Hegeringsleiter

Die Leidenschaft fürs Jagen wird bleiben

Johannes Meier-Frankenfeld hat sein Amt als Hegeringsleiter zur Verfügung gestellt, dem Jagen an sich will der 69-Jährige aber treu bleiben. Und zudem verstärkt mit seiner Frau auf Reisen gehen.
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Johannes Meier-Frankenfeld hat sein Amt als Hegeringsleiter zur Verfügung gestellt, dem Jagen an sich will der 69-Jährige aber treu bleiben. Und zudem verstärkt mit seiner Frau auf Reisen gehen.

Johannes Meier-Frankenfeld ist aus dem Vorstand des Hegerings ausgeschieden.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Nach 36 Jahren Mitgliedschaft im Vorstand des Hückeswagener Hegerings, davon 20 als Vorsitzender, war Johannes Meier-Frankenfeld am Freitag bei der Jahresversammlung der Jägerschaft nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. „Ich wollte ja schon in den vergangenen Jahren aufhören, aber irgendwie ist immer etwas dazwischengekommen. Zuletzt natürlich Corona“, sagt der 69-Jährige.

Wenn er jetzt zurückblickt, schaut er auch auf seine Zeit als Jäger zurück. „Meine Jägerprüfung habe ich 1984 abgeschlossen, damals war ich bereits 31 Jahre. Aber die Natur hat mich immer schon begleitet“, sagt Meier-Frankenfeld. So etwa durch die Landwirtschaft der Eltern oder einen ebenfalls jagenden Onkel.

Im Vorstand des Hegerings war Meier-Frankenfeld seit 1985, begonnen hatte er als Schriftführer. Von 1998 bis 2002 war der Hückeswagener stellvertretender Hegeringleiter, ehe er 2002 die Leitung der Jägerschaft übernommen hatte. „Was sich auf jeden Fall verändert hat, ist die Kommunikation. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich in den Anfangszeiten eine Trauermitteilung an 60 Mitglieder per Hand adressiert habe“, sagt Meier-Frankenfeld. Heute sei das mit einem Mausklick per Mail versendet. Der Hegering in Hückeswagen war 1947 gegründet worden. Meier-Frankenfelds Vorgänger als Leiter waren Otto Kurth (bis 1961), Walter Meier (kommissarisch bis 1962), Martin Trczynka (bis 1990) und Franz Mong (bis 2001).

Das Bild des Waldes wandle sich auch weiter

Die Jagd ist für Meier-Frankenfeld eine vielfältige und sehr mit der Natur verbundene Tätigkeit. „Wir sind nicht nur auf der Jagd, sondern müssen uns etwa auch um die Hochstände kümmern – da ist dann immer auch das Handwerkliche gefragt“, betont er. Man sei sehr viel in der Natur unterwegs. „Das ist immer sehr ruhig und angenehm.“ Allerdings habe sich das Bild des Waldes gewandelt. „Es wird sich auch weiterhin verändern“, sagt Meier-Frankenfeld. Die Jägerschaft sei aktuell sehr gefordert, damit die Waldbauern ihren Wald in Schuss halten können. „Ich habe mein Jagdrevier oberhalb der Bever-Talsperre – durch den Kahlschlag ist die Naturverjüngung in vollem Gange“, sagt Meier-Frankenfeld.

Das wiederum sei für die Rehe besonders attraktiv. „Wir müssen den Waldbauern jetzt wohl auch mit Beschuss weiterhelfen.“ Das wiederum sei in seinem Revier nicht leicht, da an der Bever vor allem im Sommer jede Menge Touristen unterwegs seien. „Vor allem am Wochenende ist das Jagen dort praktisch nicht möglich“, hat er festgestellt. Dazu kämen immer wieder Wildunfälle. „Erst kürzlich war ich bei einem Unfall mit einer Ricke, deren Kitze jetzt irgendwo auf ihre Mutter warten“, bedauert der passionierte Jäger.

Besonders negativ in Erinnerung geblieben ist Meier-Frankenfeld die Fuchspetition-Episode von 2017/18. „Damals haben mehr als 93.000 Menschen eine Petition unterzeichnet, in der eine Ende des ‚Fuchsmassakers in Hückeswagen und Wipperfürth‘ gefordert wurde“, sagt Meier-Frankenfeld. Damals hätten er und seine Hegering-Kollegen sich „fast bedroht gefühlt“.

Dahingegen habe der 69-Jährige in all seinen Jahren im Hegering als positiv empfunden, dass die Jägerschaft grundsätzlich gut bei den Hückeswagenern angesehen sei. „Ich habe auch immer darauf hin gearbeitet, dass das bei den Menschen auch genauso ankommt.“

Er selbst bleibe nun nach seinem Abschied dem Hegering und dem Jagen auf jeden Fall treu. „Ich bin ja auch noch in der SPD und im Bergischen Geschichtsverein aktiv. Abgesehen davon, wollen meine Frau und ich auch noch viel reisen, jetzt, wo wir beide zu Hause und im Ruhestand sind“, sagt Meier-Frankenfeld.

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