Kirchengemeinde

Die Jugendarbeit hat wieder ein Gesicht

Leo Kleinhans ist der neue Familienmanager der evangelischen Kirchengemeinde. Seine Arbeit in der Gemeinde soll Kinder, Jugendliche und Familien ansprechen.
+
Leo Kleinhans ist der neue Familienmanager der evangelischen Kirchengemeinde. Seine Arbeit in der Gemeinde soll Kinder, Jugendliche und Familien ansprechen.

Leo Kleinhans ist neuer Familienmanager der Evangelischen Kirchengemeinde in Hückeswagen.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Mehrere Jahre war die Stelle des Jugendleiters in der Evangelischen Kirchengemeinde vakant. Jetzt hat die Gemeinde die neue Vollzeitstelle des Familienmanagers geschaffen, die seit November von Leo Kleinhans besetzt ist. Dass sich nun ein geeigneter Kandidat gefunden hat, freut nicht nur Torsten Kanitz als Mitglied des Presbyteriums und Vorsitzender des Jugendausschusses, sondern auch Michael Weber vom Verein „Zukunft Jugend“.

Der Förderverein generiert mit seinen Aktionen Geld, um diese Stelle und damit die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde finanziell zu unterstützen. „Wir haben uns schon gefragt, wozu es uns noch gibt“, sagt Weber, da bereits über eine Auflösung des Vereins nachgedacht worden sei. Mit Kleinhans hat das Engagement nun wieder einen Sinn, die Jugendarbeit wieder ein Gesicht.

In den ersten Wochen hat sich Kleinhans das Geschehen in der Gemeinde angeschaut und analysiert. „Er hat uns einen Spiegel vorgehalten“, sagt Kanitz, der weiß, dass gerade Jugendliche auf der Suche nach Perspektiven sind. „Wenn man sie erst nach der Pubertät zu fassen bekommt, wird es schwierig“, sagt Kanitz.

In der Gemeinde gibt es bereits Angebote für Kinder wie die Jungschar, die Paulus-Spatzen und natürlich die Gruppen der Konfirmanden. Kleinhans möchte genau da ansetzen und Angebote für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren etablieren. „Dazu müssen wir wissen, welche Ressourcen die Gemeinde hat und welche Ideen wir umsetzen können“, sagt Kleinhans, der den jungen Christen sicherlich einige spannende Geschichten aus seinem Leben erzählen kann, die er in den vergangenen Jahren erlebt hat.

Denn sein beruflicher Werdegang ist alles andere als geradlinig: Ursprünglich stammt der 30-Jährige aus Viernheim in Südhessen und ist gelernter IT-Systemkaufmann. Mit seiner heutigen Ehefrau kam er 2017 aus beruflichen Gründen ins Bergische Land. Vier Jahre arbeitete er bei der Gefährdetenhilfe Scheideweg sowohl in der IT als auch in der sozialen Begleitung junger Haftentlassener. Berufsbegleitend ließ er sich zum Erzieher ausbilden und machten seinen Bachelor in Sozialwesen. Daran schloss sich ein halbes Jahr als Betreuer in einer Intensivwohngruppe von ehemaligen Heimkindern im Alter von 16 bis 18 Jahren in Wuppertal an.

„Es war eine sehr gute Erfahrung, mit jüngeren Jugendlichen zu arbeiten“, sagt Leo Kleinhans. 2021 hatte er bereits Kontakt zur Kirchengemeinde aufgenommen und sich auf die damalige Vertretungsstelle als Jugendleiter beworben – allerdings nur in Teilzeit. Zusammen mit seiner Ehefrau, die ebenfalls im sozialen Bereich tätig ist, hatte Kleinhans sich dann aber für einen einjährigen Missionseinsatz in Südamerika entschieden und dort in einem Waisenhaus gearbeitet.

