Interview

„Der Samstag im Partyzelt war absolute Spitze“

Auch wenn es Probleme bei der Bestückung der Kirmes gab, so kam das erste Schützenfest nach der Zwangspause doch bei allen gut an – Schützen, Besuchern und Schaustellern.
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Auch wenn es Probleme bei der Bestückung der Kirmes gab, so kam das erste Schützenfest nach der Zwangspause doch bei allen gut an – Schützen, Besuchern und Schaustellern.

Stefan Lorse, Chef der Hückeswagener Schützen, zieht Bilanz.

Das Gespräch führte Stefan Gilsbach

Herr Lorse, es liegen vier anstrengende Tage hinter Ihnen. Aber mit Sicherheit auch sehr schöne.

Stefan Lorse: So ist das. Das ist durchaus auch anstrengend, das Schöne und der Spaß an der Freud‘ überwiegen aber. Das war ein sehr schönes und gelungenes Schützenfest. Zwei Jahre konnte wegen der Pandemie kein Schützenfest gefeiert werden.

Waren die Besucher besonders „feierhungrig“?

Lorse: Genau das kann man sagen. Der beste Abend war der Samstagabend, als das Zelt und der Vorplatz proppenvoll waren. Da haben weit mehr als 1000 Menschen drinnen und draußen gefeiert. Offenbar haben wir mit dem Programm auch den Nerv unsere Gäste getroffen. Vor allem die Band Kärnseife kam sehr gut an.

Einige Gäste haben gesagt, dass sie im nächsten Jahr auch wieder in Hückeswagen spielen soll. Ist das eine Option?

Lorse: Auf jeden Fall! Lutz Annacker, unser neuer Schützenkönig, kannte die Band von früher von der „Matinee“ in der Katt in Wermelskirchen und hat sie angesprochen. Am Montagabend hat er mich gefragt, ob wir sie nicht direkt wieder für nächstes Jahr engagieren sollen. Wir werden auf jeden Fall wieder mit Kärnseife in Kontakt treten.

Stefan Lorse ist Chef der Schützen.

Ein Höhepunkt wie Achim Petry ist dagegen aber wohl nicht immer machbar. Zumal nächstes Jahr die Landesförderung wegfallen dürfte, die der Schützenverein aufgrund der Corona-Pandemie erhalten hat.

Lorse: Ja, das stimmt. Wir überlegen aber auf jeden Fall, wieder einen Künstler zur Band dazu zu holen.

Was hat Sie in den vergangenen Tagen am meisten überrascht?

Lorse: Die Vielzahl der Hückeswagener Schützen, die an allen Tagen in Uniform mitgegangen sind. Wir waren stärker als in den vergangenen Jahren. Das war mit Sicherheit auch ein Dank von unseren Schützenschwestern und -brüdern an unser Kaiserpaar.

Wie beurteilen Sie die Resonanz auf die Partys im Festzelt?

Lorse: Hervorragend. Der Samstag war absolute Spitze, und auch der Freitag war deutlich besser als in den Vorjahren. Da darf ich gerne Danke an die Fußballer des SC Heide sagen, die uns mit ihren Kontakten über die sozialen Medien zusätzlich geholfen haben. Sie haben vor allem mehr Kontakte zu den jüngeren Leuten, die wir ansprechen wollten, und das hat gefruchtet.

Wie haben die Hückeswagener überhaupt das erste Schützenfest angenommen? Voriges Jahr gab es Bedenken im Verein, dass die Menschen das Fest vielleicht vergessen haben könnten, getreu dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“.

Lorse: Das ist so nicht eingetreten, im Gegenteil: Das war jetzt das erste größere Fest nach der Pandemie, und es ist sehr gut angenommen worden. In den sozialen Netzwerken sind die Kommentare durchweg positiv, und die Leute haben sich bei uns bedankt, dass wir das Schützenfest wieder gemacht haben. Wir wiederum danken der Bevölkerung, dass sie zu uns gekommen ist.

Ein Wermutstropfen dürfte gewesen sein, dass einige Fahrgeschäfte nicht gekommen sind. Haben Sie Verständnis dafür?

Lorse: Bedingt. Für den abgesagten Autoscooter hatten unsere Platzmeister ja noch einen anderen gefunden, aber der „Breakdancer“, der erst einen Tag vor Beginn des Schützenfests abgesagt wurde, war nicht mehr zu ersetzen. Es ist natürlich für die Schausteller in der aktuellen Situation schwierig, Mitarbeiter zu halten oder neue zu finden. Aber einen Tag vor dem Fest abzusagen, wenn alle Verträge unterschrieben sind, dafür habe ich nicht wirklich viel Verständnis.

Welches Resümee haben die Schausteller gezogen, die nach Hückeswagen gekommen sind?

Lorse: Sie haben sich alle zufrieden gezeigt und wollen alle wiederkommen. Es war auch für sie eine gute Kirmes. Nun leben wir in schwierigen Zeiten, die sich so schnell vermutlich auch nicht wieder zum Besseren wenden werden.

Befürchten Sie, dass es im nächsten Jahr noch schwieriger werden könnte, eine Kirmes für Hückeswagen auf die Beine zu stellen?

Lorse: Da bin ich noch zwiegespalten. Erstmal wollen wir die Euphorie mitnehmen, aber ich bin mir auch bewusst, dass es nicht leichter werden wird – auch wenn es dieses Jahr sehr gut gelaufen ist. Das wird kein Selbstläufer werden, sondern wir müssen schon am Ball bleiben.

Wann beginnen die Vorbereitungen für das Schützenfest 2023?

Lorse: Im Prinzip auf der nächsten Vorstandssitzung im August. Dann besprechen wir, was gut und was schlecht gelaufen ist und was beibehalten werden soll. Wir wollen uns dann schon Gedanken über die Musik und ähnliche Dinge machen. Die heiße Phase der Planungen beginnt dann im nächsten Jahr nach dem Winter.

Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie hoch stehen die Chancen für ein Schützenfest in 2023?

Lorse: Ohne Corona bei elf. So aber bei sieben bis acht – ich hoffe, dass die äußeren Umstände wie Corona und Krieg dann kein Thema mehr sein werden.

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