Landwirtschaft

Der Mais steht gut auf dem Feld, Sorgen macht den Bauern die Milchviehhaltung

Landwirt Dietmar Strack geht in diesem Jahr von einer guten Mais-Ernte aus. Es komme aber darauf an, wie die kommenden Monate verliefen.
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Landwirt Dietmar Strack geht in diesem Jahr von einer guten Mais-Ernte aus. Es komme aber darauf an, wie die kommenden Monate verliefen.

Ortslandwirt Dietmar Strack ist mit dem diesjährigen Wetter einigermaßen zufrieden.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Die Sommer von 2018 bis 2020 sind als Dürre- und Hitzesommer in Mitteleuropa in die Geschichte eingegangen. Die Konsequenz für die hiesige Landwirtschaft ist gewesen, dass zu den ausbleibenden Regen und die hohen Temperaturen das Gras nicht ausreichend gewachsen ist. Wo kein Gras, da kein Grünschnitt. Wo kein Grünschnitt, da kein Futter für die Tiere. Im Bergischen Land gibt es viel Milchvieh, so mancher Landwirt hat 2019 und auch 2020 Tiere „einsparen“ müssen. Konkret hat das bedeutet – alte Tiere sind geschlachtet und nicht mehr mit jungen ersetzt, mithin also der Tierbestand reduziert worden.

Ganz anders war die Situation im Vorjahr. Daran erinnert sich Hückeswagens Ortslandwirt dann doch lieber als an die drei Jahre davor. „Das war bombastisch, so viel Grünschnitt wie im Vorjahr hatten wir noch nie. Und davon zehren wir auch in diesem Jahr – das ist nämlich nicht mehr so gut. Aber auch weit von den Dürresommern entfernt“, sagt Dietmar Strack.

Es sei „hart an der Schmerzgrenze“, ganz aktuell, sagt der Ortslandwirt. Denn auch wenn es in der vergangenen Woche teils recht heftig geregnet hat, ist der Boden im Moment sehr trocken. „Die Masse ist es in diesem Jahr aber nicht – weder an Regen noch an Grünschnitt. Das hängt auch damit zusammen, dass die Düngemittel sehr teuer geworden sind“, sagt Strack.

Dennoch könnten die Landwirte im Oberbergischen im Großen und Ganzen zufrieden sein. „Der Mais steht zum jetzigen Zeitpunkt recht gut da. Es bleibt abzuwarten, wie sich die kommenden Wochen entwickeln. Ein wenig mehr Regen wäre jetzt auf jeden Fall sehr gut“, sagt der Ortslandwirt. Auch wenn der Mais, der in der Region vor allem angebaut wird, es gerne warm und relativ trocken mag, braucht er zum Wachstum schon Wasser.

Der Mais ist hingegen die Pflanze der Wahl für das Bergische Land. „Mais ist eine Pflanze, die sehr verträglich ist, die man auch mehrere Jahre hintereinander auf den gleichen Acker pflanzen kann“, sagt Strack. Das heißt, wenn die Pflanzen die entsprechenden Nährstoffe bekommen. „Wenn das nicht ist, wächst er auch eher kümmerlich. Wenn ein Landwirt genug Ackerfläche hat, wechselt er auch schon mal durch“, sagt der Ortslandwirt. Denn Grasschnitt sei vom Ertrag her nicht so lukrativ wie der Mais. „Vier erfolgreiche Grünschnitte entsprechen einer Ernte Mais – wobei man für die Maisernte einen Lohnunternehmer kommen lassen muss. Eine Erntemaschine kann man sich praktisch nicht leisten, die kosten 500 000 Euro aufwärts“, sagt Strack. Daher müsse man praktisch in den sauren Apfel beißen und die 10 000 bis 15 000 Euro zahlen, die einen eine Ernte durch den Lohnunternehmer koste.

Was die Milchtierhaltung angeht, hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel verändert, sagt Strack. „Es ist nicht wesentlich weniger geworden. Aber weil auch immer neue Auflagen kommen, überlegen es sich kleine und auch große Betriebe mehrfach, ob sie wieder aufstocken.“ Glücklicherweise seien die Preise für den Liter Milch etwas gestiegen. „Aber im Endeffekt bleibt davon bei uns Landwirten praktisch nichts übrig. Denn im Gegenzug sind die Preise für Kraftfutter und für Düngemittel teils drastisch gestiegen“, sagt Strack. Somit werde das durch den höheren Milchpreis gewonnene Geld „praktisch durchgereicht“.

Nicht nur für Tierhaltung, auch für den Ackerbau gebe es zahlreiche Vorschriften, die sich auch immer wieder ändern würden, sagt Strack. „Die Nutzungsverordnung für die Acker ändert sich zwar nicht beständig, allerdings werden die Flächen regelmäßig überwacht – und wenn etwas nicht in Ordnung ist, wenn auf einer Fläche etwa Erosion droht, dann darf man sie nicht mehr als Ackerfläche nutzen“, sagt Strack. Und doch – trotz all dieser Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten sei er im laufenden Jahr weitgehend zufrieden, sagt der Ortslandwirt.

„Weil immer neue Auflagen kommen, überlegen sich
kleine Betriebe, ob sie ihren Tierbestand wieder aufstocken.“

Ortslandwirt Dietmar Strack

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