Geburtstag

Der Planer der Ortsumgehung wird 90 Jahre alt

Hans-Otto Rauin, hier bei der Kronjuwelen-­Konfirmation im September, vollendet heute sein 90. Lebensjahr.
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Hans-Otto Rauin, hier bei der Kronjuwelen-­Konfirmation im September, vollendet heute sein 90. Lebensjahr.

Vor mehr als 50 Jahren hatte Hans-Otto Rauin den Bau beaufsichtigt.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Die Eheleute Helga und Hans-Otto Rauin kommen 2022 aus dem Feiern nicht raus. Im Januar wurde Helga Rauin 80 Jahre, dann wurde ihr Ehemann vom ATV für 65-jährige Mitgliedschaft geehrt. Im August feierte das Paar Diamanthochzeit und im September wurde Hans-Otto Rauin von der Evangelischen Kirchengemeinde zur Kronjuwelen-Konfirmation nach 75 Jahren eingeladen.

Heute beendet er sein 90. Lebensjahr. 36 Jahre lang hatte der Bauingenieur für das Straßenbauamt des Landschaftsverbands Rheinland Straßen geplant und den Bau beaufsichtigt – darunter die Autobahnraststätte Remscheid und die Talbrücke Bruchermühle. Seit 1966 liegen auch seine Pläne zum Bau der äußeren Ortsumgehung (B 237n) für Hückeswagen in der Schublade, die von Kammerforsterhöhe bis Kobeshofen führen sollte. Gebaut wurde sie bislang nicht. „Ich werde das auch nicht mehr erleben“, ist Rauin überzeugt. Zuletzt hatten der Rotmilan, die Haselmaus und ein Bussardpärchen die Fortführung der Pläne verhindert.

Die ursprünglichen Pläne der Ortsumgehung waren sogar noch viel größer als für die jetzt vorgesehenen 3,6 Kilometer lange B 237n. Der sogenannte „Ostenfriesenspieß“ sollte eine Verlängerung der A 31 sein und als vierspurige Schnellstraße bis zur A 4 in Gummersbach führen.

In Scheideweg war eineAnschlussstelle geplant

Nach den Plänen von Hans-Otto Rauin wäre die Straße begradigt worden und über die heutige Erddeponie in Großenscheidt sowie hinter der ehemaligen Gaststätte Hager verlaufen. „So großzügig, wie ich war, hatte ich sogar noch eine Anschlussstelle in Scheideweg geplant“, berichtete der seit 30 Jahren pensionierte Landesbauinspektor und spätere Landesoberbauamtsrat (ab 1991). Gebaut wurden jedoch nur kurze Abschnitte, wie von Wuppertal-Sonnborn bis nach Müngsten und die Nordtangente in Wipperfürth. „Früher wurde geplant und dann gebaut“, betont Rauin. Nur in Hückeswagen auf der K 5 habe das nicht funktioniert.

Dafür sind viele andere gute Dinge in seinem Leben passiert. Der gebürtige Remscheider kam mit seiner Mutter in Kriegszeiten 1943 nach Scheideweg, wo die Großeltern lebten. Den Frisörsalon auf der heutigen Alleestraße musste die Mutter schließen. Nur wenig später wurde Remscheid ausgebombt. „13 Mitbewohner unseres Hauses sind dabei gestorben“, berichtet er. Nachdem der Vater mit viel Glück aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, unterstützte Hans-Otto Rauin ihn beim Bau des Elternhauses in Scheideweg. „Ich hatte nach der Schule bei Firma Runkel in den Beruf des Maurers erlernt und anschließend die Bauingenieursschule in Wuppertal besucht. Damals habe ich aktiv am Wiederaufbau meiner Vaterstadt mitgewirkt, die zu der Zeit in Trümmern lag“, erinnert sich der Pensionär.

Bei einer Silvesterparty 1960 lernte er in der Gaststätte „Zur Dörpe“ seine spätere Ehefrau Helga kennen, die er 1962 heiratete. 1963 kam Tochter Regine, 1966 Tochter Annette zur Welt. 1977 beschloss die Familie, ein eigenes Haus in direkter Nachbarschaft zu bauen. Ein Jahr später wurden die Baupläne erstellt, 1979 folgte der Einzug. „Bis auf die Fenster, Treppe und Elektrik haben wir alles selbst gemacht“, erzählt der Hückeswagener.

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