Nach Corona-Pause

Drachenboote: Die „Pogojugend“ zeigt sich als unbezwingbar

Nach dem Finallauf gab es eine Wasserschlacht zwischen den erst- und zweitplatzierten Teams, der „Pogojugend“ (l.) und den „Drachenbändigern“.
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Nach dem Finallauf gab es eine Wasserschlacht zwischen den erst- und zweitplatzierten Teams, der „Pogojugend“ (l.) und den „Drachenbändigern“.

Das Drachenbootfestival wurde zu einer großartigen Sommerparty.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Herrliches Sommerwetter und eine tolle Stimmung herrschten am Donnerstag beim Drachenbootrennen an der Bever-Talsperre. Nach dreijähriger, corona-bedingter Pause wurde die beliebte Veranstaltung an Fronleichnam zu einer großen Sommerparty mit Hunderten von Zuschauern.

Erstmals hatte die Ortsgruppe der DLRG Hückeswagen die Organisation von der Anmeldung über die Sicherung auf dem Wasser und die Bewirtung der Gäste bis zur Siegerehrung übernommen. Bisher war für die Organisation die Interessengemeinschaft (IG) Zeltplätze Bever-Talsperre verantwortlich gewesen. Etwa 40 DLRG-Mitglieder waren dabei im Einsatz.

Preis für beste Kostümierung ging an die Kolpingsfamilie

Angemeldet hatten sich 15 Teams, zwei mussten kurzfristig absagen. Alle anderen kämpften um eine möglichst gute Platzierung, die jedoch nicht im Vordergrund stand. „Wir könnten auch ein Tretbootrennen machen, ganz egal – der Spaß steht an erster Stelle“, sagte Kevin Zrock, Vorsitzender des Fußballvereins SC Heide. Die Mannschaft der Sparkasse Rade-Hückeswagen, die als „Red Dragons“ an den Start ging, war von ihrem Abschneiden positiv überrascht. „Wir haben uns selbst unterschätzt“, bilanzierte Natalie Weinzettel über den 5. Platz. Freuen konnte sich auch die „Pogojugend“, die beim Drachenbootrennen den Siegerpokal abräumte und auch von den „Drachenbändigern“ im Finallauf nicht geschlagen (oder gebändigt) werden konnte.

Der Sonderpreis für die beste Kostümierung ging an die Kolpingsfamilie. Die bunt gemischte Truppe gab mit ihren knallorangen Schürzen und Schwimmflügeln sowie farblich abgestimmten Pömpel-Mützen im Boot ein tolles Bild ab. „Dafür, dass wir noch nie zusammen gepaddelt haben, läuft es erstaunlich gut“, sagte Heinz Pohl, der zum Anfeuern ans Ufer gekommen war. Kostümiert war auch der Tanzcorps Blau-Weiß Neye – mit bunten Tüllröcken, die natürlich auch die männlichen Teammitglieder trugen.

In diesem Jahr hatten sich weniger Firmen als üblich angemeldet, wie DLRG-Ortsgruppenvorsitzender Adrian Borner berichtete. Dafür feierten die Mitarbeiter der Sanitärfirma Kurtz und Paffrath aus Strucksfeld Drachen-Premiere und landeten direkt auf dem 3. Platz. „Heute kämpfen wir für den Teamgeist, morgen sind wir wieder für unsere Kunden da“, kündigte Dominik Koll von der Geschäftsleitung an und nahm den Kollegen damit gleich die Hoffnung auf einen freien Brückentag. Die Stimmung konnte das dennoch nicht trüben.

Ein Team vom Altenzentrum Johannesstift war ebenfalls am Start. „Es wurden sogar Schichten getauscht, damit die Kollegen beim Drachenbootrennen mitfahren konnten“, berichtete Einrichtungsleiterin Georgina Kovacs. Nach zwei Jahren anstrengender Arbeit im Pflegebereich war die Veranstaltung eine willkommene Abwechslung. „Wir haben die T-Shirts und Essensmarken gesponsert, damit die Mitarbeiter mit ihren Familien einen schönen Tag haben“, fügte sie hinzu.

Die Menschenmenge an der Badestelle zwischen der DLRG-Wachstation und der „Zornigen Ameise“ war groß. Zwischen den Pavillons der Fahrerlager reihten sich zahlreiche Badegäste mit ihren Strandtüchern und Gummibooten ein. Der Bierstand der DLRG war begehrt. Hilfe im Stand erhielt die Ortsgruppe von Vertretern aus Politik und Stadtverwaltung. So stand Bürgermeister Dietmar Persian ebenso am Zapfhahn wie der neue Landtagsabgeordnete Christian Berger (CDU).

Routiniert verlief das Rennen unter Leitung der Drag-Attack-Abteilung des Vereins für Kanusport (VfK) Wuppertal. Marcel und Lara Ehlis stoppten die Zeiten beim Zieleinlauf, bei dem es manchmal nur um hundertstel Sekunden ging. Alle Zieleinläufe wurden gefilmt, um im Zweifelsfall per Videobeweis den Sieger eindeutig feststellen zu können.

Die Zuschauer feuerten ihre favorisierten Mannschaften vom Ufer aus lautstark an. Besonders spannend waren die Finalläufe der besten Mannschaften am Nachmittag, zehrte doch der aufgekommene Gegenwind mächtig an den Kräften der Paddler. „Nach den ersten 30 Zügen lässt die Kraft in den Armen schon nach“, berichtete Daniel Lorenz (19) vom Berufskolleg-Team. Immerhin waren die Mannschaften schon seit 8.30 Uhr, als die ersten Trainingsläufe anstanden, vor Ort, denn nicht alle Teilnehmer saßen schon einmal in einem Drachenboot. Die „Wiederholungstäter“ hatten einen entscheidenden Vorteil: „Ein guter Rhythmus und gleichzeitiges Paddeln sind besonders wichtig, das wissen die alten Hasen“, sagte Petra Wunderlich von Drag Attack.

Die „Pogojugend“ hatte für ihren Sieg laut Mitglied Daniel Buß aber ein eigenes Patentrezept: „Wir sind Naturtalente mit Willenskraft“, betonte er lachend.

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