60 Jahre Ehe

Diamantene Hochzeit in Bockhacken

Waltraut und Rolf Steinmetzler möchten ihr Ehejubiläum noch einmal groß feiern.
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Waltraut und Rolf Steinmetzler möchten ihr Ehejubiläum noch einmal groß feiern.

Auf der Kirmes sind sie sich 1961 das erste Mal begegnet. Jetzt können Rolf und Waltraut Steinmetzler feiern.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Ihr Haus steht unter einer 25 Meter großen Esche in Bockhacken, die Rolf Steinmetzler im Alter von zwölf Jahren selbst gepflanzt hat. Um das Haus herum weite Wiesen und Felder, und doch besteht eine Gemeinschaft unter den Anwohnern. „Wir haben eine gute Nachbarschaft und mit allen ein gutes Verhältnis“, versichern Rolf (82) und Waltraut Steinmetzler (86). Das Ehepaar kann auf 60 gemeinsame Jahre zurückblicken. Ein Grund für die Nachbarn, sich zum Schmücken zu verabreden.

Die große Feier zur Diamantenen Hochzeit mit mehr als 50 Gästen findet in zwei Wochen im Wipperfürther Restaurant Napoleon statt. „Da haben wir auch schon runde Geburtstage und unsere Silber- und Goldhochzeit gefeiert“, erzählen die Hückeswagener.

Kennengelernt hat sich das Paar 1961 auf einer Kirmes im westfälischen Rheine, wo Steinmetzler seinen Wehrdienst leistete. Waltraud Steinmetzler erinnert sich genau: „Ich bin mit meinem kleinen Bruder zur Kirmes gefahren, dabei ist er mir über den Weg gelaufen. Es war der 15. Oktober 1961.“ Geboren ist Waltraut Rösner, wie sie damals noch hieß, in Schlesien, aufgewachsen in der kleinen Gemeinde Hopsten im Tecklenburger Land, zirka 50 Kilometer entfernt von Osnabrück. Dort arbeitete sie in der Näherei von C & A.

Rolf Steinmetzler ist gebürtiger Hückeswagener und in Schückhausen aufgewachsen. Seine Eltern bauten das Haus in Bockhacken, in dem das Jubelpaar heute lebt. Das Grundstück dafür hatten die Großeltern abgegeben, die ein landwirtschaftliches Anwesen besaßen. „Es war damals alles nicht so einfach nach der Währungsreform“, erinnert sich der 82-Jährige. Mit 14 Jahren kam er aus der Schule und arbeitete mit seinem Vater in der Schuhfabrik Adolf Flöring in Wermelskirchen. „Es gab keinen Lehrvertrag im eigentlichen Sinne. Ich habe direkt angefangen, Geld zu verdienen“, erklärt Steinmetzler.

Später wechselte er zu einem Schreinereibetrieb nach Dhünn, dann zur Firma Otto Keller und Söhne nach Straßweg. Dort war er als Lastwagenfahrer im Lebensmittel-Großhandel tätig, bevor er 1961 zur Bundeswehr eingezogen wurde. „15 Monate habe ich gedient, bevor ich 1962 bis 1967 bei der Firma Wender und Dürholt in Lennep gearbeitet habe“, berichtet er weiter. Die weiteren Jahre bis zur Rente 2003 arbeitete er bei einer Remscheider Baufirma. Auch nach dem Ende der Bundeswehrzeit blieb das Paar in Kontakt. Schon ein Jahr später, am 12. Oktober 1962, wurde standesamtlich, einen Tag später kirchlich in Hopsten geheiratet. Zusammenziehen konnten die Brautleute ohne eigene Wohnung noch nicht. Erst nachdem Rolf Steinmetzler zwei Zimmer in seinem Elternhaus ausgebaut hatte, zog seine Ehefrau nach Hückeswagen.

1963 wurde Sohn Uwe, 1968 Tochter Claudia geboren. Vier Enkelkinder sind aus der Verbindung entstanden, wobei ein Enkel vor zwei Jahren verstorben ist – ein Schicksalsschlag für die Familie. Einen Telefonanschluss gab es zu der Zeit nicht im Haus, und für die Wasserversorgung gab es einen Brunnen. „Die Wasserleitung kam erst 1969“, erinnert sich Waltraut Steinmetzler. Im selben Jahr zog die junge Familie in eine eigene Wohnung nach Straßweg, ehe es 1975 zurückging ins Elternhaus von Rolf Steinmetzler. „20 Jahre lang habe ich meine Schwiegermutter nach einem Schlaganfall gepflegt“, berichtet sie.

Waltraut Rösner und Rolf Steinmetzler heiraten 1962 in Hopsten.

In ihrer Freizeit war sie bei den Landfrauen aktiv und hat beim ersten handgeschriebenen Kochbuch mitgewirkt. „Das hat unheimlich Spaß gemacht“, versichert die 86-Jährige. Auch Porzellanmalerei und Nähen zählten zu ihren Hobbys. Ihr Mann ist seit 65 Jahren Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, war 42 Jahre im aktiven Dienst und 25 Jahre Löschgruppenführer in Straßweg. Zu etlichen Bränden und Verkehrsunfällen wurde er mit seiner Mannschaft gerufen. „Die Feuerwehr ist eine aufwendige Sache, da man immer lernen und sich weiterbilden muss“, sagt der 82-Jährige rückblickend.

In guter Erinnerung geblieben sind die Fahrten mit den Kameraden und Ehepartnern in die französische Partnerstadt Etaples. „Bei der allerersten Fahrt haben wir unsere Uniformen erst nach der Grenze angezogen, da uns die Franzosen zu der Zeit noch nicht so gewogen waren“, erinnert sich der Brandmeister a.D. Nach so viel ehrenamtlichem Engagement für die Sicherheit der Hückeswagener genießt er seit dem 60. Lebensjahr die Gemeinschaft in der Ehrenabteilung.

Der Alltag ist ruhiger geworden, und der große Garten am Haus ist einer grünen Wiese gewichen. „Wir haben körperlich nicht mehr die Möglichkeit, einen Gemüsegarten zu betreiben“, bedauert der 82-Jährige. Die Entscheidung zu heiraten haben die Jubilare bis heute nicht bereut. „Wir haben uns immer gut verstanden und an einem Strang gezogen“, betont der Jubilar. Und wenn es mal geknirscht habe, seien die Unstimmigkeiten immer schnell behoben worden. Die Diamanthochzeit soll groß gefeiert werden – „die letzte große Feier“, wie Waltraut Steinmetzler sagt. „Es ist nicht mehr wie früher, und wir werden ja alle älter.“

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