Sportlich

Der SC Heide träumt von Höherem

Ziel des SC Heide zum Saisonstart im August war ein Platz unter den besten fünf, sechs Teams der Kreisliga A. Nun soll bis Saisonende Platz drei verteidigt werden.
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Ziel des SC Heide zum Saisonstart im August war ein Platz unter den besten fünf, sechs Teams der Kreisliga A. Nun soll bis Saisonende Platz drei verteidigt werden.

Nach der Hinrunde in der Kreisliga A liegt der Tabellendritte nur hinter den beiden Bezirksliga-Absteigern.

Von Stephan Büllesbach

Er ist erst 19 Jahre alt, aber war schon so was wie der Jamal Musiala des SC Heide. Sam Kirschsieper war ein Stürmer, der aus der Ersten nicht mehr wegzudenken war und in seiner ersten Saison für den Hückeswagener A-Ligisten gleich 24 Tore erzielte – in gerade einmal 18 Spielen. Dazu gab das Nachwuchstalent noch die Vorlagen für 21 weitere Treffer des SCH und war im Angriff die spielbestimmende Figur der Grün-Schwarzen. Der offensive Bayern- und Nationalelf-Mittelfeldspieler ist für beide Teams ähnlich wichtig. Doch während Musiala bei den Münchenern bleibt, hat Kirschsieper den SC Heide nach einem halben Jahr bereits wieder verlassen. Mit seinen Toren und Assists hat der 19-Jährige natürlich auf sich aufmerksam gemacht und den SCH zum Hinrunden-Ende Richtung FC Remscheid verlassen. Dort spielt er in der Landesliga und damit zwei Klassen höher.

Papa Normen Kirschsieper sieht das mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Als Vater freue ich mich natürlich für Sam.“ Aber als Trainer tue das doch schon weh, zumal sich der Abgang des wohl wichtigsten Spielers noch negativ auf die bisherige Erfolgsbilanz der Heider auswirken könnte. Wobei Vorsitzender Kevin Zrock betont: „Sam war zwar schon ein Entscheidungsspieler, der nach dem 3:3-Ausgleich des Gegners in der 90. Minute das 4:3 in der 93. Minute gemacht hat. Aber jetzt haben andere Spieler, die bislang vielleicht weniger zur Geltung gekommen sind, mehr Chancen, sich zu zeigen.“ Dabei steht der deutliche jüngere der beiden Hückeswagener Fußballclubs, der erst seit fünf Jahren in den Ligen des Fußballkreises Remscheid kickt, auf einem unerwarteten Spitzenplatz in der Kreisliga A: Nach der Hinrunde ist das Team Dritter. „Vor uns liegen nur die beiden Bezirksliga-Absteiger SSV Dhünn und VfB Marathon Remscheid“, sagt Zrock.

Hückeswagener Jungssind zurückgekehrt

Offenbar haben die vielen jungen Spieler aus Wipperfürther Vereinen, die sich den Heidern angeschlossen hatten, gut eingeschlagen. Bis auf zwei Ausnahmen sind das alle Hückeswagener Jungs, die in ihre Heimatstadt zurückgekehrt sind. Vor der neuen Spielzeit hatte Normen Kirschsieper als Ziel herausgegeben, unter die besten fünf, sechs Mannschaften zu kommen. Doch mit neun Punkten Vorsprung nach bereits 18 Spieltagen – ein Rückrunden-Spiel wurde noch im alten Jahr ausgetragen – auf den Vierten FC Remscheid II und nur zwei Punkten Rückstand auf Marathon hat der Trainer die Zielvorgabe neu justiert: „Wir haben uns den dritten Platz erarbeitet, und den wollen wir jetzt verteidigen.“

Allerdings hat die Mannschaft eine Achillesferse: die Abwehr. Zwar haben die Heider bereits 85 (!) Tore erzielt und damit sogar neun mehr als Aufstiegsfavorit und Tabellenführer SSV Dhünn, der ein Spiel mehr ausgetragen hat. Aber im eigenen Tor ist der Ball auch schon 39 Mal eingeschlagen – Dhünn hat erst zwölf Gegentreffer kassiert. „Wenn man gegen die beiden Ersten vier bzw. drei Tore schießt, dann verliert man eigentlich nicht“, stellt Kirschsieper klar. Der SCH verlor gegen Dhünn und Marathon dennoch jeweils knapp. Das Problem ist jedoch, dass sich im ersten Saisonspiel nach nur 20 Minuten der wichtigste Innenverteidiger, Kapitän Daniel Berghaus, schwer am Knie verletzte und bislang nicht auf den Platz zurückgekehrt ist. „Wir haben in der Abwehr daher ständig in anderen Formationen gespielt“, analysiert der Trainer.

Die Blicke von Kirschsieper und Zrock sind jedoch ohnehin schon auf einen deutlich längeren Zeitraum als das Saisonende gerichtet. Denn mittelfristig will der SC Heide in die Bezirksliga. „Wenn wir es mit diesen Jungs nicht schaffen, wann dann?“, fragt sich Zrock. Für die nächste Saison sind auch schon wieder einige junge, hoffnungsvolle Talente auf dem Weg zum SCH. Und zwei Spieler sind erst zum 1. April 2023 spielberechtigt für die Erste, trainieren aber bereits mit „und brennen auf ihre Einsätze“, sagt Zrock. Ab dem 17. Januar bereiten sich die 68 Spieler der ersten und zweiten Mannschaft auf die Spiele der Rückrunde vor.

Der gesamte Club fiebert derzeit schon dem „größten Spiel der Vereinsgeschichte“ entgegen. Entweder am Ostersamstag, 8. April, oder am Mittwoch, 26. April, soll an der Schnabelsmühle das Halbfinale um den Kreispokal steigen. Gegner ist – FC Remscheid. Dann wird es auch ein Wiedersehen mit Sam Kirschsieper geben. „Wenn er ein Tor gegen uns schießen sollte, will er nicht jubeln“, verrät der Papa.

Hintergrund

Aus einer Bierlaune heraus gründete sich bei „Rock am Ring“ 2013 der SC Heide. Ein Schild der Ortschaft Heide diente, auf einen Bierkasten gelegt, als „Tisch“. Das Kürzel SC für Sportclub davor – fertig war der Vereinsname. Aus der Thekenmannschaft wurde 2017 ein richtiger Verein.

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