haben sich registriert, darunter sogar zwölf Erstspender. Am Ende hätten 173 Blutkonserven verwertet werden können.

Hintergrund

Termine: In Hückeswagen gibt es vier Mal im Jahr jeweils zwei Blutspendetermine hintereinander statt. Beide sind mittwochs in der Zeit von 15 bis 19.30 Uhr und finden in der Städtischen Realschule, Kölner Straße 53, statt. Nächste Möglichkeit ist am kommenden Mittwoch, 25. Januar.

Anmeldung: Um eine Online-Anmeldung wird gebeten. Diese wurde mit Beginn der Corona-Pandemie eingeführt und hat sich bewährt: www.drk-blutspende.de

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