Die ursprüngliche Idee sei es gewesen, selber als Träger einer Auslandsmission zu fungieren, um deutschen Jugendlichen Auslandserfahrung und den Blick über den Tellerrand hinaus zu ermöglichen. „Die Lebensumstände sind in Peru sehr viel härter als in Deutschland“, sagt der Pädagoge und Christ. Doch nach einem Jahr kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück. Kleinhans kam erneut ins Gespräch mit der Evangelischen Gemeinde. Währenddessen hatte sich das Stellenprofil vom Jugendleiter in Teilzeit zum Familienmanager in Vollzeit geändert.

„Da es keine Bewerber gab, haben wir nach einer Lösung gesucht und dem Presbyterium die Idee eines Familienmanagers vorgeschlagen. Wir sind uns ziemlich schnell einig geworden“, berichtet Michael Weber. Die Finanzierung der neuen Stelle wird vom Förderverein ebenso unterstützt wie die Arbeit der Jugendleiterin Simone Muth.

Der Auslandsaufenthalt war für ihn prägend

Leo Kleinhans freut sich sehr über die neue Aufgabe und fühlt sich wohl in Hückeswagen. Der Auslandsaufenthalt sei prägend gewesen und habe in ihm neue Aspekte und Themen reifen lassen. „Die Angebote und Infrastruktur in Hückeswagen sind schon toll“, sagt er. Seine Arbeit in der Gemeinde soll Kinder, Jugendliche und Familien ansprechen. „Man gewinnt Jugendliche mit Gemeinschaft“, sagt der 30-Jährige.

Arbeit mit Menschen sei immer auch Beziehungsarbeit. Dass Bedarf besteht, davon ist auch Torsten Kanitz überzeugt. „Wir sind der Meinung, es gibt genug zu tun. Daher wagen wir den Schritt“, betont er. Für den neuen Familienmanager, der in die Innenstadt gezogen ist und somit in unmittelbarer Nähe zur Kirche und zum Gemeindehaus Lindenberg wohnt, ist die neue Aufgabe eine Herzensangelegenheit. „Nach so viel Abenteuer möchte ich langfristig ankommen. Ansonsten hätte ich mich nicht beworben. Alles andere wäre gerade aus der Sicht eines Pädagogen unverantwortlich“, betont er.

Hintergrund

Familienmanager: Seit November 2022 ist Leo Kleinhans Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und Familien in der Gemeinde. Er betreut u.a. Konfirmanden und begleitet Freizeiten.

Jugendleiter: Im August 2019 trat die Düsseldorferin Simone Muth die Nachfolge von Samuel Heymann und Carlos Chala als Kinder- und Jugendleiterin in der Evangelischen Kirchengemeinde an. Noch bis Herbst befindet sie sich im Erziehungsurlaub.

Spielgruppe: Im Herbst 2007 wurde die Spielgruppe „Wilde Kids“ im Gemeindezentrum Lindenberg eingerichtet, die von Erzieherin Elke Felbick betreut wird.

Kinderchor: Die Kinder der „Paulus-Spatzen“ treffen sich wöchentlich zum Singen mit Kantorin Inga Kuhnert. Ihre Lieder tragen sie in Gottesdiensten, Konzerten und anderen Gemeindeveranstaltungen vor.

Förderung: Der Förderverein „Zukunft Jugend“ unterstützt die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde finanziell. Dazu benötigt er Mitglieder, Helfer und Spenden.

www.zukunftjugend.de

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Firma Klingelnberg ist stolz auf ihre Jubilare
Firma Klingelnberg ist stolz auf ihre Jubilare
Firma Klingelnberg ist stolz auf ihre Jubilare
Bürger will Feuerwerk gerichtlich verhindern
Bürger will Feuerwerk gerichtlich verhindern
Bürger will Feuerwerk gerichtlich verhindern
Auto verliert bei Irrfahrt Teile
Auto verliert bei Irrfahrt Teile
Auto verliert bei Irrfahrt Teile
Berufskraftfahrer müssen Tauglichkeit nachweisen
Berufskraftfahrer müssen Tauglichkeit nachweisen

Kommentare